Guten Tag zusammen
Ich zögerte lange um diesen Bericht zu schreiben, denn ich habe offiziell keine Vaskulitis – denke aber, das die Geschichte trotzdem für einige von euch interessant sein könnte.
Kurzform:
Pneumologie
- Diagnose: Schweres eosinophiles Asthma bronchiale
- Differenzialdiagnose: eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA/CSS)
HNO
- akute Polysinusitis, chronische Sinusitis maxillaris
Kardiologie
- diastolische Dysfunktion
Allergologie
- keine Allergien
Bauchzentrum
- Vd.a. gastroesophagealen Reflux
Ab Februar 2014 hatte ich einen hartnäckigen Husten, der sich bis in den Sommer verschlimmerte. Als zusätzlich Schleimauswurf und Hustenanfälle dazu kamen, ging ich zu meinem HA und erhielte die Diagnose Asthma, welches aber für mein Alter (58) und Vorgeschichte „nicht normal“ sei. Das kleine Blutbild zeigte keine Auffälligkeiten. Ich bekam Asthmamedis für einen Monat und die Symptome verschwanden. Im Oktober kam das Asthma wieder stärker zurück und die Ärztin der ambulanten Notklinik – mein HA ist in der Zwischenzeit in den Ruhestand getreten – kam zum gleiche Ergebnis wie mein HA, es gibt keine Erklärung für das Asthma (Blutwerte waren wieder unauffällig). Nun hatte ich wieder meine Asthmamedis, die Symptome gingen aber nie mehr ganz weg. Im Juni 2015 hatte ich eine Anfall mit Atemnot, konnte kaum noch 20 Schritte machen ... Mein HA verordnete mir Ventolin zu inhalieren und vereinbarte einen Termin im September mit der Pneumologie für Lungentest. Diese behielten mich Notfall massig 6 Tage mit den Diagnosen:
(wer nicht an medizinischen Daten interessiert ist, kann den Abschnitt überspringen)
akute respiratorische Partialsuffizienz bei schwergradiger obstruktiver Ventilationsstörung, V.a. exazerbiertes Asthma bronchiale, Bronchiolitis. Das Differenzialblutbild zeigte auffallende Werte bei den Leukozyten (12.8G/L, Norm 3.5-10.5), neutrophile Granulozyten (9.05G/L, Norm 1.6-7.4), eosinophile Granulozyten (1.15G/L, Norm 0.02-0.4), IgE (88kU/L, Norm < 70), IgE Sub4 (1.47g/L, Norm 0.08-1.4) und p-ANCA Myeloperoxidase (51.9U/ml, Norm <5).
Lungenfunktion FEV1: 0.83L (Norm 3.3) und FeNO 146ppb (Norm < 10).
Durch den Verdacht der EGPA wurden zwischen Oktober und Dezember 2015 zwei CTs der Lunge durchgeführt mit dem Ergebnis Bronchiektasen, vollständig regrdiente Infiltrate, eine echokardiographische Standortbestimmung mit diastolysiche Disfunktion und durch die HNO ein CT NNH akute Polysinusitis maxillares et frontalis et sphenoidalis sinistra (Nasennebenhöhleentzündung mit Polypen). Drei Biopsien ergaben keine erhöhten EOS-Werte (Haut, Nase, Darm). Die allergologische Beurteilung schliesst eine Aspirin-/NSAR-Intoleranz aus und bei den Hauttests mit verschiedenen Aeroallergenen konnte keine Sensibilisierung gefunden werden – was ein allergisches Asthma eher ausschliesst.
Während der ganzen Zeit musste ich Kortisontabletten (Spiricort 12.5-40mg, Blut) und Kortisonsprays (Quar 800mcg, Lunge / Avamys 27.5mcg, Nase) nehmen. Zusätzlich zum Erhalt der langfristigen Lungenfunktion Oxis (12mcg), Spiriva (18mg) und Montelukast (10mg).
Auch mit z.T. hohen Kortison-Dosis konnten die Entzündungsfaktoren nicht gesenkt werden und die Asthmaanfälle traten immer wieder auf. Durch die Zulassung von Nucala (Mepolizumab) für schweres eosinophiles Asthma 2016 erhalte ich als Zusatztherapie alle 4 Woche eine Spritze. Ich verspürte keine Nebenwirkungen Das neue Medikament dürfte für alle interessant werden, die erhöhte EOS (EGPA/HES/usw.) haben.
Heute geht es mir ganz gut. Zu anderen Patientengeschichten wurde bei mir relativ schnell der Verdacht von EGPA gestellt und auch systematisch untersucht. Da bis heute alle Biopsien auf erhöhte EOS im Gewebe negativ waren, fehlt bis heute eine definitiv Diagnose, was jedoch nicht weiter schlimm ist, solange der Verdacht nicht weiter als DD in den Dokument aufgeführt wird. Was ich weiter festgestellt habe, ist dass man persönlich alle Berichte und Untersuchungsergebnis schriftlich sammeln sollte. Da meisten verschiedene Ärzte im Verlaufe der Zeit involviert sind und sie nicht immer alles kennen (oder lesen), kann man auch auf eine „Fehldiagnose“ reagieren und sie belegen.
So nun wünsche ich alle eine gute Zeit und möglichst wenige Symptome.
Dany
Krankengeschichte eosinophiles Asthma/EGPA
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Dany_CH (Archiv)
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Frosch (Archiv)
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Re: Krankengeschichte eosinophiles Asthma/EGPA
Damke Dany,
dank deinem Bericht über Mepolizumab gegen eosiniphiles Asthma habe ich herausgefunden, dass es eine Alternative gibt, sollte ich meine Allergien nicht mit Meidung, Ernährung und Antihistaminika in Griff kriegen, Anti-IGE Antikörper - Omalizumab.
Ich brauche es - hoffentlich noch lange - nicht, aber es ist gut zu wissen.
dank deinem Bericht über Mepolizumab gegen eosiniphiles Asthma habe ich herausgefunden, dass es eine Alternative gibt, sollte ich meine Allergien nicht mit Meidung, Ernährung und Antihistaminika in Griff kriegen, Anti-IGE Antikörper - Omalizumab.
Ich brauche es - hoffentlich noch lange - nicht, aber es ist gut zu wissen.
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Dany_CH (Archiv)
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Re: Krankengeschichte eosinophiles Asthma/EGPA
Hallo Frosch
herzlichen Dank für deine Info!
Nach meiner Kenntnis ist Omalizumab (auch) für ein allergisches Asthma - darum gegen IgE gerichtet (ich hatte nur einmal leicht erhöhte IgE-Werte, allergische Asthma wurde bei mir "eher" ausgeschlossen). Mepolizumab richte sich gegen den Botenstoff IL-5, welcher das Wachstum von den EOS verhindern soll.
Es gibt eine neue Studie, welche interessant sei könnte;
Omalizumab to Mepolizumab Switch Study in Severe Eosinophilic Asthma Patients
Herzliche Grüsse
Dany
herzlichen Dank für deine Info!
Nach meiner Kenntnis ist Omalizumab (auch) für ein allergisches Asthma - darum gegen IgE gerichtet (ich hatte nur einmal leicht erhöhte IgE-Werte, allergische Asthma wurde bei mir "eher" ausgeschlossen). Mepolizumab richte sich gegen den Botenstoff IL-5, welcher das Wachstum von den EOS verhindern soll.
Es gibt eine neue Studie, welche interessant sei könnte;
Omalizumab to Mepolizumab Switch Study in Severe Eosinophilic Asthma Patients
Herzliche Grüsse
Dany
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Dany_CH (Archiv)
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Re: Krankengeschichte eosinophiles Asthma/EGPA
Hallo zusammen
hier einen Kurzbericht zur Zusatztherapie Nucala (Mepolizumab):
Am 3. August 2016 habe ich die erste Spritze erhalten - Ende November die 5. Spritze. In diesen 4 Monaten konnte ich das Kortison (Spiricort - prednisolone) von 15 mg auf 7,5 mg senken (vorher musste ich immer wieder die Dosis erhöhen und die kritische Grenze lag um 12,5 mg) und - ich hatte keine Asthmaanfälle mehr
Keine Besserung gab es bei Sinusitis und Reflux - was auch nicht zu erwarten war.
Ich wünsche allen eine gute Zeit mit möglichst wenig Beschwerden
Dany
hier einen Kurzbericht zur Zusatztherapie Nucala (Mepolizumab):
Am 3. August 2016 habe ich die erste Spritze erhalten - Ende November die 5. Spritze. In diesen 4 Monaten konnte ich das Kortison (Spiricort - prednisolone) von 15 mg auf 7,5 mg senken (vorher musste ich immer wieder die Dosis erhöhen und die kritische Grenze lag um 12,5 mg) und - ich hatte keine Asthmaanfälle mehr
Keine Besserung gab es bei Sinusitis und Reflux - was auch nicht zu erwarten war.
Ich wünsche allen eine gute Zeit mit möglichst wenig Beschwerden
Dany
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Frosch (Archiv)
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Re: Krankengeschichte eosinophiles Asthma/EGPA
Ich verwende gegen den vermutlich allergischen Paukenerguss einen Nasenspray mit einer Mischung aus Antihistaminikum und Kortison. Es hilft.