Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
-
Frosch (Archiv)
- Beiträge: 416
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Ja, die Einstellung habe ich auch.
Man muss sich bei den Veröffentlichungen klar sein, dass, wenn etwas "bewiesen" ist, die Ärzte es nicht mehr verschreiben dürfen und das ist bei Magenschutzmedikamenten für die Pharmaindustrie richtig viel Geld.
Man muss sich bei den Veröffentlichungen klar sein, dass, wenn etwas "bewiesen" ist, die Ärzte es nicht mehr verschreiben dürfen und das ist bei Magenschutzmedikamenten für die Pharmaindustrie richtig viel Geld.
-
sylvie (Archiv)
- Beiträge: 41
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Ein schwieriges Thema. Ich hab ungefähr 10 Jahre lang tapfer täglich Omep genommen. Mich immer wieder beim HA rückversichert, ob das auch wirklich langfristig genommen werden darf...
Das Ergebnis ist eine chronische Magen-Darm-Entzündung (woran das Omep nicht als einziges Schuld ist, aber erheblichen Anteil haben dürfte).
Also hab ich es mühsam über zwei Jahre eigenständig abgesetzt. Das gipfelte vor Kurzem darin, dass die chronische Gastritis wieder ins Akutstadium überging. Also mal wieder zwei Wochen Säureblocker
(. Auch wenns bei Weitem nicht ausgeheilt ist halte ich mich jetzt mit Basenpulver über Wasser.
Vermutlich ist es wie mit den meisten Medikamenten: richtig und maßvoll eingesetzt kann es kurzfristig eine große Hilfe für einen entzündeten Magen sein. Alles andere ist vermutlich mittel- bis langfristig ein Schuss nach hinten.
Das Ergebnis ist eine chronische Magen-Darm-Entzündung (woran das Omep nicht als einziges Schuld ist, aber erheblichen Anteil haben dürfte).
Also hab ich es mühsam über zwei Jahre eigenständig abgesetzt. Das gipfelte vor Kurzem darin, dass die chronische Gastritis wieder ins Akutstadium überging. Also mal wieder zwei Wochen Säureblocker
Vermutlich ist es wie mit den meisten Medikamenten: richtig und maßvoll eingesetzt kann es kurzfristig eine große Hilfe für einen entzündeten Magen sein. Alles andere ist vermutlich mittel- bis langfristig ein Schuss nach hinten.
-
Dany_CH (Archiv)
- Beiträge: 111
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Hallo zusammen
Wollte schon länger mal allgemeine Bemerkungen zur Statistik machen:
Eine Statistik beweist nichts – hat nie was bewiesen – und wird auch nie etwas beweisen!
Wenn ein(e) Autor(in) so etwa schreibt, hat er im besten Fall das „falsche“ Wort gewählt – in den anderen Fällen nichts von der Statistik verstanden!
Die Statistik beruht auf der Wahrscheinlichkeitstheorie, d.h. die Aussagen gelten nicht für einzelne Personen, sondern bezieht sich immer auf eine ausgewählte Gruppe mit einer Wahrscheinlichkeit von...
Nun zum FAZ Artikel:
„Magensäureblocker: Im Zweifelsfall: Sofort absetzen von MICHAEL BRENDLER“
Als ich das gelesen haben, war meine erste Frage: wer gibt diese Empfehlung heraus?
Michale Brendler ist freier Journalist der FAZ – und hier wäre der erste Zeitpunkt, nicht mehr weiter zu lesen.... Wenn man aus Neugier weiter ließt, steht (das Ganze könnt ihr weiter oben bei Frosch lesen):
„Ein Knochenspezialist kann sich über den guten Ruf der Säureblocker...“ – was heißt das? EIN Knochenspezialist – und die anderen? Weiter:
„Drei Jahre später fand ein Team um Michael Amling heraus, warum...“ – wie fand er es heraus? was war das für eine Studie? Es gibt keine Information im Artikel darüber! Und Weiter:
„Aber bei jemandem, der schon eine Osteoporose hat oder der das Mittel jahrelang nimmt, kann der Knochen brüchig werden.“ – KANN der Knochen brüchig werden??? Was jetzt??? kann, aber muss nicht??? Und weiter:
„So SCHEINEN Patienten unter dieser Medikation nicht nur ein größeres Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche, sondern auch für Herzinfarkte zu entwickeln. Auch Nierenprobleme treten häufiger als bei anderen Personen auf..... Dazu gesellen sich WAHRSCHEINLICH Nebenwirkungen wie eine vermehrte Neigung zu Durchfällen.“ Ups – jetzt wird es ja gefährlich! Und weiter:
„Bei Tumorpatienten oder nach einer Herzkatheterbehandlung KANN die Einnahme von Omeprazol und seinen Verwandten wiederum zu Problemen fuhren, weil diese Mittel die Aufnahme oder den Abbau von Medikamenten wie Gerinnungshemmern oder Krebsmitteln verändern.“ Und nun wird noch auf eine Statistik verwiesen:
„Den jüngsten Schrecken jagte den Medizinern eine Untersuchung der Daten von rund 74.000 AOK-Versicherten ein. Demnach heben PPIs auch das DemenzRISIKO UM BIS ZU SECHSZIG PROZENT.“ Was bedeutet denn „um bis zu 60%“? Von 0% bis 60%? Von -60% bis 60%? Und jetzt wird relativiert:
„Für fast alle diese Probleme gilt: Sie treten erst auf, wenn die Mittel regelmäßig und längerfristig eingenommen werden.“ Auch hier keine Angaben, was „längerfristig“ ist, bei welche Dosis, usw. – Und nun der Höhepunkt:
„Vor kurzem hat Grandt EINE Patientin behandelt, deren Leber als Folge der PPI-Gabe bereits die Arbeit eingestellt hatte.“ Das ist sicher eine sehr traurige Nachricht, aber was bedeutet es für uns?
DIESEN ARTIKEL KANN MAN IN DEN MÜLL WERFEN!
So nun wünsche ich allen noch weitere schöne Herbsttage und möglichst eine Beschwerde arme Zeit.
Dany
Wollte schon länger mal allgemeine Bemerkungen zur Statistik machen:
Eine Statistik beweist nichts – hat nie was bewiesen – und wird auch nie etwas beweisen!
Wenn ein(e) Autor(in) so etwa schreibt, hat er im besten Fall das „falsche“ Wort gewählt – in den anderen Fällen nichts von der Statistik verstanden!
Die Statistik beruht auf der Wahrscheinlichkeitstheorie, d.h. die Aussagen gelten nicht für einzelne Personen, sondern bezieht sich immer auf eine ausgewählte Gruppe mit einer Wahrscheinlichkeit von...
Nun zum FAZ Artikel:
„Magensäureblocker: Im Zweifelsfall: Sofort absetzen von MICHAEL BRENDLER“
Als ich das gelesen haben, war meine erste Frage: wer gibt diese Empfehlung heraus?
Michale Brendler ist freier Journalist der FAZ – und hier wäre der erste Zeitpunkt, nicht mehr weiter zu lesen.... Wenn man aus Neugier weiter ließt, steht (das Ganze könnt ihr weiter oben bei Frosch lesen):
„Ein Knochenspezialist kann sich über den guten Ruf der Säureblocker...“ – was heißt das? EIN Knochenspezialist – und die anderen? Weiter:
„Drei Jahre später fand ein Team um Michael Amling heraus, warum...“ – wie fand er es heraus? was war das für eine Studie? Es gibt keine Information im Artikel darüber! Und Weiter:
„Aber bei jemandem, der schon eine Osteoporose hat oder der das Mittel jahrelang nimmt, kann der Knochen brüchig werden.“ – KANN der Knochen brüchig werden??? Was jetzt??? kann, aber muss nicht??? Und weiter:
„So SCHEINEN Patienten unter dieser Medikation nicht nur ein größeres Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche, sondern auch für Herzinfarkte zu entwickeln. Auch Nierenprobleme treten häufiger als bei anderen Personen auf..... Dazu gesellen sich WAHRSCHEINLICH Nebenwirkungen wie eine vermehrte Neigung zu Durchfällen.“ Ups – jetzt wird es ja gefährlich! Und weiter:
„Bei Tumorpatienten oder nach einer Herzkatheterbehandlung KANN die Einnahme von Omeprazol und seinen Verwandten wiederum zu Problemen fuhren, weil diese Mittel die Aufnahme oder den Abbau von Medikamenten wie Gerinnungshemmern oder Krebsmitteln verändern.“ Und nun wird noch auf eine Statistik verwiesen:
„Den jüngsten Schrecken jagte den Medizinern eine Untersuchung der Daten von rund 74.000 AOK-Versicherten ein. Demnach heben PPIs auch das DemenzRISIKO UM BIS ZU SECHSZIG PROZENT.“ Was bedeutet denn „um bis zu 60%“? Von 0% bis 60%? Von -60% bis 60%? Und jetzt wird relativiert:
„Für fast alle diese Probleme gilt: Sie treten erst auf, wenn die Mittel regelmäßig und längerfristig eingenommen werden.“ Auch hier keine Angaben, was „längerfristig“ ist, bei welche Dosis, usw. – Und nun der Höhepunkt:
„Vor kurzem hat Grandt EINE Patientin behandelt, deren Leber als Folge der PPI-Gabe bereits die Arbeit eingestellt hatte.“ Das ist sicher eine sehr traurige Nachricht, aber was bedeutet es für uns?
DIESEN ARTIKEL KANN MAN IN DEN MÜLL WERFEN!
So nun wünsche ich allen noch weitere schöne Herbsttage und möglichst eine Beschwerde arme Zeit.
Dany
-
Frosch (Archiv)
- Beiträge: 416
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Ja klar, Helmut Schmidt war starker Raucher und ist damit 97 geworden. Die vielen, die davon Lungenkrebs bekommen, sind halt Statistik.
Ohne "evidenzbasierte" d.h. statistische Medizin wäre die medikamentöse Therapie die so gut wie alle hier bekommen, nicht möglich. Die Wahrscheinlichkeiten, Vor- und Nachteile der Wirkung/Nebenwirkung muss jede(r) sich selbst informieren, mit dem Arzt besprechen und entscheiden.
Ohne "evidenzbasierte" d.h. statistische Medizin wäre die medikamentöse Therapie die so gut wie alle hier bekommen, nicht möglich. Die Wahrscheinlichkeiten, Vor- und Nachteile der Wirkung/Nebenwirkung muss jede(r) sich selbst informieren, mit dem Arzt besprechen und entscheiden.
-
Dany_CH (Archiv)
- Beiträge: 111
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Hallo Frosch
du meinst wohl randomisiert doppelblind Studien?
hier einen kurzen Ausschnitt aus "Klinische Studien kritisch durchleuchtet" von E. Gysling
Aussagekraft von klinischen Studien
Sehr hohe Aussagekraft:
Grosse randomisierte Studien mit eindeutigen Resultaten
Mässige Aussagekraft:
Kleine randomisierte Studien mit unsicheren Resultaten (und entsprechend erhöhten Fehlerrisiken)
Geringe Aussagekraft
Nicht-randomisierte Studien mit gleichzeitigen oder historischen Kontrollgruppen. Fallberichte ohne Kontrollen.
Also gibt es für Medikamententest wichtige Studien (falls die Methodik stimmt)!
Schönes Wochenende
Dany
PS auf de Packungsbeilage von Omeprazol stehen genügend viele Nebenwirkungen
du meinst wohl randomisiert doppelblind Studien?
hier einen kurzen Ausschnitt aus "Klinische Studien kritisch durchleuchtet" von E. Gysling
Aussagekraft von klinischen Studien
Sehr hohe Aussagekraft:
Grosse randomisierte Studien mit eindeutigen Resultaten
Mässige Aussagekraft:
Kleine randomisierte Studien mit unsicheren Resultaten (und entsprechend erhöhten Fehlerrisiken)
Geringe Aussagekraft
Nicht-randomisierte Studien mit gleichzeitigen oder historischen Kontrollgruppen. Fallberichte ohne Kontrollen.
Also gibt es für Medikamententest wichtige Studien (falls die Methodik stimmt)!
Schönes Wochenende
Dany
PS auf de Packungsbeilage von Omeprazol stehen genügend viele Nebenwirkungen
-
dsabine (Archiv)
- Beiträge: 507
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Da passt es ganz gut, dass gerade letzte Woche im Deutschen Ärzteblatt (ein peer review journal) ein aktueller Übersichtsartikel veröffentlicht wurde. Allerdings steht in der Liste der Indikationen, wie sie von den Fachgesellschaften festgestellt wurden, nichts von Prophylaxe an sich, z.B. bei Steroideinnahme, sondern nur bei bestehenden Erkrankungen bzw. als Prophylaxe nach einem behandeltem Geschwür u.ä.
Da diese Medikamente ja fleißig weiter verschrieben und geschluckt werden, die Zahlen der Nutzer und Verschreiber kontinuierlich wachsen, wird es in den nächsten Jahren sicherlich mehr große Studien zu den bisher nur aus Hinweisen bestehenden Verdachtsmomenten geben. Dann können wir uns u.a. auch wieder über Statistiken streiten.
Hier die Zusammenfassung des Artikels:
Hintergrund: Die medikamentöse Hemmung der Säuresekretion gelingt am effektivsten durch Protonenpumpeninhibitoren (PPI). PPI werden seit über 25 Jahren klinisch eingesetzt. 2014 wurden in Deutschland 3,475 Milliarden definierte Tagesdosen (DDD, „daily defined dose“) an PPI verwendet. Allein diese hohe Zahl verlangt nach einer kritischen Analyse des Indiktionsspektrums und potenzieller Nebenwirkungen der Therapie.
Methoden: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche in PubMed und der Cochrane Library, mit besonderem Fokus auf randomisierten, prospektiven Multicenterstudien, Kohortenstudien, Fallkontrollstudien und Metaanalysen.
Ergebnisse: Die Säuresekretionshemmung des Magens mit PPI wird erfolgreich eingesetzt in der Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit, des Ulcus ventriculi und duodeni, der Sekundärprophylaxe gastroduodenaler Läsionen unter Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika und Acetylsalicylsäure und in der Rezidivprophylaxe von Ulkusblutungen nach erfolgreicher endoskopischer Blutstillung. PPI sind Bestandteil nahezu aller Antibiotikakombinationen zur Eradikation der Helicobacter-pylori-Infektion. Die Zahl der Verschreibungen von PPI ist seit 25 Jahren linear angestiegen. Da das Indikationsspektrum nicht erweitert wurde, stellt sich die Frage, ob der Einsatz von PPI indikationsgerecht erfolgt. Es gibt Hinweise darauf, dass das Frakturrisiko durch die Gabe von PPI zunimmt. Bei einer PPI-Langzeittherapie sollten die Vitamin-B12-Spiegel in größeren Abständen überprüft werden.
Schlussfolgerung: PPI gehören zu den wirksamsten Medikamenten in der Therapie säureassoziierter Erkrankungen. Wegen möglicher Nebenwirkungen und aus Kostengründen sollte sich der Einsatz auf gesicherte Indikationen beschränken.
Der ganze Artikel inkl. Tabellen, Ill. und Quellen:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/180624/Indikationen-Nutzen-und-Risiken-von-Protonenpumpeninhibitoren
Da diese Medikamente ja fleißig weiter verschrieben und geschluckt werden, die Zahlen der Nutzer und Verschreiber kontinuierlich wachsen, wird es in den nächsten Jahren sicherlich mehr große Studien zu den bisher nur aus Hinweisen bestehenden Verdachtsmomenten geben. Dann können wir uns u.a. auch wieder über Statistiken streiten.
Hier die Zusammenfassung des Artikels:
Hintergrund: Die medikamentöse Hemmung der Säuresekretion gelingt am effektivsten durch Protonenpumpeninhibitoren (PPI). PPI werden seit über 25 Jahren klinisch eingesetzt. 2014 wurden in Deutschland 3,475 Milliarden definierte Tagesdosen (DDD, „daily defined dose“) an PPI verwendet. Allein diese hohe Zahl verlangt nach einer kritischen Analyse des Indiktionsspektrums und potenzieller Nebenwirkungen der Therapie.
Methoden: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche in PubMed und der Cochrane Library, mit besonderem Fokus auf randomisierten, prospektiven Multicenterstudien, Kohortenstudien, Fallkontrollstudien und Metaanalysen.
Ergebnisse: Die Säuresekretionshemmung des Magens mit PPI wird erfolgreich eingesetzt in der Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit, des Ulcus ventriculi und duodeni, der Sekundärprophylaxe gastroduodenaler Läsionen unter Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika und Acetylsalicylsäure und in der Rezidivprophylaxe von Ulkusblutungen nach erfolgreicher endoskopischer Blutstillung. PPI sind Bestandteil nahezu aller Antibiotikakombinationen zur Eradikation der Helicobacter-pylori-Infektion. Die Zahl der Verschreibungen von PPI ist seit 25 Jahren linear angestiegen. Da das Indikationsspektrum nicht erweitert wurde, stellt sich die Frage, ob der Einsatz von PPI indikationsgerecht erfolgt. Es gibt Hinweise darauf, dass das Frakturrisiko durch die Gabe von PPI zunimmt. Bei einer PPI-Langzeittherapie sollten die Vitamin-B12-Spiegel in größeren Abständen überprüft werden.
Schlussfolgerung: PPI gehören zu den wirksamsten Medikamenten in der Therapie säureassoziierter Erkrankungen. Wegen möglicher Nebenwirkungen und aus Kostengründen sollte sich der Einsatz auf gesicherte Indikationen beschränken.
Der ganze Artikel inkl. Tabellen, Ill. und Quellen:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/180624/Indikationen-Nutzen-und-Risiken-von-Protonenpumpeninhibitoren
-
Frosch (Archiv)
- Beiträge: 416
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Also konkret in meinem Fall
Diagnose Wegener/GPA
passt vermutlich nicht so ganz, da mit 20mg Prednisolon zum Stillstand gekommen, auch die Nierenbeteiligung
Ärztliche Leitlinien sehen bei Organ-Beteiligung 1mg/Prednisolon pro kg Körpergewicht plus Endoxan-Stoßtherapie vor, mit Ausschleichen von Prednisolon in ca. 6 Monaten plus Weiterführung der Therapie mit anderer leichterer Chemotherapie
Die Leitlinien sind "evidenzbasiert" d.h. sie beruhen auf den zur Verfügung stehenden vorhandenen empirischen d.h. statistischen Belegen.
Die Therapie hat erhebliche Nebenwirkungen, ist aber - potentiell lebensbedrohlicher Nierenschaden - mit einer Nutzen/Schaden Analyse gerechtfertigt.
Meine Entscheidungsfindung - mit Hilfe eines sehr guten Hausarztes aber ausdrücklich auf eigene Verantwortung
- ich bin in einer Lebensphase, in der mir die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit jetzt wichtig ist und nicht eine Lebensverlägerung um zwei Jahre, wenn ich vielleicht dement bin
- sofort hilft nur Prednisolon, die 20mg reichen offenbar, Nieren sind aber kritisch d.h. ich habe am Anfang wöchentlich, jetzt 14tägig die Blutwerte untersuchen lassen
- für Endoxan kann ich mich immer noch entscheiden, wenn ich feststelle, dass ich das Prednisolon (20mg sind auf Dauer viel zu viel - siehe Statistik, Empirie der Nebenwirkungen) nicht ausschleichen kann
- Magenschutz habe ich gleich weggelassen, einfach aus Prinzip, nichts zu nehmen, was ich nicht brauche
- aus dem gleichen Prinzip habe ich das empfohlene Vitamin D und Calcium weggelassen, falls ich von dem Prednisolon nicht loskomme, werde ich mich nochmal damit beschäftigen.
- mein geschwollenes Bein hat sich durch die 20mg Prednisolon nicht gebessert, also Angiologe - siehe da eine Thrombose - Heparin, Kompressionsstrümpfe (evidenzbasierte Medizin) - hat geholfen, ich benötige kein Heparin und keine Kompressionsstrümpfe mehr
- HNO meinte, mein Paukenhöhlenerguss wäre kein Wegener, ich bin mir sicher, dass mein laufendes Ohr wegen einer Hausstauballergie ist, also bei Bedarf Kortison/Antihistamin Nasenspray
- ich bin jetzt bei 3,5mg Prednisolon und es scheint gut zu gehen, ich habe keine Proteinurie mehr, nur noch Mikroalbuminurie ...
Und ja, ich habe mir die Entscheidung mit dem nur Prednisolon nicht einfach gemacht, sondern nach vorhandenen Studien gesucht. Was ich fand, ist eine Studie mit 50 Teilnehmern bei der gesagt wurde, dass nur Prednisolon nicht empfohlen wird, weil bei 48 von 50 Teilnehmern schließlich doch mit Endoxan therapiert werden musste.
Es sind einfach sehr seltene Krankheiten.
Für den Magenschutz gilt das aber nicht, den nehmen viele. Und die AOK Studie wurde mit 73000 Teilnehmern gemacht. Und es ist nicht die einzige Studie.
Diagnose Wegener/GPA
passt vermutlich nicht so ganz, da mit 20mg Prednisolon zum Stillstand gekommen, auch die Nierenbeteiligung
Ärztliche Leitlinien sehen bei Organ-Beteiligung 1mg/Prednisolon pro kg Körpergewicht plus Endoxan-Stoßtherapie vor, mit Ausschleichen von Prednisolon in ca. 6 Monaten plus Weiterführung der Therapie mit anderer leichterer Chemotherapie
Die Leitlinien sind "evidenzbasiert" d.h. sie beruhen auf den zur Verfügung stehenden vorhandenen empirischen d.h. statistischen Belegen.
Die Therapie hat erhebliche Nebenwirkungen, ist aber - potentiell lebensbedrohlicher Nierenschaden - mit einer Nutzen/Schaden Analyse gerechtfertigt.
Meine Entscheidungsfindung - mit Hilfe eines sehr guten Hausarztes aber ausdrücklich auf eigene Verantwortung
- ich bin in einer Lebensphase, in der mir die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit jetzt wichtig ist und nicht eine Lebensverlägerung um zwei Jahre, wenn ich vielleicht dement bin
- sofort hilft nur Prednisolon, die 20mg reichen offenbar, Nieren sind aber kritisch d.h. ich habe am Anfang wöchentlich, jetzt 14tägig die Blutwerte untersuchen lassen
- für Endoxan kann ich mich immer noch entscheiden, wenn ich feststelle, dass ich das Prednisolon (20mg sind auf Dauer viel zu viel - siehe Statistik, Empirie der Nebenwirkungen) nicht ausschleichen kann
- Magenschutz habe ich gleich weggelassen, einfach aus Prinzip, nichts zu nehmen, was ich nicht brauche
- aus dem gleichen Prinzip habe ich das empfohlene Vitamin D und Calcium weggelassen, falls ich von dem Prednisolon nicht loskomme, werde ich mich nochmal damit beschäftigen.
- mein geschwollenes Bein hat sich durch die 20mg Prednisolon nicht gebessert, also Angiologe - siehe da eine Thrombose - Heparin, Kompressionsstrümpfe (evidenzbasierte Medizin) - hat geholfen, ich benötige kein Heparin und keine Kompressionsstrümpfe mehr
- HNO meinte, mein Paukenhöhlenerguss wäre kein Wegener, ich bin mir sicher, dass mein laufendes Ohr wegen einer Hausstauballergie ist, also bei Bedarf Kortison/Antihistamin Nasenspray
- ich bin jetzt bei 3,5mg Prednisolon und es scheint gut zu gehen, ich habe keine Proteinurie mehr, nur noch Mikroalbuminurie ...
Und ja, ich habe mir die Entscheidung mit dem nur Prednisolon nicht einfach gemacht, sondern nach vorhandenen Studien gesucht. Was ich fand, ist eine Studie mit 50 Teilnehmern bei der gesagt wurde, dass nur Prednisolon nicht empfohlen wird, weil bei 48 von 50 Teilnehmern schließlich doch mit Endoxan therapiert werden musste.
Es sind einfach sehr seltene Krankheiten.
Für den Magenschutz gilt das aber nicht, den nehmen viele. Und die AOK Studie wurde mit 73000 Teilnehmern gemacht. Und es ist nicht die einzige Studie.
-
Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Danke Dany und danke Sabine,
mir scheinen die bisherigen überwiegenden Beiträge jetzt vom Kopf auf die Füße gestellt und von Emotionen oder Reden von-sich-selbst befreit. Man muß -neben anderem- auch auf die Methode einer Studie schauen, um zu sehen, wie sich das Ergebnis ergibt/ergeben muß. Wegen der Irrtumsanfälligkeit ist immer Vorsicht geboten. (Ich kann´s halt nicht so schon wissenschaftlich rüberbringen).
Und man kann nicht einfach sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und deren Eßverhalten (USA) auf DE übertragen, wie es hier von außerhalb hereingetragen wurde.
So beinhalten bzw. berücksichtigen nedizinische Leitlinien ebenfalls nicht immer klinische -und dann wie durchgeführte- Studien. Es gibt S1 bis S3 Leitlinien mit 1 bis 5 Empfehlungsgraden und sind, wie schon mehrfach erwähnt, kein Gesetz, sondern nur Orientierungshilfen für den Arzt (der wahrscheinlich aber wenig Zeit hat, um regelmäßig die tragfähigen Studien zu lesen).
Und danke auch an Frosch, so weiß man endlich "am Stück" ein bißchen mehr von Dir. Dass Du mit 20 mg Corti auskommst, spricht aber nicht gegen Wegener, schon gar nicht gegen eine Leitlinie (s.o.). Mit der Zeit, die Du hier bist und engagiert Deine Meinung vertrittst, wirst Du wissen, dass die Krankheitsverläufe unterschiedlich sind, sich aber auch Diagnosen schon geändert haben. Sei froh, wenn der Wegener weiterhin nur so dahindümpelt.
Übrigens bin ich mit der Reduzierung von Pantoprazol ohne Probleme von 40 jetzt auf 10 mg und werd den Rest auch noch schaffen.
mir scheinen die bisherigen überwiegenden Beiträge jetzt vom Kopf auf die Füße gestellt und von Emotionen oder Reden von-sich-selbst befreit. Man muß -neben anderem- auch auf die Methode einer Studie schauen, um zu sehen, wie sich das Ergebnis ergibt/ergeben muß. Wegen der Irrtumsanfälligkeit ist immer Vorsicht geboten. (Ich kann´s halt nicht so schon wissenschaftlich rüberbringen).
Und man kann nicht einfach sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und deren Eßverhalten (USA) auf DE übertragen, wie es hier von außerhalb hereingetragen wurde.
So beinhalten bzw. berücksichtigen nedizinische Leitlinien ebenfalls nicht immer klinische -und dann wie durchgeführte- Studien. Es gibt S1 bis S3 Leitlinien mit 1 bis 5 Empfehlungsgraden und sind, wie schon mehrfach erwähnt, kein Gesetz, sondern nur Orientierungshilfen für den Arzt (der wahrscheinlich aber wenig Zeit hat, um regelmäßig die tragfähigen Studien zu lesen).
Und danke auch an Frosch, so weiß man endlich "am Stück" ein bißchen mehr von Dir. Dass Du mit 20 mg Corti auskommst, spricht aber nicht gegen Wegener, schon gar nicht gegen eine Leitlinie (s.o.). Mit der Zeit, die Du hier bist und engagiert Deine Meinung vertrittst, wirst Du wissen, dass die Krankheitsverläufe unterschiedlich sind, sich aber auch Diagnosen schon geändert haben. Sei froh, wenn der Wegener weiterhin nur so dahindümpelt.
Übrigens bin ich mit der Reduzierung von Pantoprazol ohne Probleme von 40 jetzt auf 10 mg und werd den Rest auch noch schaffen.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)
-
Frosch (Archiv)
- Beiträge: 416
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Liebe Ingeborg,
die kategorische Begründung für die Endoxan Stoßtherapie einer medizinischen Autorität/eines Wegener Papst, die ich gefunden habe, war "Wegener kann man nicht aussschleichen".
Ich lege mich ungern mit Autoritäten an. Es ist dann halt kein Wegener
)
die kategorische Begründung für die Endoxan Stoßtherapie einer medizinischen Autorität/eines Wegener Papst, die ich gefunden habe, war "Wegener kann man nicht aussschleichen".
Ich lege mich ungern mit Autoritäten an. Es ist dann halt kein Wegener
-
Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Wer weiß? Es vermute durchaus noch weiße Flecken auf der Landkarte von Autoimmunerkrankungen
)
Wir treffen uns in 20-50 Jahren wieder, nur versprechen kann ich´s schon aus Altersgründen nicht:-)
Wir treffen uns in 20-50 Jahren wieder, nur versprechen kann ich´s schon aus Altersgründen nicht:-)
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)