Hirntod -sicher diagnostiziert?

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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S. (Archiv)
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Hirntod -sicher diagnostiziert?

Beitrag von S. (Archiv) »

Wie schwierig die Diagnose eines Hirntodes ist, und wie wenige Ärzte sie beherrschen, wie mangelhaft sie an deutschen Kliniken verläuft, sowie Forderungen nach einer genaueren gesetzlichen Regelung erläutert diese Sendung des dradio, abrufbar über:



http://www.deutschlandfunk.de/medizin-die-untoten.740.de.html?dram:article_id=305199
Hartmut (Archiv)
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Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Hirntod -sicher diagnostiziert?

Beitrag von Hartmut (Archiv) »

Tolle Sendung,



ich glaube nicht das eine gesetzliche Regelung bzw. Änderung zum Wohle des Patienten getroffen wird !



Mit Hirntoten Organspendern lässt sich viel zu viel Geld verdienen !



"Hirntod ist nicht der Biologische Tod"



LG. Hartmut
Ingeborg
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Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Hirntod -sicher diagnostiziert?

Beitrag von Ingeborg »

Wenn man bedenkt, dass das Kriterium "Hirntod" aus Anlaß der Transplantationsmedizin festgelegt wurde, ergibt sich allein dadurch ein Widerspruch. Es können nur "lebende" Organe transplantiert werden, weil tote Organe niemandem nutzen würden.

Außerdem fand man nach der Organentnahme schon so manchen "Toten" mit schmerzverzerrtem Gesicht. So geht man halt dazu über, dem "Toten" vor der Entnahme Schmerzmittel zu verabreichen. Aus Barmherzigkeit, versteht sich.

Von den menschlichen Unzulänglichkeiten ganz zu schweigen. Wie ich las, ist bei Nachprüfungen festgestellt worden, dass selbst die festgelegten Untersuchungsmethoden, die Kriterien zum Hirntod in reichlicher Anzahl nicht eingehalten werden oder z.B. Schlafmittelgaben, die einen (Hirn-)Stillstand vortäuschen, übersehen wurden.



Zu keinem der hier genannten Gedanken würde eine gesetzliche Regelung weiterhelfen, sofern sie nicht besagt, dass ohne Tod des Patienten, der nicht anhand des Hirntodes festzustellen ist, keine Organe entnommen werden dürfen o.ä. Die Neudefinition dafür, wann ein Mensch tot ist, würde so manche Mediziner wohl vor Akzeptanz-Probleme stellen. Für die Transplantationsmediziner blieben immerhin Entnahmen auf freiwilliger Basis. "Uns" tangiert es ohnehin nicht: entweder sind Organe mangels Durchblutung oder wegen Vergiftung durch Medies hin.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
lila (Archiv)
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Re: Hirntod -sicher diagnostiziert?

Beitrag von lila (Archiv) »

Hallo Ingeborg,



soweit ich weiß, wird vor der Organentnahme bei weitem nicht immer ein Schmerzmittel verabreicht, zumindest in Deutschland. In der Schweiz wird es typischerweise in Narkose gemacht.



Ich habe mir sogar, sollte ich mir mal einen Urlaub leisten können, für mehrere Staaten vorgefertigte Formulare ausgedruckt, die ich vorsorglich in den Urlaub mitnähme. Darin widerspreche ich der Organentnahme. Man kann sich zusätzlich seinen Widerspruch in einigen Staaten in einer Datenbank hinterlegen lassen.



In Österreich, Spanien und vielen anderen Staaten muss keine Zustimmung zur Entnahme eingeholt werden, wenn man dort verstirbt.



Es hat sich teilweise schon ein richtiges Geschäft entwickelt, in der Form, dass bei Unfällen gleich ein extra Krankenwagen mit anrollt, der die Beute (böse ich weiß) zügig abtransportiert.(Habe ich zumindest über Spanien so gelesen - und Geld regiert ja die Welt)







Ob die Angehörigen ohne den vorherigen Widerspruch des Verstorbenen ein Mitspracherecht haben, weiß ich nicht.



Ein Mensch, dem Organe entnommen werden sollen, muss ja noch leben, ein toter Organismus zerfällt so schnell, dass die Organe vielleicht nicht mehr transplantiert werden können. Daher ist das Interesse an einer Neudefinition logischerweise eher mau.



Die Vorstellung, dass jemandem, aber besonders einer Person, die mir nahesteht, Organe entnommen werden und nicht 100%ig sicher ist, dass er/sie nicht mehr leidet, ist grausig.



Ich frage mich, wie an der OP Beteiligte, das überhaupt vor sich rechtfertigen bzw. aushalten können?



Grüße, Lila
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