Alles ein Kampf

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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fallacy1978 (Archiv)
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Alles ein Kampf

Beitrag von fallacy1978 (Archiv) »

Oh Mann ich kann langsam nicht mehr...als wäre es nicht schon schlimm genug eine Diagnose wie Wegener zu bekommen, die Schmerzen und Beschwerden, dass sich die Freunde zurück ziehen und nicht mehr melden, Familie einen nicht versteht, man seiner geliebten Arbeit nicht mehr nachgehen kann und den Wunsch nach Kindern aufgeben muss usw...mit all dem soll man fertig werden und dann legen einem die Ärzte auch noch immer Steine in den Weg.

Ich hab langsam keine Kraft mehr :-(



Seit einer Woche habe ich wieder furchtbare Schmerzen an den Augen und sehe auch wieder verschwommen. Morgens brennende Augen wie Hölle und sind verklebt. Hab jetzt über ne Woche gewartet weil mein Augenarzt eh nie was macht. Hab Euphrasia rein und Hylo Vision Gel 5 mal am Tag aber nichts bringt was. Vor kurzem habe ich bei der Krankenkasse Augenärzte angefragt die sich mit Morbus Wegener auskennen, da sich mein Augenarzt ja absolut nicht auskennt und auch nicht mal in die Klinik überweist wenn er nicht weiter weiss. Tja nur leider will mich keiner nehmen. So bald Sie erfahren was ich hab, können sie mich nicht nehmen.

Ich bin dann Heute Notfallmässig zu einem anderen und das erste was er wieder gesagt hat als er meine Unterlagen gelesen hat, ich kann Sie jetzt kurz Behandeln aber in Zukunft auf keinen Fall nehmen ich bin zu Voll. Ich hab dann gefragt Ja wann könnten Sie mich den nehmen? Er: Frühestens in 6 Monaten oder so. Dann beim rausgehen sagt er plötzlich nochmals. Tut mir Leid aber ich kann Sie gar nicht nehmen, ich bin einfach zu voll für so eine Krankheit. Na Toll was kann ich dafür wenn ich so einen Mist habe? :-(

Jeder Augenarzt der Ahnung hätte lehnt mich ab und mein jetziger muss mich behalten weil ich vor der Krankheit schon Patient war, aber dementsprechend werde ich behandelt. Als wäre ich einfach nicht erwünscht und koste Ihn nur Zeit und Geld.



Wenigstens konnte ich den Arzt Heute noch überreden, dass er ein Notfallfax nach Heidelberg an die Uveitis schickt. Aber für alles weitere soll ich wieder zu meinem Augenarzt. Kann aber wohl paar Tage dauern bis Heidelberg sich meldet.

Immer so ein Kampf und keiner der mal für mich wo anruft oder mit den Ärzten redet wenn es mir nicht gut geht.



Sorry fürs auskotzen, aber ich hab einfach so ne Wut.
kala (Archiv)
Beiträge: 82
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von kala (Archiv) »

Hallo fallacy1978,

das tut mir ja schon beim Lesen weh. Ich fühle mit Dir!

Ich habe überlegt und denke, dass die Uni-Kliniken doch Augenabteilungen haben. Wenn Dich Dein Hausarzt(!), auf keinen Fall Dein inkompetenter Augenarzt, überweist, besteht doch die Möglichkeit, dort einen Termin zubekommen. Und wenn Du dort erst mal im System bist, fragst Du nach jedem Besuch dort wieder nach dem nächsten Termin. Wartezeiten gibts natürlich auch, aber sie können Dich nicht ablehnen.

Auch falls die nächste Uni-Klinik weit weg liegen sollte, hast Du eine Chance, endlich mal durchgehend behandelt zu werden. Und in der Notfallambulanz kannst Du Dich dort vorstellen, wenn Du sofort einen Kompetenten Arzt benötigst.

Wegschicken dürfen sie Dich nicht und vielleicht findet sich ein Arzt, der auch an Deinem "Medizinischen Fall" Interesse hat!

Ich schicke Dir Kraft...

Viele Grüße, kala
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von Ingeborg »

Hallo fallacy,

das ist das Dilemma allgemein. Sehr traurig, dass es in dem so gelobten Gesundheitssystem bundesweit sowieso zu wenig intern. Rheumatologen gibt, sich von denen wiederum auch nur wenige mit Vaskulitis pp. auskennen. Ganz zu schweigen von den übrigen Fachärzten. Meiner Ansicht nach sind sie aber verpflichtet, den Patienten an entsprechend kundige Ärzte oder Zentren weiterzuleiten, die dann aber meist nicht gerade im näheren Umkreis zu finden sind.

Ich frage mich jedoch gleichzeitig, ob das Bemühen des Augenarztes so aufwendig ist. Es gilt doch nur, entsprechende Untersuchungen nach Augenentzündungen, die bei Autoimmunerkrankungen (Rheuma) vorkommen können, durchzuführen und evtl. Cortison zu verschreiben. Das bedarf nicht viel Zeit. Die Kontrolle der Medies übernimmt dann doch in der Regel der Rheumatologe.

Wenn Deine Augenbeschwerden einen rheumatologisch-immulogischen Hintergrund haben, lasse Deine Medies mal überprüfen. Außerdem: könntest Du nicht Augenpatientin in der Ambulanz der Uni Heidelberg werden?

Paß gut auf Dich auf!

Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Dana (Archiv)
Beiträge: 246
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von Dana (Archiv) »

Hallo fallacy,



da werde ich schon beim Lesen wütend! Was haben die Augenärzte für ein Problem, ausser das sie sich wahrscheinlich mal schlau machen müssen? Ihr zur Verfügung stehendes Budget wird durch chron. Kranke nicht belastet.



Ich würde mich bei meiner Krankenkasse beschweren, wo sind wir denn hier?



Ist die Klinik in Heidelberg weiter weg von dir?



Tut mir echt leid für dich!!!



Halt durch!



Alles Liebe!

Dana
fallacy1978 (Archiv)
Beiträge: 216
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von fallacy1978 (Archiv) »

Hallo Ihr,



Ich bin jedes halbe Jahr in Heidelberg wegen dem Auge.

Es ist so 1 1/2 Stunden mit dem Auto.

Wenn Zwischendurch was ist dann soll mich mein Augenarzt als Notfall nach Heidelberg überweisen. Er schaut aber nicht mal richtig die Augen an. Wegen dem hab ich ja auch damals 2 Dioptrien verloren weil er immer gesagt hat wäre nur Bindehautentzündung und immer wieder kortison und Abtibiotika Tropfen verschrieben hat, über Wochen und nie den Augendruck gemessen. Der dann bei über 30 war. Er überweist mich auch nicht weiter. Sagt immer nur da wäre nichts. Augendruck war letztes mal 22. sagt er auch wäre ok.

Deshalb will ich ja unbedingt zu einem anderen. Aber die Sagen alle sie können mich nicht nehmen.

Hab eigentlich auch keine Kraft schon wieder bei der Krankenkasse anzurufen

Hab erst letzte Woche angerufen wegen Kostenübernahme vitamin d. Mein Wert ist viel zu niedrig und ich soll Vigantoöl nehmen was ja Verschreibungspflichtig ist. Krankenkasse sagt ist Nahrungsergänzung obwohl ich Kortison nehme. Tja ok Zahl ich eben alles selbst. Blutabnahme und Medis.

Ich habe das Gefühl ich mache alles falsch und es muss irgendwie an mir liegen , aber weiß aber auch nicht was ich noch anders machen soll.
Hartmut (Archiv)
Beiträge: 1674
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von Hartmut (Archiv) »

Entweder dein Augenarzt weist dich ein oder Beschwerde Landes Ärztekammer

Das sitzt !

LG.HARTMUT
fallacy1978 (Archiv)
Beiträge: 216
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von fallacy1978 (Archiv) »

Danke noch für eure lieben Worte.

hier wird man verstanden und aufgefangen. Danke ❤️
fallacy1978 (Archiv)
Beiträge: 216
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von fallacy1978 (Archiv) »

Hartmut der Notfallaugenarzt hat jetzt ja ein Fax an Heidelberg geschickt.

Warte jetzt bis ich kommen kann.
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von Ingeborg »

Hi fallacy,

dieser Augenarzt macht mich aber auch wütend. So jemanden braucht ja niemand, vor allen Dingen niemand, der möglicherweise eine Uveitis oder Skleritis usw. hat. Ich kenne mich mit Ambulanzen nicht aus und wer dafür eine Überweisung schreiben muß. Weiß nur, dass man als Notfall nicht abgewiesen werden darf. Also warte auf niemanden.

Eigentlich brauchst Du nur EINEN Arzt, der Deine Gedanken nachvollzieht und in Deinem Sinne handelt. Wenn Du selbst gut informiert bist, wann was bei wem notwendig ist: gibt es jemanden, den Du Dir zum Gedanken-Partner "erziehen" könntest.

Auch die Ablehnung der KK, Vit. D nicht zu übernehmen, weil´s ein Nahrungsergänzungsmittel sei, ist lediglich der Versuch, auf einen Dummen zu treffen -oder auf einen total Kraftlosen.

Ich versteh aber nicht, es wird doch das Kassenrezept von der Apotheke an die KK wegen der Zahlung geschickt. Dann "sagt" die KK, das zahlen wir nicht? Dann bist Du also zurück zur Apotheke, um es zu zahlen, oder wie?? Aber generell: Ablehnungen immer schriftlich geben lassen! Kostet alles Kraft, muß aber sein. Du mußt Deinetwegen weiterkommen. Gib nicht auf.

Oh ja, Kraft, das brauchen wir. Du wirst doch hoffentlich jemanden haben, der Dich zwischendurch wieder aufbaut und Dich unterstützt und mal etwas für Dich übernimmt. Das kann ein läppisches Telefongespräch sein, für das man mitunter schon keine Kraft mehr hat.

LG Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Meerschwester (Archiv)
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Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Alles ein Kampf

Beitrag von Meerschwester (Archiv) »

Hi fallacy,

ich kenn das gut. Genauso ist es mir mit den Pneumologen gegangen. Sie haben mich zwar genommen, weil ich damals noch unter "Asthma" lief", aber dann haben sie mich schnell hinausgeekelt mit den entsprechenden Kommentaren wie: "Sie sind aber eine teure Patientin". "Sie sind aber eine aufwändige Patientin". Als ich zu meinem Prof. in der pneumologischen Ambulanz kam, war ich so weit, dass ich gesagt habe: Das ist der letzte Pneumologe, den ich versuche. Wenn der auch nichts ist, dann sterb ich halt. Er hat mir dann das Leben gerettet und nicht nur einmal. In den Ambulanzen findet man oft leichter einen Arzt, den die Krankheit interessiert, der sozusagen sportlichen Ehrgeiz entwickelt. Das Verhalten deiner Ärzte macht mich wütend. Sie könnten das ganze doch auch als willkommene Abwechslung zur normalen Routine sehen...

Kannst du nicht mal mit den Leuten in der Ambulanz reden, ob du nicht ganz dort behandelt werden kannst?

Was das Vitamin D angeht, so bekomme ich Dekristol. Das wird von der Kasse bezahlt.

Ganz herzliche Grüße und gib nicht auf!

Meerschwester
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