auf der Suche nach Infos über Vaskulitis bin ich auf eure Seite gestoßen. Mein Mann Robert, 70 J. u. Rentner, hat die Diagnose GPA im Dez. 19 bekommen. Ich bin Conny, 50 J., wir haben 3 Kinder, das jüngste ist 15. Mein Mann war immer unser Fels in der Brandung, nie krank, jeder schätzte ihn locker 10 Jahre jünger. Im Oktober 19 bekam er plötzl. durch die Nase keine Luft mehr, Wochen lang. Beim HNO die üblichen Medis (von Spray über Antibiotika bis Kortison). Irgendwann kam heftiger Fließschnupfen dazu. Den ganzen Herbst chronische Fatigue. Im November CT: Polypöse Veränderungen in Stirn-, Keilbein- und Kieferhöhlen - eine OP im Jan. geplant.
Ab 1.Dez. kamen ständige Unterbauchschmerzen dazu. HA überweist am 5.Dez. ins städt. KH: V. a. Colitis bei hohen Entzündungswerten und Anämie. Dort wurde nur eine Nierenentzündung diagnostiziert und er durfte am selben Tag wieder nach Hause. Am 9. u. 10.12. bekam Robert heftigen Durchfall, danach war er nur noch ein Schatten seiner Selbst (uns fiel ein Ruhepuls von 140 auf). Daraufhin schickte HA ihn am 12.12. ins kath. KH. Dort wurde durch CT die Colitis in versch. Regionen festgest. Im Labor wurden immer noch erhöhte Entzündungswerte, aber keine sicheren Hinweise auf einen Infekt festgestellt. Trotzdem Beginn einer antibiot. Therapie bei Verschlechterung der Krea-Werte. Wegen best. Herzwerte (TropT), Verdacht auf KHK/Herzinfarkt. Deshalb zurück ins städt. KH (Herzklinik ab 15.12.). Am 16./17.12. wieder schwere Durchfälle, dazu noch Vorbereitung der Koloskopie. Am 17.12. habe ich das erste Mal Kontakt mit einem Assistenzarzt: Diagnose Pneumonie und multiple intrapulmonale suspekte Berherdungen, aber kein Herzinfarkt. Ob er mal geraucht hätte, also Verdacht auf Krebs und die Nieren hätten wohl durch CT auch Schaden genommen. Bei diesem Gespräch konnte ich die HNO-Vorgeschichte (Arztbericht v. CT wurde dann angefordert) loswerden. Ich denke, das war der entscheidende Hinweis. Geraucht hat er nie letzten 45 Jahre nich mehr und vorher auch nur gelegentlich.
Am 18.12. wurden Magen und Darm gespiegelt, an vielen Stellen Blutungen/Geschwüre, aber nichts malignes. Soweit so gut, meinem Mann ging es aber immer schlechter. Seine Beine waren wie dicke Baumstämme, wie wir später erfuhren, wog er zu schlimmsten Zeiten 103kg, später am Ende des KH-Aufenhaltes 75kg. Vor seiner Erkrankung hatte er 90kg bei 187cm.
Ich habe erst wieder am 20.12. mit einer Assistenzärztin sprechen können. Man hatte an diesem Tag auch das erste Mal die Nephrologie angefragt. Mittags bestand dann der Verdacht auf Vaskulitis (MW). Nun hatte ich erstmal wieder nett zu recherchieren und hatte dann abends noch ein Gespräch mit der OÄ der Nephro. Robert hatte gerade seine erste Hämo-Dialyse bekommen. Dann der nächste Schock: Pneumogene Sepsis, zusätzlich z. akuten Nierenversagen. Er war dann die nächsten vier Tage bis Heiligabend auf Intensiv mit guter Sauerstoffversorgung u. dort kümmerte man sich auch endlich um sein Herz (Tachykardie m. Vorhofflimmern und -flattern. Eine Nierenbiopsie sollte auch dringend erfolgen, aber dann kamen die Festtage (Weihnachten/Silvester/Neujahr mit anschließenden Wochenenden) in die Quere. Das Labor würde nicht arbeiten. Die Nierenpunktion wurde dann erst am 21.1. durchgeführt.
Robert bekam dann eine Woche Stoßtherapie Cortison, 10 Plasmapheresen (bei C-Anca 1:320 und Protinase 3AK über 200 U/ml), 13 Hämodialysen u. 23 Tage Antibiose wg. der Lunge.
Er war dann insgesamt 7 Wochen im KH. Zuletzt bekam Robert seine Rituximab-Infusion. Zwei Wochen später nochmal, in Zukunft halbjährlich. Sein Nierenstatus ist jetzt bei G4A2. Aus dem KH entlassen am 29.01. mit 50mg Prednisolon, aktuell sind wir bei 35mg. Zuhause sitzt er jetzt nur noch auf dem Sofa, friert permanent bei 24°C Raumtemp. und mehrlagiger, dicker Kleidung + Decke. Laufen ist für ihn sehr beschwerlich. Raus mag Robert nur bei mindestens 20° und Sonnenschein. Reha hatten wir beantragt, wurde aber abgelehnt. Laut Krankenkasse sind für sein Kranheitsbild ambulante Therapien und fachärztliche Behandlungen angezeigt.
Leider ist unser HA sehr schreibfaul und setzt sich auch nich besonders ein, vom KH kam auch nichts bezügl. Reha. Un zu allem Unglück haben wir jetzt auch noch Corona als neue große Bedrohung. Unser großer Sohn und ich müssen von Mo-Fr auch zu Arbeit und natürl. mal einkaufen. Da ist die Sorge vor diesem sch... Virus groß.
Jetzt habe ich mir mal Alles von der Seele geschrieben und freue mich auf weiteren Austausch mit euch, auch bezügl. Reha u. Schwerbehindertenstatus würde ich mich über eure Tipps freuen.
Bis dahin bleibt oder werdet gesund
Conny