Dringend! Arteriitis temperolis? bei meinem Vater

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ingrid-anna (Archiv)
Beiträge: 81
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Dringend! Arteriitis temperolis? bei meinem Vater

Beitrag von ingrid-anna (Archiv) »

Hintergrund:



Mein Vater leidet seit ca. 3 Jahren an COPD. 2007 wurden neurologisch



-„ausgeprägte Zeichen einer mikroangiopathischen Encephalopathie und Hydrocephalus internus mit kognitiven Störungen und hirnorganischer Entwicklung

-Zustand nach TIA mit Hemisymptomatik re."



festgestellt.



Vor ca. 6 Wochen wurde im eine Stenose/Katheder (ich glaube links?) eingesetzt, da eine Arterie nicht mehr durchlässig war und er schon recht schwere Fußprobleme hatte. In einigen Monaten, wenn sich der Gesundheitszustand stabilisiert hat, sollte das Gleiche auch auf der anderen Seite stattfinden.



Im Krankenhaus ist ihm eine Infusionsflasche versehentlich an de re. Schläfenseite gestoßen, seit diesem Zeitpunkt sagt er, dass sich sein Sehvermögen am rechten Auge verschlechtert hat. Er hatte danach Kopfschmerzen (derzeit nicht mehr so dominant), die Schläfe und der Bereich um das Auge ist seit diesem Zeitpunkt druckempfindlich. Zur Zeit auch so, dass er auf dieser Seite mit dem Kopf nicht mehr so recht liegen kann. 2 Augenärzte haben ihm hinsichtlich seines Sehvermögens Grauen Star diagnostiziert.



Am Do. war nun Vorbesprechungstermin für die Behandlung (Lasern) des Grauen Stars im Krankenhaus, hier sagte der Arzt, dass der Graue Star nicht vordringlich/nicht so schlimm sei und es reichen würde, wenn er im Juli/August behandelt wird.

Sehstärkemesseung li. 0,3...(?) re. 0,5…(?)



Meine Frage ist nun: Kann es sein, dass evtl. eine Entzündung der Schläfenarterie vorliegt, die dieses sich verschlechternde Sehvermögen verursacht (Arteriitis temporalis?).



Mein Vater war bisher nicht in der Lage!, im Krankenhaus (wo es passierte) und bei den Augenarzterminen einen evtl. Vaskulitisverdacht anzusprechen, obwohl ich und meine Mutti es ihm eindringlich gesagt und auch aufgeschriebenen haben, dass er es nicht vergisst.



Selbst bei eindringlichen Telefonaten meinerseits mit ihm, in denen ich ihm immer wieder die evtl. Folge einer Erblindung bei Nichtbehandlung (sollte mein „Verdacht“ stimmen) schildere und ihn bitte, bei den nächsten Arztbesuchen eine evtl. Vaskulitis anzusprechen und abklären zu lassen, nutzen nichts. Meine Mutti ist schon ziemlich mit den Nerven am Ende.



Ich hatte ihr empfohlen, da es wohl kaum kurzfristig einen Termin beim internistischen Rheumatologen gibt, doch jetzt am Wochenende in die Notaufnahme des Städt. Krankenhauses zu fahren und dies schnellstens abklären zu lassen.



Nachdem sie heute Vormittag soweit alles vorbereitet hatte (Unterlagen, Arztbefunde etc.), wollte er wieder nicht zum Arzt/Krankenhaus. Selbst nach einem eindringlichen Telefonat mit mir, in dem er übrigens immer „interessiert“ zuhört, wenn ich ihm die Dringlichkeit einer Abklärung seines sich verschlechterndes Sehvermögens erkläre, als wenn ich es ihm zum ersten mal erzähle, (ich glaube, ich habe das in der Zwischenzeit schon über 20 x gesagt).

Aber er „tut“ trotzdem nichts. Es ist zum Haare ausreißen.



Meine Frage (falls eine Beantwortung mit diesen Angaben zu den Augen möglich ist), liege ich total falsch mit meinem Verdacht auf eine Entzündung der Temporalis-Arterie? Mache ich eine Dringlichkeit, die gar nicht erforderlich ist? Und kann dieses „merkwürdige Verhalten“ evtl. von der beginnenden Demenz her kommen?



Vielen Dank für die Beantwortung, ich weiß eigentlich nicht mehr weiter!



ingrid-anna
PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv)
Beiträge: 714
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Dringend! Arteriitis temperolis? bei meinem Vater

Beitrag von PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv) »

Hallo,hier wäre ja zumindest schon eine einfache Blutuntersuchung richtungsweisend, also sind die Blutsenkung und der CRP-Wert erhöht?? Diese Werte sind bei einer Arteriiits temporalis fast immer deutlich erhöht. Und wenn dies der Fall ist, muss man eine Gewebeprobe entnehmen. Aber das sind alles Ratschläge aus der Ferne..

Alles Gute

PD Dr Eva Reinhold-Keller
ingrid-anna (Archiv)
Beiträge: 81
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Dringend! Arteriitis temperolis? bei meinem Vater

Beitrag von ingrid-anna (Archiv) »

Danke für Ihre schnelle Antwort Frau Dr. Reinhold-Keller.



Der CRP-Wert war vor ca. 14 Tage bei 12,7 mg/l. Ich denke, das ist nicht sooo deutlich erhöht? Oder? Eine Blutsenkung wurde wohl nicht gemacht. Es geht ihm insgesamt nicht besonders gut, aber das ist jetzt natürlich etwas schwierig, dieses Befinden zuzuordnen (COPD?)



Das Problem ist auch, dass kein Arzt bisher den Verdacht auf eine Arteriiits temporalis hat und mein Vater auch bei seinen Arztbesuchen keinen "Hinweis" in diese Richtung gibt und irgendwie der Meinung ist, wenn der Augenarzt das nicht feststellt (Arteriitis temporalis), dann hat er das auch nicht, sonst würde der Arzt es ja erkennen. Also, dieses Augenproblem kann gar nicht in dieses Richtung untersucht werden!



Soweit ich informiert bin, kann doch auch der Augenarzt mit einer bestimmten Untersuchungung feststellen, ob die Gefäße, die die Augen versorgen, "angegriffen" sind und dadurch eine Sehverschlechterung eintritt (das wurde zumindest damals bei mir gemacht, als anfänglich der Verdacht auf eine AT bestand) Aber ich denke, dass solche Untersuchungen eben nur bei Verdacht auf eine entzündete Temporalarterie gemacht werden.



Vielen Dank.



ingrid-anna
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