Folgen langer Cortisoneinnahme

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
Antworten
Bastian (Archiv)
Beiträge: 4
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Folgen langer Cortisoneinnahme

Beitrag von Bastian (Archiv) »

Wollte mal wissen was die Folgen langer Cortison(Prednisolon) Einnahme sein können. Höre nämlich immer die schlimmsten Sachen aber die Leute erzählen meistens auch nur mit ihrem Halbwissen. Nehme seit Mitte August Prednisolon. Anfangs 40 mg zwischenzeitlich hoch auf 80 und mittlerweile 15 und ab übermorgen 10. Hoffe bis Ende des Jahres nur noch eine geringe Menge nehmne zu müssen. Ab wann spricht man von einer langen Cortison Einnahme also ab was für einem Zeitraum?
Theres (Archiv)
Beiträge: 318
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Folgen langer Cortisoneinnahme

Beitrag von Theres (Archiv) »

Hallo



Ich glaube ich bin kein gutes Beispiel. Mein Körper verhällt sich nicht so wie die meisten Menschen.



Ich nehme seit über 11 Monaten Kortison. Zuerst 50 mg Tag, dann seit anfangs Februar 20 mg, dies wurde immer wieder versucht zu reduzieren, bis mitte November hatte ich es geschafft auf 13 mg zu reduzieren.



Ich fühlte mich mit den 13 mg nicht gut. Ich glubte, dass die Krankheit aktiv sei und hatte immer Angst, dass was schlimmes passieren könnte.



Seit ende September spritze ich auch 10 mg MTX "Methotrexat", dies sollte helfen, dass das Kortison besser reduziert werden kann.



Kürzlich war ich 14 Tage im Krankenhaus. Durch die 100tausend Untersuchungen wurde festgestellt, dass meine Beschwerden reine Entzugserscheinungen vom Kortison sind und die Krankheit in Remission ist und keine Aktivität gefunden wurde. Der Arzt meinte es gibt Patienten die leider schlussendlich vom Kortison kranker sind als von der Krankheit.



Im Spital wurde brutal reduziert! Von 13 mg auf 5 mg /Tag.

Zu meinem Erstaunen waren die Beschwerden die Selben, wie wenn ich um 1 mg reduziert hätte.



Im Moment leide ich immer noch unter den Entzugserscheinungen wie Müdigkeit, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen.

Der Arzt meinte, dies könne Monate dauern!

Das heisst; da muss ich durch!



Anderseits geht es mir mit den 5 mg/Tag wesentlich besser. Ich kann wieder schlafen. Schon fast wieder wie vor der Krankheit. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr 24 Std./Tag da.



Ich habe bemerkt, dass es sehr unterschiedlich ist. Der eine Arzt meinte, dass 13 mg/Tag eine sehr niederige Dosis ist und der andere meinte, dass wir unbedingt Reduzieren sollten.



Ich denke jeder Mensch ist anders und verträgt das Kortison anders. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass für ich die 13 mg eine hohe Dosis waren. Vieles hat sich mit den 5 mg zum Besseren gewendet. Mein Kortison-Gesicht ist fast verschwunden, den Stierennacken ist weg, meine Hände sind weniger aufgedunst. Generell gesagt fühle ich mich mit 5 mg viel besser!

Dazu möchte ich noch sagen, dass diese Nebenwirkungen wie Vollmondgesicht etc. sich so erst nach 6 monatiger Einnahme bemerkbar machten.



Solltest Du noch weitere Fragen haben, so kannt Du mir ein e-mail senden.



Gruss Theres
Ulrich (Archiv)
Beiträge: 6
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Folgen langer Cortisoneinnahme

Beitrag von Ulrich (Archiv) »

Hallo Bastian,

ich nehme seit Mitte Februar Kortison gegen MW mit Niereninsuffizienz. Am Anfang beim ersten Endoxanstoß nach der Diagnose 2 Wochen 50mg, dann etliche Wochen 25mg/Tag. Im Laufe der Zeit dann in 5mg Schritten über je ca. 4 Wochen auf 10mg runter, dann 4 Wochen 7,5 und jetzt 5mg. Parallel nehme ich jetzt seit knapp 6 Wochen Cellcept. Ich habe im Gegensatz zu Theres keine negativen Nebenwirkungen der Reduzierungen gespürt, möchte aber um die Gefahr eines Rezidivs zu mindern bei den 5mg bleiben. Ansonsten ist bei mir auch das Hamsterbackengesicht ab 7,5 sehr schnell zurückgegangen, sehe zwar jetzt immer noch etwas "gedunsener" aus als früher, aber nur noch minimal. Auch hier ein Unterscheid zwischen Theres und mir: Ich hatte sehr schnell das Kortisongesicht, ich glaube schon nach knapp 4 Wochen. Du siehst also, die Menschen reagieren wirklich sehr verschieden auf das Zeugs.

Meines Wissens nach sind die 5mg für die meisten Menschen unterhalb ihrer persönlichen Cushing-Schwelle, so das Nebenwirkungen nur miminal sein sollten. Aber da diese Schwelle nicht absolut ist für jeden, ist es für einige eben auch zuviel. Warte ab wenn Du bei 5mg bist und beobachte Dich 4-6 Wochen. Ich selber fühle mich zur Zeit relativ wohl und hoffe, Anfang nächsten Jahres auch wieder etwas arbeiten zu können.

Viel Glück+Gruß
miri (Archiv)
Beiträge: 24
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Folgen langer Cortisoneinnahme

Beitrag von miri (Archiv) »

hi

vorab: denke das selbst bei identischer einnahme der körper jedes menschen anders reagiert.

nehme seit august `06 cortison. fing mit 100mg tägl an, dann im drei tages abstand ging es immer 2,5 mg runter, als ich bei 85 mg ankam musste ich wieder hoch auf 100 wegen den blutwerten ja und da hat sich dann so durgezogen bis mitte januar, da war ich dann endlich bei 35mg aber der wegener war noch immer sehr aggresiv tätig also musst ich wiede hoch auf 100mg tägl. zu dem zeitpunkt hatte ich achtzehn kilo zugenommen, mein gesicht sah aus wie ein luftballon. habe an versdchiedenen körperstellen geweberisse ("schwangerschaftsstreifen") bekommen und die haut im gesicht hat sich sehr gespannt. meine knochendichte hat sich auch verändert aber, da es regelmäßig überprüft wird isst es noch durch calcium usw zu regulieren. bin inzwischen bei 7,5 mg tägl, habe wieder normal gewicht und mein "vollmondgesicht" ist derzeit ein "halbmondgesicht". das einzige was derzeit etwas problematisch ist, meine haut, wobei das auch von all den anderen medis kommen kann.



denke habe das ganze sehr gut vertragen und das man sich aussagen anderer als info anhören sollte, aber warte aufkeinen fall darauf das es bei dir genauso auftritt, wer weiss vielleicht bist du so ein glückspilz wie ich und steckst das alles gut weg;-) würde mich für dich (und jeden anderen) jedenfalls freuen



alles gute,

miri
Erika W. (Archiv)
Beiträge: 3
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Folgen langer Cortisoneinnahme

Beitrag von Erika W. (Archiv) »

Hallo,



nehme seit dem Jahr 2000 Cortison (Prednisolon) wg. Panarteriitis nodosa durchgehend. Meistens (bis auf kurzzeitige Stoßtherapien) von 7,5 mg. Seit einiger Zeit 5 mg. Je nach Menge habe od. bzw. hatte ich das Vollmondgesicht, Stiernacken u. die sogen. Stammfettsucht, Gewichtszunahme (jetzt seit 5 mg - Normalgewicht), Neigung zu blauen Flecken, leichten Gesichtsflaum, Osteoporose - wird mit Calcium, Vitamin D u. Alendronsäure behandelt u. hat sich auch gebessert. Hatte Knocheninfarkte im Knie u. habe Muskelschwäche, leichte sogen. Pergamenthaut u. an den Backen kleine Äderchen (wie Besenreiser).

Muss mich aber den Vorredner anschliessen, da bei jedem Patienten die Nebenwirkungen anders sind u. auch wohl die Nebenwirkungen mit den Wechselwirkungen anderer Medikamente eine große Rolle spielen. Da ich neben Cortison u.a. noch 2 versch. Immunsuppressiva wg. Herztransplantation nehmen muss u. diese auch teilweise ähnliche Nebenwirkungen wie Cortison machen, lässt sich nicht genau sagen, was wohl welche Nebenwirkungen macht. In Anbetracht der langen Einnahme finde ich, halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen u. man muss Nutzen u. Risiko abwägen. Manchmal ist es eben ein lebensnotwendiges Medikament.



LG u. alles Gute
Claudia (Archiv)
Beiträge: 67
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Folgen langer Cortisoneinnahme

Beitrag von Claudia (Archiv) »

Hallo!

Ich habe die Erfahrung gemacht, das Entwässerungstabletten (und zwar die Birkenblättertabletten von Abtei, 4,99 €) das 'Vollmondgesicht' merklich bessern. Ich habe immer 3 am Tag genommen und jetzt, wo ich nur noch 7,5 mg Cortison nehme, reichen auch zwei für ein ziemlich 'normales' Gesicht.

Ich nehme jetzt seit zweieinhalb Jahren durchgehend Cortison, neben MTX, und habe sehr langsam reduziert, manchmal brauchte ich Wochen für 0,5 mg. Ich glaube aber, dass dadurch die Krankheit (CSS)sehr stabil verläuft und ich sie gut unter Kontrolle habe, ohne heftige Schübe oder so.

Meine Haut hat sich leider ziemlich verändert. Ich bekomme sehr viel schneller blaue Flecken und vor allem heilen stumpfe Verletzungen extrem langsam. Ich bin zB im September gestürzt und habe heute noch immer eine Beule am Oberschenkel, die zwar immer kleiner wird, aber früher nie so lange gebraucht hätte.

Aber alles in allem kann ich mit den Nebenwirkungen gut leben.

Viele Grüße, Claudia
Antworten