prednisolon

Alles rund um das Leben mit Vaskulitis
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omega
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Registriert: So Dez 02, 2018 10:58 am

prednisolon

Beitrag von omega »

Guten Morgen.
Ich will nicht langweilen, aber das Thema Müdigkeit, Energielosigkeit.....ist bei mir gerade sehr alltagsbestimmend.
Ob es nun Fatigue oder sonstwie heißt, ist mir egal. Es nervt.
Meine Gedanken kreisen darum, welche Stellschrauben ich habe, um den Zustand zu beeinflussen.
Ich habe GPA
Bin 72 Jahre alt
nehme 10mg MTx
3mg Prednisolon
vitamin D
Folsäure
An GPA kann ich nichts ändern
Das Alter schaff ich auch nicht zu beeinflussen
MTX ist auf das Minimum reduziert
Bleibt m.E.nur Prednisolon, um mich etwas aufzumöbeln.
Ich bin eigentlich so zufrieden, daß ich es jetzt seit etwa drei Monaten auf drei mg runtergefahren habe, aber es beeinfllußt scheinbar doch sehr meine Vitalität.

Ich bin neugierig: wie würdet ihr, bzw wie geht ihr damit um: wieder 5mg Prednisolon nehmen, und damit fitter zu sein,
oder die Risiken von Prednisolon klein zu halten und sogar Prednisolon noch weiter zu reduzieren, was der Rheumatologe sich wünscht.
(Ernährung und Sport geb ich übrigens schon mein Bestes)

Ein schönes Wochenende, Omega
Carla2001
Beiträge: 89
Registriert: Fr Jun 08, 2018 8:49 am

Re: prednisolon

Beitrag von Carla2001 »

Hallo Omega,

ich glaube nicht, dass 2 mg Prednisolon mehr dich fitter machen.
Die Höhe mache ich eher an Blutwerten fest, habe ich Gelenkschmerzen etc.
Nur in der akuten Situation beim Reduzieren merke ich die Wirkung des Kortisons. Habe Gelenkbeschwerden, bin früher müde........
Deshalb ganz, ganz langsam. Im Moment schaukele ich mit 1 und 2mg Kortion täglich im Wechsel
LG Henni
Hope
Beiträge: 842
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:16 am

Re: prednisolon

Beitrag von Hope »

Hallo Omega,
mich kannst Du damit nicht langweilen, denn leider ist auch für mich Fatigue ein Dauerthema.

Hat Deine Ärztin denn besondere Gründe, dass sie das Cortison weiter ausschleichen lassen will (Alter? Herz? Osteoporose...) und beachtest Du alles Vorsichtsmaßnahmen?

Z.Zt. muss ich kein Cortison nehmen; eine Einnahme würde die verbliebenen Probleme nicht beseitigen können, und insgesamt freue ich mich auch, endlich vom Cortison runter zu sein, wirkt es bei mir doch sehr appetitanregend.

Würde es sich im Hinblick auf die Erkrankung positiv auswirken, hätte ich jedoch keine Bedenken, 5mg einzunehmen, und wenn ich in der Vergangenheit ganz k.o. war , habe ich auch schon mal daran gedacht, einfach etwas Cortison zu nehmen. Doch dies wäre dann keine Therapie, sondern Doping gewesen und zum Glück von mir auch wieder verworfen.

Wenn sich Deine Erkrankung jedoch wirklich durch das Cortison verbessert oder Du den letzten Reduktionsschritt nicht vertragen haben solltest, würde ich in jedem Fall 5mg Cortison nehmen; Du kannst ja nach einiger Zeit - wie von Carla vorgeschlagen - wieder versuchen ganz langsam zu reduzieren, und selbst wenn es nicht klappen sollte, wärst Du mit 5mg immer noch im Bereich der für die Dauertherapie möglchen Dosis.

Insgesamt würde ich die Situation nochmal mit meiner Ärztin besprechen; insbesondere auch im Hinblick auf die Lebensqualität und darauf, dass nicht jeder ab 50 noch 5 Jahrzehnte Leben vor sich hat.

Sollte Mtx Dich zu müde machen, könntest Du evt. auf Arava umstellen; mir hatte in der Vergangenheit diese Umstellung geholfen (nach anfänglichen Darmproblemen).

Viele wache Momente,
Hope
Ingeborg
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Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: prednisolon

Beitrag von Ingeborg »

Liebe Omega,
mit dem Thema Energielosigkeit hab ich viele Variationen durch. Sie hinter mir zu lassen, ist nie gelungen. Meiner Dauermedikation sind, neben Arava, 10 mg Prednisolon..
Ich versuche, eine Verschlechterung durch zu viel Energieverbrauch zu vermeiden, indem ich mich bremse. Doch oft ist mein Temperament dagegen... so red ich´s mir ein. Manchmal gibt es z.B. Termine. Die sind gesetzt. Dann brauch ich mehr Energie. Also erhöhe ich kurzfristig das Cortison bis iauf das Doppelte, je nach Situation , und zwar etwa 2 Tage vorher. In Streßsituationen soll man sowieso das Corti erhöhen. Nach langjähriger Einnähme schafft es die Nebennierenrinde nicht mehr, solch Situation selbst zu meistern.
Ich richte mich mittlerweile allein nach meinem Befinden und der so empfundenen Lebensqualität. Die allein ist mir, zumal in ähnlichem Alter, wichtig
.
Ich wünsch Dir ebenfalls ein schönes Wochenende,
Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Friedel
Beiträge: 180
Registriert: Do Jul 19, 2018 10:53 pm

Re: prednisolon

Beitrag von Friedel »

Hallo Omega
Ich bin 54 Jahre alt, nehme 10 mg MTX, 5 mg Prednisolon, ASS 100, 8mg Candesartan, Folsäure, Dekristol 20000 und halbjährlich Rituximabinfusionen. Ich bin schnell erschöpft und müde. Ich gönne mir jeden Tag ein Mittagsschläfchen und versuche "Aktionen" wie Rasenmähen, Einkaufen, Arzttermine und Besuche zu verteilen. Abens vor dem Fernseher schlafe ich nach 10 Min auch wieder ein.
Nach meiner Reha im September werde ich wieder ins Büro gehen und hab jetzt schon ein wenig Angst, wie ich das schaffen soll. Das Cortison selbst je nach Stresssituation zu regulieren traue ich mich nicht. Noch habe ich ja den Luxus, mich meiner Müdigkeit einfach hinzugeben.
Schönes Wochenende
Hope
Beiträge: 842
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:16 am

Re: prednisolon

Beitrag von Hope »

Hope nochmal,
gerade habe ich auf der Seite einer Hamburger Rheumatologie (Dr. Aries,...) gelesen, dass lt. einer Studie Kortisontherapien zu einem schlechteren Verlauf bei einer Coronainfektion führen könnten oder würden; wurde hier im Forum -so glaube ich- auch schon mal angesprochen. Außerdem ist lt. DGRh ab 5mg Glukokortikoiddauertherapie ein höheres Infektionsrisiko gegeben.

Dies wären dann für mich durchaus Gründe, in dieser speziellen Situation bei zunächst 3mg Prednisolon zu bleiben.

Hope
omega
Beiträge: 191
Registriert: So Dez 02, 2018 10:58 am

Re: prednisolon

Beitrag von omega »

Hey, eure Antworten haben mir total geholfen. Schon bin ich viel fitter. Ein bischen mein ich das ernst: es tut gut zu hören, wie unterschiedlich wir damit umgehen können, und es zeigt, daß wir "Spiel"raum haben, uns auszuprobieren.
Ich werde jetzt den Mut haben, mehr zu variieren, sowohl was Erhöhen von Prednisolon betrifft, als auch das Erniedrigen.
Hope, meine Blutwerte sind immer ok. Und was das Besprechen mit meinen Ärzten betrifft, bekomme ich keine individuelle Beratung. Das ist streng nach Lehrbuch und hilft mir bei dieser Frage nicht weiter.
Ich freu mich auf weitere Berichte, die Psyche spielt auch eine Rolle. Sobald ich mich ernstgenommen fühle, wächst die Energie- Ich wünsche euch einen schönen Abend, Omega

Hope, lese gerade deinen letzten Beitrag, auch wichti, da hast du Recht
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