Sehr geehrte Frau Dr. Reinhold- Keller!
Nach meinem letzten Krankheitsschub 2004 als Wegenerpatient bekam ich im Krankenhaus 15 Bluttransfusionen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wurde in der Rheumaklinik Aachen bei der Laboruntersuchung, Eisen ( Fe ) 109 yg/dl und Ferritin 4980 yg/l gemessen. In der Rheumaklinik Bad Bramstedt wurde im Jahr 2006 wegen erhöhtem Ferritin eine Genanalyse des HFE-Locus veranlasst, die aber negativ ausfiel, eine Therapie wurde nicht veranlasst. Bei der letzten Laboruntersuchung Juni 2008 waren Eisenwerte, Fe 100 yg/dl und Ferritin 1290 yg/l. In den letzten zwei Jahren bekomme ich regelmäßig rheumatische Gelenkbeschwerden, die ich nur durch kurzzeitige Cortisonerhöhung lindern kann. In der Tageszeitung wurde ich auf zu viel Eisen im Körper aufmerksam gemacht, welches die Organe und Gelenke schädigen kann. Besteht wohl ein Zusammenhang zwischen der Wegenerschen Granulomatose und dem erhöhten Ferritin? Kann der erhöhte Ferritingehalt im Blut noch Nachwirkung der vielen Bluttransfusionen sein? Ist die Ursache meiner rheumatischen Beschwerden nicht die Wegenersche Granulomatose sondern der erhöhte Ferritinwert im Blut? Brauche ich eine spezielle Behandlung, wenn ja, welche?
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Neumann
Morbus Wegener und Ferritin
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Johannes Neumann (Archiv)
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PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv)
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Re: Morbus Wegener und Ferritin
Hallo, also per se hat ein hohes Ferritin oder hohe Eisenwerte nichts mit WG zu tun, allenfalls dahingehend, wenn die WG hoch-akut ist, ist das Ferritin erhöht und Eisen bzw. der Hb-Wert erniedrigt, weil der Körper durch die hohe allgm.Entzündung das Eisen nicht verwerten kann, also aus den Eisenspeichern (=Ferritin) "abrufen" kann..Eine gelenkschädigende Auswirkung gibt es eigentlich nur bei der Hämochromatose, wofür man den genetischen Test gemacht hat, der ja negativ bei Ihnen ausfiel. Eine andere Ursache für diese Erhöhung kann auch in einer chronischen Lebererkrankung liegen. Ob das Ganze in den vielen Bluttransfusionen vor nun schon immerhin 4 Jahren begründet liegt, kann man nicht sagen, ist aber eher unwahrscheinlich. Sie sehen meine "verzweifelten" Versuche einer Erklärung. Irgendwie riecht es doch nach einer Eisenspeicherkrankheit, also Hämochromatose. Ich frage mich, ob man den Gentest nochmal wiederholt, natürlich ändern sich Gene nicht, aber vielleicht war es damals eine Verwechslung, oder was auch immer. Wenn dazu Ihr Hb-Wert sehr hoch ist, d.h. über 17.0 muss man an Aderlässe denken. Eine andere Ursache, aber das hätten Sie ja geschrieben ist eine Nierenfunktionseinschränkung oder dass Sie Epo spritzen??
Mehr fällt mir dazu auf die Ferne jetzt nicht ein.
Alles Gute!
Priv-Doz. Dr. Eva Reinhold-Keller
Mehr fällt mir dazu auf die Ferne jetzt nicht ein.
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Priv-Doz. Dr. Eva Reinhold-Keller
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Johannes Neumann (Archiv)
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Re: Morbus Wegener und Ferritin
Sehr geehrte Frau Dr. Reinhold-Keller!
Dankeschön für Ihre ausführliche und verständliche Antwort. Da bei mir die Wegenersche Granulomatose bisher im HNO Bereich und in der Lunge aktiv war, sind zum Glück die anderen Organe noch nicht betroffen. Bei den Leber- und Nierenuntersuchungen lagen alle Werte im normalen Bereich. Bei der letzten Blutuntersuchung waren die Entzündungswerte z.B. BSG 70/90, Hb 12,0 g/dl, vielleicht ist dies die Ursache des erhöhten Ferritin. Diese neuen Erkenntnisse werde ich beim nächsten Arztbesuch zur Sprache bringen.
Herzlichen Dank
Johannes Neumann
Dankeschön für Ihre ausführliche und verständliche Antwort. Da bei mir die Wegenersche Granulomatose bisher im HNO Bereich und in der Lunge aktiv war, sind zum Glück die anderen Organe noch nicht betroffen. Bei den Leber- und Nierenuntersuchungen lagen alle Werte im normalen Bereich. Bei der letzten Blutuntersuchung waren die Entzündungswerte z.B. BSG 70/90, Hb 12,0 g/dl, vielleicht ist dies die Ursache des erhöhten Ferritin. Diese neuen Erkenntnisse werde ich beim nächsten Arztbesuch zur Sprache bringen.
Herzlichen Dank
Johannes Neumann