Makrolid-Antibiotika helfen gegen Kollagenosen etc

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Frauke (Archiv)
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Makrolid-Antibiotika helfen gegen Kollagenosen etc

Beitrag von Frauke (Archiv) »

Diesen Artikel fand ich im Internet (Quelle siehe unten).

Fand ich sehr interessant und war mir neu.





Makrolid-Antibiotika wie Clarithromycin, Roxithromycin oder Azithromycin haben einen entzündungshemmenden Effekt unabhängig von der antibakteriellen Wirkung. Makrolide kumulieren in Entzündungszellen wie Granulozyten und Makrophagen (Culic et al., 2002; ) und werden so gezielt zum Ort der Gewebsentzündung transportiert. Die Produktion diverser inflammatorischer Zytokine wie IL-1, IL-6 und TNF-alpha wird durch Makrolid-Antibiotika gehemmt (Culic et al., 2002;Tamaoki et a., 2004; Ianaro et al., 2000; Khan et al., 1999; Murphy et al., 2008) . Bei der experimentellen Arthritis im Tierversuch hemmt Roxithromycin die Migration von Leukozyten in das entzündete Gelenk und die Entzündungsaktivität (Urasaki et al., 2005). Clarithromycin und Azithromycin hemmen die Produktion von inflammatorischen - (IL-6 u.a.) und fördern die Sekretion von anti-inflammatorischen (IL-10) Zytokinen durch dendritische Zellen, die mit bakteriellen Lipopolysacchariden stimuliert werden (Sugiyama et al., 2007; Ishida et al., 2007).

Clarithromycin wurde einer Gruppe von Patienten mit undifferenzierter Kollagenose gegeben und führte zu einer deutlichen klinischen Besserung (Moskowitz et al., 2006). In einer randomisierten und doppelblinden Studie an Patienten mit früher rheumatoider Arthritis wurde der immunmodulatorische Effekt von Makrolid-Antibiotika untersucht. Clarithromycin (500 mg täglich) führte zu einer gegenüber Placebo hochsignifikanten Besserung klinischer Parameter (Ogrendik et al., 2007). Eine frühere und nicht kontrollierte Studie an Patienten mit rheumatoider Arthritis führte zu einem vergleichbar guten Ansprechen (Saviola et al., 2002). Ermutigende Resultate ergaben sich auch in der Behandlung der Enteritis regionalis (M. Crohn) mit Clarithomycin (Inoue et al., 2007). Eine Fallstudie schilderte eine Verminderung des Cortisonbedarfs bei der Takayasu-Arteriitis durch Behandlung mit Clarithromycin (Yamaguchi et al., 2004).

Makrolid-Antibiotika sind daher möglicherweise auch interessant für die Therapie der Polymyalgia rheumatica. Insbesondere bei einem Anstieg der Entzündungsparameter unklarer Genese und nicht auszuschliessender bakterieller Infektion kann im Einzelfall ein Behandlungsversuch mit Clarithromycin, Roxithromycin oder Azithromycin überlegt werden.

(http://immunendokrinologie.de/html/cortison-therapie.html)
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