zunächst vielen Dank für den Link; den Artikel werde ich mir nacher noch ansehen!
Du schreibst, Kortison bekämst Du schon lange und hättest bisher keine Schwierigkeiten gehabt. Ich meinte nicht die Dauertherapie, sondern die Prednisolongabe während der Rtx-Infusion. Im Allgemeinen sind dies 100 mg und sie führen bei vielen Patienten zur Blutdrucksteigerung. Bei mir gleichen sich eine Blutdrucksenkung durch Rtx und eine Blutdrucksteigerung durch Prednisolon immer aus. Doch wenn Du auch auf Rtx mit Blutdrucksteigerung reagierst, addieren sich die Wirkungen von Rtx und Prednisolon. So kann ich mir gut vorstellen, dass Du noch einige Zeit nach der Infusion entsprechende Beschwerden hast.
Aber ich kann mir auch vorstellen, dass der Blutdruck -so wie Du es beschreibst- durchaus über einen noch längeren Zeitraum allein durch Rtx ansteigt.
Den Artikel unter dem zweiten Link habe ich mir auch angesehen. Doch für mich geht daraus nicht hervor, dass Rtx Zytostatikum ist. Es wird davon berichtet, dass es gezielt! die Krebszellen angreift. Damit und auch dadurch, dass es nicht, wie bei einer Chemotherapie, alle Zellen schädigt, egal ob bös-oder gutartig, gehört es für mich zu der Antikörpertherapie gegen Tumorerkrankungen.
Der Hersteller selbst schreibt, Mabthera (Rtx) sei in Kombination mit ! einer Chemotherapie für die Erstbehandlung ,,,angezeigt.
Natürlich werden i.R. dieser Tumortherapie auch Die CD20 - B-Zellen reduziert, dies aber nicht, weil Rtx ungezielt auch gesunde Zellen angreift, sondern, weil die B-Zellen „das Pech haben“ mit den gleichen Protein gekennzeichnet zu sein, wie die Tumorzellen. Dies ist natürlich unser Glück
Deshalb würde ich dem Versorgungsamt gegenüber gar nicht darlegen, warum Du Rtx für ein Zytostatikum hälst, sondern ich würde so gut wie möglich begründen, welche Risiken und Einschränkungen durch Rtx gegeben sind; falls möglich, kann man dies noch im Vergleich zu z.B. Mtx tun. (Hier müsste ich auch nochmal nachsehen, doch ich meine, dass Mtx gerade im Hinblick auf die Pandemie als „unkomplizierter“ einzustufen ist und trotzdem, da ein Chemotherapeutikum, als aggressiv gilt; dies müsstest Du allerdings nochmal mit den Vorschriften des Versorgungsamtes überprüfen.)
Bei Deiner letzten Frage kann ich leider auch nur spekulieren. Meines Wissens gibt es auch Patienten, deren CD20 - Zellen gar nicht reduziert werden. Deshalb und wegen der von Dir beschriebenen Wartezeit bis zum Einsetzen einer Wirkung gehe ich davon aus, dass diese Zellen von Mensch zu Mensch unterschiedlich resistent sind. Doch vielleicht findest Du hier eine Antwort:
https://www.arzneimitteltherapie.de/heftarchiv/2010/02/b-zell-therapie-bei-autoimmunerkrankungen.html
(von 2010)
Viel Erfolg
Hope