blind durch Vaskulitis??

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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elke (Archiv)
Beiträge: 8
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

blind durch Vaskulitis??

Beitrag von elke (Archiv) »

Hallo,

ich bin zufällig auf dieses Forum gestoßen, weil mein Vater seit Monaten mit Schmerzen und Beschwerden kämpft (alles deutete auf eine Arthrose der HWS hin), nun seit 10 Tagen im Krankenhaus liegt und nun Verdacht auf Vaskulitis besteht. Vor ungefähr zwei Wochen bekam er Sehstörungen auf einem Auge und seit drei Tagen ist er auf diesem Auge blind. Kann das so schnell gehen?? Er bekommt jetzt hochdosiert Cortison, um das andere Auge zu schützen und die Angst ist groß. Die Diagnose steht auch noch nicht; gibt es überhaupt eine hundertprozentige Diagnose und welche Untersuchungen sind dafür notwendig?
ingrid-anna (Archiv)
Beiträge: 81
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: blind durch Vaskulitis??

Beitrag von ingrid-anna (Archiv) »

Hallo Elke, da bisher noch keine Antwort auf Deine Anfrage eingegangen ist, versuche ich Dir weiterzuhelfen. Ich Dir mal auf die schnelle von "Rheumanet.org" nachfolgendes rein kopiert:



"Eine gut diagnostizierbare und gefürchtete Komplikation der Arteriitis temporalis, insbesondere bei unbehandelten Patienten, ist eine Augenbeteiligung, vornehmlich infolge einer ischämischen Optikusneuritis. Diese kann bei manchen Patienten zu einer schwerwiegenden Visussymptomatik, sogar einer plötzlich einsetzenden Blindheit, führen (9). Die meisten Patienten klagen jedoch monatelang über subjektive Kopf- oder Augenbeschwerden, bevor eine Augenbeteiligung zu objektivieren ist. Eine auf solche Symptome ausgerichtete Aufmerksamkeit und ein rechtzeitiger Beginn einer angemessenen Therapie (s. u.) kann diese Komplikationen verhindern.

Die Diagnose der Arteriitis temporalis kann oft bereits klinisch durch das klassische Bild mit Fieber, Anämie, hoher Blutsenkungsgeschindigkeit mit oder ohne Symptome einer Polymyalgia rheumatica bei Patienten über 60 Jahre gestellt werden. Verifiziert wird die Diagnose durch eine Biopsie der Temporalarterie. Da die Beteiligung des Gefäßes segmental verlaufen kann, kann die Diagnose bei einer Routinebiopsie verpaßt werden; aus diesem Grund werden Stufenschnitte der Biopsien empfohlen. Wenn die Temporalarterien klinisch normal erscheinen, aber ein hoher Verdacht auf eine Arteriitis temporalis besteht, kann eine Biopsie von mehreren Zentimetern Länge erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen."



Die gesamte Info liest Du Dir am besten unter dem Link:



http://www.rheumanet.org/content/m4/k4/Artikel1163.aspxx



durch.



Mit der hochdosierten Cortisonbehandlung wird Dein Vater auf jeden Fall derzeit richtig behandelt.



Ich wünsche ihm alles Gute und liebe Grüsse

ingrid-anna
PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv)
Beiträge: 714
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: blind durch Vaskulitis??

Beitrag von PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv) »

Hallo Elke, leider kann das in der Tat so schnell gehen und man muss sagen, dass trotz der Behandlung in den allermeisten Fällen, das Augenlicht nicht wiederkommt. Man muss jetzt in der Tat alles tun, um das andere Auge zu schützen. Aber ich nehme an, die sog. Verschleißbeschwerden der HWS waren mit Sicherheit eine begleitenden Polymyalgia rheumatica.

Alles Gute!

PD Dr Eva Reinhold-Keller
elke (Archiv)
Beiträge: 8
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: blind durch Vaskulitis??

Beitrag von elke (Archiv) »

herzlichen dank für die antworten, ich bin jetzt voll im bilde über diese krankheit, auch dank ihres buches, fr. dr. keller. vielen dank, es ist sehr hilfreich.

alles gute für alle,

elke
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