Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

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Lotta
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Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Lotta »

Hi Leute,

hat oder hatte jemand von Euch schon mit einer rezidivierenden Intercostalneuralgie zu tun bzw. mit einer chronischen?

Seit langem bin ich nun schon in Behandlung, weil ich diese Schmerzen ausgehend von der BWS ausstrahlend durch die Rippen und entlang dem Rippenbogen wie Messer und Blitze habe. Immer entstehend in Ruhe oder durch Kälte. Keine Nacht ausschlafen. Trotz tollem Bett.
Es gab gerade erst ein MRT, bei dem entzündliche Rückenerkrankungen ausgeschlossen wurden. Feststeht, irgendwas auf der Höhe (vergessen, welche Höhe, sry) lässt die Rippenknöchelchen auf den Nerv drücken, der dann den Brustkorb schmerzen lässt. Manchmal wache ich auf und kann vor Schmerzen kaum atmen. Ich hatte mir mal ne Rippe gebrochen. Das war nichts im Vergleich dazu, hat aber auch nichts damit zu tun.

Ich hatte nun den Vorschlag, mir mal auf Langzeit Manuelle Therapie zu ordern, was mein Schmerztherapeut hervorragend findet. Dazu habe ich jetzt Fitnessbänder mit denen ich eben gezielter die Muckis trainieren kann ohne Stress mit Fitnessstudio, denn ich bin oft einfach viel zu erledigt für so eine riesen Tour ins Studio. Aber irgendwie 2 mal 15 Minuten Fitnessbandgeziehe geht viel besser.

Was mir noch auffällt: Unter Arcoxia sind die Schmerzen nicht so schnell da nachts. Aber dennoch muss ich immer in Häppchen schlafen. Das laugt mich so aus. Oft stehe ich nur auf, weil ich nicht mehr liegen kann und schlafe ständig im Sitzen wieder ein, weil ich so erschöpft bin, aber liegen geht dann nicht mehr. Das macht mich fertig.

Immer öfter verschwinden die Schmerzen nun nicht mehr ganz, wenn ich dann aufstehe und bleiben den ganzen Tag oder entstehen am Tage irgendwann. Es ist für mich also eine Verschlechterung zu erkennen, aber keiner findet die Gründe dafür. Prof. Dr. Lamprecht hat auch keine Ahnung. :(

LG Lotta
Ich muss nicht mit meiner Erkrankung leben. Meine Erkrankung muss mit mir leben. 8-)
Ingeborg
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Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Ingeborg »

Liebe Lotta,
Dich trifft es aber auch arg. Das tut mir sehr leid für Dich. Zu diesem Problem kann ich nur leider nichts beitragen, was Dir helfen könnte. Wie ich las, können viele Ursachen verantwortlich sein. Sie zu finden wäre aber bezüglich einer passenden Behandlung wichtig. Vielleicht stationär abklären in der UK S-H, da mehrere Fachgebiete beteiligt sind und damit in absehbarem zeitlichen Rahmen an einem Ort "angefahren" werden können.
Bis dahin würde ich, damit Du irgendwie bei Kräften bleibst, auf stärkere Schmerzmittel zurückgreifen wollen.
Ich wünsch Dir von Herzen baldige und nachhaltige Besserung.
Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
omega
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Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von omega »

Oh Lotta, das klingt furchtbar. Ich weiß, wie zermürbend die Schmerzen sind. Ich würde dir sehr wünschen, daß du einen erfahrenen Osteopathen kennst. Die haben oft noch einen spezielleren Blick, als Manualtherapeuten. Blockaden, Haltungsprobleme.... es ist so viel möglich. Aber falsch liegst du sicher nicht mit Manualthrapie. Nur wenn es nicht besser wird, hilft vielleicht Therapeutenwechsel. Ja, Schmerzmittel würde ich auch kurzfristig nehmen.
Viel Glück wünscht Omega
Dodo
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Registriert: Di Okt 08, 2019 11:34 am

Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Dodo »

Hallo Lotta,

wenn ärztlich und per MRT schulmedizinisch ohne Befund abgeklärt, würde ich dir Osteopathie empfehlen.
Wenn das immer nachts kommt, wenn die Muskelspannung im Schlaf weniger wird, könnte es ganz einfach eine blockierte Rippe oder Wirbelkörper sein.
Tagsüber kannst du "aktiv" in Schonhaltung gehen, beim Schlafen nicht. Das Problem könnte aber auch viszeraler Natur sein, da kann der Osteopath auch ganz gut helfen. Könnte auch ein altes Trauma (du schreibst von einem Bruch) sein, dass du sehr lange kompensieren konntest und seither nichts von gemerkt hast. Es gibt so viele weitere Möglichkeiten.
Wenn du mir deine PLZ verrätst, kann ich schaun ob ich einen vertrauenswürdigen Kollegen in deiner Umgebung kenne.

VG Doris
Lotta
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Registriert: Mo Jun 11, 2018 5:41 pm

Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Lotta »

Hi Leute,

danke für Eure Antworten. Ich habe meine Schmerzmittel und auch das Ortoton, das ich lange genommen habe, sehr schön reduzieren können. Aber, wenn der Schmerz so richtig schlimm ist, dann braucht selbst Novalgin einen sehr langen Anlauf. Ich denke, warum Arcoxia das ganze etwas abmildert, hat damit zu tun, dass ich beweglicher bleibe damit. Arcoxia verhindert, dass ich morgens total steif wie ein Brett bin.
Meine WS ist ziemlich im Eimer. Mein Schmerztherapeut, der wirklich ein toller Arzt ist, hat nun in der Zeit unserer Behandlung festgestellt, dass meine Wirbelsäule immer mehr versteift und unbeweglicher wird, was aber gegen jede Vernunft spricht, denn ich bin viel aktiver als früher und durch die engmaschige Behandlung in jede wichtige Richtung bin ich so gut mit Medis eingestellt wie lang nicht mehr. Dennoch wird ein Teil meiner WS gar nicht mehr rund.

Osteopathie würde ich so gern machen. Allerdings kann ich das nicht bezahlen. Auch nicht, wenn die AOK es mir zurückzahlt. Ich kann es weder vorlegen, noch immer 6,60 für den Bus ausgeben. Ich kann mir momentan nicht mal die Brille leisten, die ich eigentlich tragen soll aufgrund der Veränderung des Sehnervkopfes. Im Oktober bekomme ich auch eine Frühuntersuchung auf Grünen Star, die muss ich auch selbst zahlen, ich brauche sie aber, weil mein Sehnerv aussieht als hätte ich ein Glaukom trotz normalem Druck.
Ich weiß nicht, wie ich das alles bezahlen soll.

Was Schmerzmittel angeht, so trage ich ja dauerhaft ein Buprenorphinpflaster 35mikorgramm/Stunde. Das hilft natürlich auch nur begrenzt. Wenn ich einen starken Schmerzzustand habe, dann nicht eben.
Mittlerweile schlägt der Stress der Schmerzen mir auf den Kreislauf. Letzten Oktober kam ich nachts mit dem RTW in die Notaufnahme, weil ich mich vor Schmerzen übergeben habe und eine hypertensive Krise hatte. Seitdem muss ich nun Blutdruckmittel schlucken, weil ich vor allem bei Schmerzen Bluthochdruckspitzen habe.

Aber all die Dinge sind ok. Das mit den Augen macht mir natürlich Sorgen. Aber abwarten eben. Ich habe mich mit allem arrangiert und käme gut klar, wenn das mit diesen Intercostalschmerzen nicht wäre.
Ich kenne keinen Osteopathen, bei dem ich gar nichts bezahlen muss und der komplett auf die Knete der AOK warten würde. Wenn es so einen in Lübeck (23560 Moisling und Umgebung) gibt, dann melde ich mich da sofort an. Aber die wollen alle, dass man in Vorkasse geht. Ja sry. Wenn ich sowas zahlen könnte, würde ich nicht jede Woche zur Tafel kriechen.

Ich hoffe einfach, dass mein Antrag auf Schwerbehinderung zu meinen Gunsten ausfällt und ich Merkzeichen G mit min. 50 bekomme. Dann steht mir nämlich ein Mehrbedarf vom Sozialamt von 17% zu und davon könnte ich sowas vorleisten wie den Osteopathen. Außerdem käme ich dann mit dem Bus ohne extra Kosten zu allen Orten und müsste nicht immer Ärzte in direkter Nähe suchen.
Diese 500 Euro Gesundheitsbudget von der AOK bringen mir auch nichts, wenn ich das vorleisten muss. Das kapiert nur niemand. Weder Arzt noch AOK.

Danke für Eure Hilfe. Meine Nacht ist wie immer um 3 Uhr zu Ende gewesen. xD

LG Lotta
Ich muss nicht mit meiner Erkrankung leben. Meine Erkrankung muss mit mir leben. 8-)
Dodo
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Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Dodo »

Hallo Lotta,
Anbei ein Link über den du einen Osteopathen findest, den deine Kasse bezuschusst.
https://www.osteopathie.de/therapeutenliste
Du musst allerdings einen Heilpraktiker nehmen, nicht zu jemandem gehen der Physiotherapeut ist, sonst erstattet deine Kasse nicht.
Wenn ich die Satzung richtig gelesen habe, erstattet sie 80% der Rechnung, aber max 500€ im Jahr. Bevor du einen Termin ausmachst muss dir ein Arzt eine Empfehlung für Osteopathie ausstellen.
Und dann würde ich die Praxen anrufen u deinen Fall schildern, nach der genauen Abrechnung bzw. Kosten fragen. Solltest du wen finden, bitte drum, dass du gleich nach Behandlung deine Rechnung mitbekommst und sie sofort einreichen kannst für die Erstattung.
20% musst du selbst bezahlen.

Mehr kann ich dir leider nicht helfen.

LG Dodo
Ingeborg
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Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Ingeborg »

Hi Lotta,
bekommst eine PN.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Lotta
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Registriert: Mo Jun 11, 2018 5:41 pm

Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von Lotta »

Hi Dodo,

danke für Deine Hilfe. :)
Das weiß ich schon. Ich hatte auch schon anhand der Therapeutenliste vor längerer Zeit mal herum telefoniert. Das einzige, was mir jemand anbot war, dass man immer nur einen Termin macht und dann immer den nächsten, wenn die AOK die Erstattung bezahlt hat. Und ich halt den einen Termin immer vorleiste. Naja. Ich sag ja, das Problem schnallen die nie.
Ich muss nicht mit meiner Erkrankung leben. Meine Erkrankung muss mit mir leben. 8-)
omega
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Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von omega »

Hallo Lotta, von dir zu hören, wie du kämpfen mußt, um gesundheitlich über die Runden zu kommen, finde ich erschütternd..
Aber ich bewundere. dich dafür, wie du dran bleibst..... kannst dir nur leider auch nichts davon kaufen.
Zu deinem steifen Rücken: Ich bekam vor mehr als zehn Jahren die Diagnose Morbus Forestier vom Orthopäden.
Angeblich ähnlich wie Bechterev, nur nicht entzündlich. Kennen tut das fast kein Arzt, und ich habe von der Diagnose auch nicht viel, denn machen kann ich ja nix dagegen, außer Gymnastik, die ich ja sowieso mache. Aber vielleicht ist es für mich beruhigend, daß die Versteifung, die" langsam" fortschreitet halt Schicksal ist und ich nicht gegenan Kämpfe, sondern sie freundlich begleite. Weniger freundlich allerdings, wenn sie mir den Atem nimmt, durch eklige Schmerzen in der BWS.
Dabei denke ich dann, obs nicht doch das Herz ist und ich nicht sofort den Notarzt rufen muß. Letzteres wird aber regelmäßig untersucht.
Die Schmerzen kommen Anfall ähnlich, und sind zum Glück nach ca einer halben Stunde vorbei.
Kennst du diese Art von Schmerzen? Mir fiel es auf, daß du auch vo Versteifung schriebst.

Alles Gute für dich,,,,,LG. Omega
omega
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Registriert: So Dez 02, 2018 10:58 am

Re: Intercostalneuralgie immer wieder, aber vielleicht auch nicht

Beitrag von omega »

Hallo Lotta, nun hab ich ganz viel von meinem Morbus Forestier erzählt, merke aber, daß es mit deinem Rücken wohl wenig zu tun hat, nachdem ich gelesen habe, daß du auch eine starke Skoliose hast. Ich wollte dich nicht auf eine falsche Fährte bringen, die Skoliose kann ( aber muß nicht) eher Auslöser dieser starken BWS Schmerzen sein.
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