Erwartungen an Reha

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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Maxima (Archiv)
Beiträge: 224
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Erwartungen an Reha

Beitrag von Maxima (Archiv) »

Hallo zusammen,



zum Thema Reha ist ja hier schon das ein oder andere geschrieben worden. Mich interessiert wer von Euch hat schon mal eine Reha gemacht hat, welche Erwartungen hattet ihr und welche sind erfüllt worden.

Ich wußte nicht was ich erwarten sollte und wollte mich einfach mal drauf einlassen. Also bin ich nach BB (Wunsch Erfüllung).

Na ja meine Leistungsfähigkeit war nicht sehr groß und die Wege ewig weit.Gefallen haben mir die Schulungen, so habe ich doch einiges mehr über die Krankheit Vasculitis erfahren. Was mir aufgefallen ist, das die an unterschiedlichen Vasculiden erkrankten Patienten einen großen Gesprächsbedarf über ihre Krankheit hatten. Gewünscht hätte ich mir Gespräche die mich persönlich betreffen, mein Umgang mit der Krankheit usw.Ich habe an z.B. an Krafttrainig teilgenommen und hatte die Fragen, wie weit darf/soll ich an Grenzen gehen, kann ich damit eine Leistungssteigerung erreichen.Und so geht es weiter z. B. was kann oder soll man im Alltag tun um leistungsfähiger zu sein oder zu werden.Es gibt viele Fragen und die kann nur ein Arzt mit Vasculitis Erfahrung beantworten.Die uns betreuenden Rheumatologen im Alltag haben keine Zeit, Psychologen nicht das nötige medizinische Wissen. Welche Gedanken und Erfahrungen habt ihr gemacht.



Liebe Grüße Maxima
Hartmut (Archiv)
Beiträge: 1674
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von Hartmut (Archiv) »

les mal die Zeilen von Ralf N dann weist Du was auf dich zukommt



LG. Hartmut
SiMONE00 (Archiv)
Beiträge: 991
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von SiMONE00 (Archiv) »

Hallo Maxima,

gehst du in einer Reha für spez.rheumatolog. Erkrankungen?

Wenn nicht, da wird man wohl nicht auf die Vaskulits eingehen da "Neuland" für viele Ärzte?!



Ich war vor 2 J. in einer Reha bzgl. meines VU, vorher habe ich wieder gelernt zu laufen. Hatte einen komplizierten Beckenbruch und war 2 1/2 Mo. im Rollstuhl.

War quasi nur noch zum Muskelaufbau, Leistungsfähigkeit, Arbeitsmarkt.



Ich hatte ein straffes Programm, Gerätetraining, Bewegungsbad, Krankengymnastik.

Bzgl. der Vaskulitis war ich nicht da und dieses war auch in den Hintergrund gerückt.



Ansonsten würde ich an deiner Stelle ganz direkt nach so einer Reha Einrichtung für solche Erkrankungen suchen. Denn nur so ist es gewährleistet das es evtl. auch solche Schulungen gibt.



Gute Besserung



LG Simone
Maxima (Archiv)
Beiträge: 224
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von Maxima (Archiv) »

Hallo Hartmut und Simone00



vielleicht habt ihr es überlesen, aber ich war zur Reha in BB. Bin vor 1 Woche zurück gekommen. So negative Erfahrungen wie Ralf N habe ich nicht gemacht, aber wirklich gebracht hat es mir auch nichts, außer den Schulungen.vielleicht waren meine Erwartungen falsch oder zu hoch?? Ich weiß es nicht. Darum würde mich ganz allgemein Eure Reha Erfahrung interressieren.



Liebe Grüße

Maxima
SiMONE00 (Archiv)
Beiträge: 991
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von SiMONE00 (Archiv) »

Hallo okay.

Bei mir war es so das mir die Reha nicht so viel gebracht hat wie dann das ständige Geräte Training bei mir vor Ort.

Ich bin humpeln in die Reha und auch wieder so raus.

Also ich selber mache sicher keine Reha mehr.
Hartmut (Archiv)
Beiträge: 1674
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von Hartmut (Archiv) »

Hallo Maxima

Hab keine Reha gemacht , hab ich abgelehnt.

LG. Hartmut
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von Ingeborg »

Hi Maxima, im Grunde kann man bei jeder Reha, die man wegen seiner Vaskulitis macht, gar keine Erwartungen haben bzw. stellen, denn es gibt bei dieser Erkrankung keine Wiederherstellung der Gesundheit. Somit gibt es auch keine Reha-Einrichtung für Vaskulitis-Erkrankte. Bestenfalls, aber selten, hat man (in einer meist Rheuma-Klinik) einen ärztl. Ansprechpartner, der schon mal was von Vaskulitis gehört hat und die Maßnahmen individuell nach dem jeweiligen Kräftezustand zu dosieren versteht, außerdem selbständig und unabhängig denkt -oder man hat als Ersatz nette Mitpatienten;-)) Die gute Patientenschulung in BB positiv eingeschlossen.

Ich persönlich setze mich solch einem Glückspiel nicht aus und habe das Glück, dass keine Behörde es mehr von mir fordert.

LG Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Reni02 (Archiv)
Beiträge: 95
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von Reni02 (Archiv) »

Hallo Maxima,

ich habe hier schon öfter geschrieben dass mir die REHA in BB sehr gut getan hat. Was mir wichtig erschien, man hat hier Anleitung bekommen, wie gehe ich mit der Krankheit um im Alltag oder im Beruf, auf was muss ich besonders achten, wie weit kann ich meinen Körper sportlich belasten, Ernährung u.s.w

Die Patientenschulungen sind hier klasse. Natürlich ist das keine Kur, auch Schmerzen, Schlappheit und Übelkeit .....halt die Krankheit bleibt, da darf man keine falschen Erwartungen haben.

Was ich auch gut fand, wenn man spezielle Probleme hat oder wissen will, habe ich die richtige Therapie von meinem Rheumatologen, kann man einen Termin bei einem der Ärzte aus der Klinik vereinbaren. Und bei Bedarf kann man auch gleich nach der REHA oder bei Not am Mann sofort in die Klinik ziehen, wo alle notwendigen Untersuchungen gemacht werden.

LG Reni
Ralf N (Archiv)
Beiträge: 435
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von Ralf N (Archiv) »

Hallo Maxima,

ja, ich bin aufrecht in die Reha rein und in weitaus schlechterem Zustand wieder raus.

Meine Erwartung war dass ich unter fachkundiger Anleitung (BB hat Forschung und Akutstation Vasku, Neurologie und Orthopädie) wieder so laufen lernen könnte wie es vor der Krankheit war.

Die mehr als 10 kg Gewichtsverlust durch die Krankheit(leider kein Fett dabei) ein wenig rückgängig machen und was über die Krankheit lernen.

Der Arzt machte von Anfang an einen sehr hektischen und uninteressierten Eindruck, blätterte kurz durch den von mir ausgefüllten Fragebogen und verblüffte mich dann mit einem 'Na ja, Diagnostik machen wir hier ja nicht'. Klickerte dann auf seinem Computer herum und setzte in irgendeinem Formular seine Kreuze.

Dann bekam ich einen Plan in den Briefkasten mit allerhand aktiven Anwendungen und Schulungen. Sozialer Dienst, wenige Vasku - Schulungen und keine passiven Maßnahmen mit Ausnahme einer Massage.

Leider hatte ich schon nach den ersten Tagen starke Schmerzen beim Laufen (Füsse, Knie und Hüfte). Nach der Hallen gymnastik auch in beiden Schultern. Bei der Visite nahm der Arzt davon Kenntnis und behauptete das sind Degenerations - und Alterserscheinungen, da kann man nichts machen, ich müsse mehr trainieren.

Hab ich versucht, wurde aber immer schlimmer.

Hatte um freies Ausdauertraining gebeten - bekam freies Krafttraining. Da das erst ab 20 Uhr möglich war fiel das sowieso weg, da war ich viel zu kaputt und wegen der Schmerzen beim Laufen ging eh kaum noch was schon gar nicht der weite Weg zum Kraftraum (Das Krückentaxi fährt ja auch nur bis 18:00 Uhr).

Die Schulter schmerzen seien ein Impingementsyndrom, da könne man nichts machen.

Als der Arzt mir dann noch eröffnete dass eine Erwerbsminderungsrente bei der Diagnose (GPA)grundsätzlich nicht möglich sei, ich sei voll 'verfügunsfähig für den Arbeitsmarkt, es gäbe ja noch Pförtnrtstellen' brach für mich meine ganze Motivation zusammen und ich bekam sehr heftige depressive Anfällr, konnte Nachts kaum noch schlafen und wurde von Ängsten und düsteren Gedanken geplagt.

Und die Moral von der Geschicht: Reha für Vasku gibt es nicht!

Nur Standaerdprogramme um die PAtienten so schnell als möglich zur Arbeit zurückzutreiben ohne die RV zu belasten.

So, mehr Schreiben schaffe ich im Moment nicht, später dann mehr.

LG

Ralf
moskito (Archiv)
Beiträge: 74
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Erwartungen an Reha

Beitrag von moskito (Archiv) »

Hi Maxima,



ich habe mal - unmittelbar nach Diagnose meiner RZA - eine Anschlussheilbehandlung gemacht, in der Karl-Aschoff-Klinik in Bad Kreuznach. Spezialisiert ist man dort eigentlich auf orthopädische Reha (auch Rheuma), war allerdings dabei, vermehrt Kollagenose-Patienten aufzunehmen. Die Kollagenose-Spezialistin hatte aber auch ne Menge Ahnung von Vaskulitis, also auch RZA und so wurde mir dort bzgl. des Krankheitsbildes und dem Umgang mit der Krankheit durchaus geholfen.

Aber ich bekam die Standard-Behandlung: Krankengymnastik, Krafttraining, Bewegungsbad. Andererseits wurde meinen Zusatz-Wünschen weitgehend entsprochen - Ernährungsberatung, Sozialarbeiterin, Entspannungstraining usw.



Als ich dort war, waren außer mir noch zwei weitere RZA-Patientinnen dort, aber das war wohl ein großer Zufall. Unsereins ist dort mit seiner Krankheit wohl eher allein. weshalb ich es für Vaskulitis-Patienten nicht zwingend empfehlen würde. Trotzdem bin ich sehr zufrieden heimgekehrt und sollte bei mir mal wieder Reha anstehen, werde ich mich wieder in die Karl-Aschoff-Klinik begeben.



Gruß moskito
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