Leicht ist es nicht, neue Antibiotika zu finden. Schnell geht es auch nicht - die Forschung braucht Zeit, und dann müssen die gefundenen Substanzen in ausreichender Menge hergestellt und in Tier-, später in klinischen Versuchen erprobt werden.
Dass Myxobakterien deshalb eine neue Quelle für Antibiotika sein können,ist daher eine gute Nachricht. Allerdings wird es noch dauern, bis diese Erkenntnis in anwendbaren Medikamenten vorliegen wird.
Myxobakterien leben in der Erde. Wissenschaftler vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)haben in Kooperation mit US-Forschern nun drei Substanzen entdeckt, die Myxobakterien herstellen, und die gegen Bakterien wirken. Es handelt sich um Myxopyronin, Corallopyronin und Ripostatin.
Das Schöne ist, sie wirken ganz anders als herkömmliche Antibiotika. Sie blockieren das Enzym RNA-Polymerase, das für das Ablesen der Erbsubstanz sorgt. Die DNA wird abgelesen, damit sie in der Zelle kopiert werden kann. So entstehen letztlich dann neue Bakterienzellen.
Die RNA-Polymerase funktioniert wie eine Art Schere. Sie öffnet sich, und an die Scherenschenkel dockt dann die DNA des Bakteriums an.Zum Kopierprozess schließt sich die Schere dann wieder.
Die drei neu entdeckten Substanzen hindern die Schere aber dann, sich wieder zu öffnen. Der Reproduktionsprozess des Bakteriums wird also gestoppt. Es können keine weiteren Bakterien entstehen.
Die Substanzen wirken auch gegen Bakterien, die bereits multiresistent gegen viele bekannte Antibiotika sind. Allerdings, wie oben beschrieben, wird es noch eine Zeit lang dauern, bis sie - hoffentlich - als neue antibiotisch wirkende Medikamente für Patienten erhältlich sein werden.
Mehr Info:
Science (2012, Bd. 337, Nr. 6094, S. 591-595)
http://de.wikipedia.org/wiki/Myxobacteria
Myxobakterien - neue Quelle für Antibiotika
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