Selbst der einsamste Eremit der Welt ist nie allein. Er lebt mit unzähligen Mikroben zusammen, die sich auf seiner Haut, in seinen Gedärmen und Körperöffnungen tummeln. Seit einiger Zeit weiß man, dass das äußerst nützlich ist für beide Seiten. Wie ein Gastwirt, der wirtschaftlich davon profitiert, wenn seine Gäste sich bei ihm wohl fühlen und bei ihm essen, profitiert auch der Mensch von der Anwesenheit seiner Mikroben. Sie helfen ihm z.b. bei der Verdauung. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis der einzelnen Mikroben-Arten untereinander offenbar ein Indikator,aber auch ein Helfer für die Gesundheit des Menschen.
Forscher der University of Virginia wollten wissen, ob sich das Verhältnis der Mikroben in den Nasennebenhöhlen untereinander verändert, wenn Menschen mit einem Schnupfenvirus infiziert werden. Sie verglichen zwei Testgruppen miteinander. Die eine Gruppe wurde infiziert und bekam einen Schnupfen, die andere blieb gesund.
Die Forscher stellten zunächst fest, dass sich bei beiden Gruppen ein komplexes Ökosystem an Mikroben in den Nasennebenhöhlen tummelt. Sie entdeckten dann aber auch einen deutlichen Unterschied zwischen der gesunden und der infizierten Probandengruppe: Das Verhältnis von Neisseria und von Propionibakterien zum Rest der Mikroben veränderte sich.
Weitere Untersuchungen müssen nun herausfinden, ob und welche Folgen diese veränderte Zusammenstellung von Mikroben in den Nasennebenhöhlen für den Krankheitsverlauf hat. Möglicherweise ergibt sich daraus ein Ansatz für eine neue Therapie.
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http://www.microbiomejournal.com/content/pdf/2049-2618-2-22.pdf