Kiebe Ingeborg,
dem gibt es nichts mehr hinzu zu fügen,danke für deine Worte.
liebe grüße
Maxima
Ein Plädoyer fürs Jammern
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Maxima (Archiv)
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S. (Archiv)
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Re: Ein Plädoyer fürs Jammern
Ihr V-Leute versucht stark zu sein - und die Angehörigen auch, ja, umso mehr und auch dann noch, wenn Ihr es schon nicht mehr könnt.
Jeder braucht einen Ausgleich dazu, einen Gesprächspartner, einen Moment der Entspannung, einen Moment des Jammerns, immer wieder.
Wenn's geht, zusammen mit dem V-Angehörigen.
Und wenn's geht, immer wieder, einen Moment des Lachens und Aufatmens, zusammen.
Jeder braucht einen Ausgleich dazu, einen Gesprächspartner, einen Moment der Entspannung, einen Moment des Jammerns, immer wieder.
Wenn's geht, zusammen mit dem V-Angehörigen.
Und wenn's geht, immer wieder, einen Moment des Lachens und Aufatmens, zusammen.
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lila (Archiv)
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Re: Ein Plädoyer fürs Jammern
Guten Morgen,
Das ist eine treffende Beschreibung in sehr schönen Worten, bis vor einigen Jahren hätte ich mir auch nie und nimmer vorstellen können, dass ich so wenig schaffe, und körperlich und seelisch so kämpfen muss.
Zu meinem großen Glück bekomme ich seit einem Jahr eine Rente, befristet aber immerhin, und bin zum einen aus dem Stresskreislauf herausgenommen und vermute, dass ich ohne die Auszeit mittlerweile wohl zusammengeklappt wäre.
Soviel wie in der Zeit, seit ich krank bin, habe ich noch nie zuvor über mich gelernt, und es hört nicht auf. Das ist im Übrigen das einzig Positive, das ich meinen Krankheiten zugestehe.
Es kann jeden zu jeder Zeit erwischen, nur wenn man gesund und aktiv ist, macht man sich darüber (logischerweise) wenig Gedanken, habe ich früher ja auch nicht, so mitten im Leben.
Ich habe gelernt, dass es immens wichtig ist, mir selbst viel Geduld, Verständnis und Zuneigung, entgegen zu bringen, anstatt mich dafür zu kritisieren, dass ich dies und jenes nicht mehr schaffe und sich mein ganzes Leben um 180 Grad gewendet hat.
Schönen Sonntag, Lila
Das ist eine treffende Beschreibung in sehr schönen Worten, bis vor einigen Jahren hätte ich mir auch nie und nimmer vorstellen können, dass ich so wenig schaffe, und körperlich und seelisch so kämpfen muss.
Zu meinem großen Glück bekomme ich seit einem Jahr eine Rente, befristet aber immerhin, und bin zum einen aus dem Stresskreislauf herausgenommen und vermute, dass ich ohne die Auszeit mittlerweile wohl zusammengeklappt wäre.
Soviel wie in der Zeit, seit ich krank bin, habe ich noch nie zuvor über mich gelernt, und es hört nicht auf. Das ist im Übrigen das einzig Positive, das ich meinen Krankheiten zugestehe.
Es kann jeden zu jeder Zeit erwischen, nur wenn man gesund und aktiv ist, macht man sich darüber (logischerweise) wenig Gedanken, habe ich früher ja auch nicht, so mitten im Leben.
Ich habe gelernt, dass es immens wichtig ist, mir selbst viel Geduld, Verständnis und Zuneigung, entgegen zu bringen, anstatt mich dafür zu kritisieren, dass ich dies und jenes nicht mehr schaffe und sich mein ganzes Leben um 180 Grad gewendet hat.
Schönen Sonntag, Lila
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Dana (Archiv)
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Re: Ein Plädoyer fürs Jammern
Danke Ingeborg!
Mitten ins Herz!
Mitten ins Herz!
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Pwolf2 (Archiv)
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Re: Ein Plädoyer fürs Jammern
Danke Ingeborg für deine Worte!!
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gesa (Archiv)
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- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Ein Plädoyer fürs Jammern
Alles was Du beschreibst, liebe Ingeborg, empfinde ich so und Du hast die richtigen Worte dafür gefunden. Danke !
Gesa
Gesa
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usino (Archiv)
- Beiträge: 198
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Ein Plädoyer fürs Jammern
Hallo Ingeborg, danke für deine Worte, die mir auch aus der Seele gesprochen haben.
Ich möchte noch etwas ergänzen. Bei einem Patientenseminar der Uniklinik Mainz zum Thema Vaskulitis vor ein paar Wochen sprach auch eine Psychologin, die auf den Zusammenhang zwischen Entzündungsprozessen im Körper und Depressionen hinwies. Es scheint also nicht so zu sein, dass wir depressiv verstimmt sind, weil wir mit der Krankheit, den Reaktionen der Umwelt usw. nicht fertigwerden, sondern die erhöhten Entzündungswerte beeinträchtigen direkt bestimmte Botenstoffe, wodurch eine Depression ausgelöst wird. Ich habe versucht, dazu etwas zu recherchieren, aber die Berichte waren mir oft zu wissenschaftlich in ihrer Begrifflichkeit. Halbwegs kapiert habe ich, dass bestimmte Antidepressiva auch antientzündlich wirken können.
Die Psychologin hat uns Patienten jedenfalls ausdrücklich ermutigt, therapeutische Hilfe anzunehmen.
Ich denke zumindest drüber nach!
LG Usino
Ich möchte noch etwas ergänzen. Bei einem Patientenseminar der Uniklinik Mainz zum Thema Vaskulitis vor ein paar Wochen sprach auch eine Psychologin, die auf den Zusammenhang zwischen Entzündungsprozessen im Körper und Depressionen hinwies. Es scheint also nicht so zu sein, dass wir depressiv verstimmt sind, weil wir mit der Krankheit, den Reaktionen der Umwelt usw. nicht fertigwerden, sondern die erhöhten Entzündungswerte beeinträchtigen direkt bestimmte Botenstoffe, wodurch eine Depression ausgelöst wird. Ich habe versucht, dazu etwas zu recherchieren, aber die Berichte waren mir oft zu wissenschaftlich in ihrer Begrifflichkeit. Halbwegs kapiert habe ich, dass bestimmte Antidepressiva auch antientzündlich wirken können.
Die Psychologin hat uns Patienten jedenfalls ausdrücklich ermutigt, therapeutische Hilfe anzunehmen.
Ich denke zumindest drüber nach!
LG Usino