Gluten/Ernährung

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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tapa (Archiv)
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Gluten/Ernährung

Beitrag von tapa (Archiv) »

Immer wieder lese ich oder höre in meinem Umkreis und auch hier im Forum, dass man als Allergiker Gluten meiden sollte. Ich frage mich, warum, wenn man keine Unverträglichkeit hat und natürlich keine Zöliakie. Die Menschen in diesen Breiten ernähren sich schon ewig von Getreidebreis, Brot und Bier etc., wieso sollte das plötzlich ungesund sein? Dabei gehe ich mal davon aus, dass ich nicht nur Weißmehl esse!

Und das zweite ist die Sache mit den Vitaminen, ich habe mal gehört, dass man Vitamine besser im "Original", also als Obst oder Gemüse essen sollte. Bei mir ist es so, dass ich gegen total viele regionale (rohe) Obstsorten (Kern- und Steinobst) und einige Gemüsegarten allergisch bin, mir bleiben exotische Früchte wie Melonen, Bananen und auch Weintrauben. Kann es da zu Mangelerscheinungen kommen?
Frosch (Archiv)
Beiträge: 416
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Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Frosch (Archiv) »

Gluten - musst du ausprobieren, was passiert, wenn du es weglässt.



Das ultimative Wissen, was zu Allergien bekannt ist, steht hier

http://www.eufic.org/article/de/expid/eufic_review_zu_lebensmittelallergenen/



Gluten kann - muss nicht - bei empfindlichen Immunsystemen allergen wirken.



http://www.zeit.de/2013/48/gluten-unvertraeglichkeit/seite-2



Das Problem ist, bei Vaskulitis spielt Histamin eine große Rolle. Eventuell geht es dir einfach mit einem Antihistaminikum schon besser.
Frosch (Archiv)
Beiträge: 416
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Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Frosch (Archiv) »

Wenn es dir um Vitamin C geht, ist - solange du Kartoffeln und Weintrauben verträgst - alles gut.



http://www.eufic.org/article/de/artid/Kartoffel-tolle-Knolle/

http://www.apotheken-umschau.de/Trauben
Ingeborg
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Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Ingeborg »

Hallo tapa,

vorweg: ich habe wenig Ahnung in puncto Ernährung, obwohl ich der Ansicht bin, dass ihr eine zentrale Bedeutung zukommt. Beschäftige mich nur hin und wieder mit Vitaminen pp., soweit sie Entzündungsreaktionen oder die Minderung von oxidativem Streß berühren.

Allgemein betrachtet halte ich aber doch die Originale, und zwar die aus der Region, für deutlich besser als Pillen. Aber wir sind ja heutzutage so "reich", uns Exoten ebenfalls zufüttern zu können. Was nun Vitamine angeht, betrifft dies jedoch nicht nur Obst und Gemüse, sondern z.B. auch Haferflocken und Nüsse, wie ich gelesen habe. Also, das Angebot ist reichlich. Wenn Du Dir die Mühe machen willst, die Obst- und Gemüsesorten, auf die Du allergisch bist, nach Vitaminen abzuklopfen und dann nach alternativen natürlichen Möglichkeiten suchst..., kannst Du so einem Mangel entgehen. Doch vielleicht auch ist es bei Deiner sonstigen Ernährung gar nicht nötig. GGfls. kann man auch im Blut Vitaminspiegel bestimmen.



Was das Gluten angeht, kann man das, glaub ich, ebenfalls über´s Blut nachprüfen. Doch wenn ich an Ernährung aus der Region denke, denke ich auch an Weizen, und damit macht das Gluten für mich durchaus Sinn. Ich halte das Getue um 'glutenfrei' im übrigen für eine Modeerscheinung bzw. im Hintergrund für eines der Ergebnisse, dass man mehr und mehr imstande ist, Inhaltsstoffe zu identifizieren -um sie gleichtzeitig in gut und böse zu bewerten. Hinter diesen Bewertungen stecken nicht selten verschiedene Interessen. Kannst ja mal über einen kurzen Zeitraum weglassen und gucken, ob sich am Krankheitsgeschehen was ändert.



@ Frosch, Dem Zuspitzen auf Allergien und Unverträglichkeiten bei Vaskulitiden kann ich nicht folgen; es betrifft doch Gesunde ebenso. Hast Du dazu Fundstelllen?

LG Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
dsabine (Archiv)
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Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von dsabine (Archiv) »

Hier ganz gut zusammengefasst zur Glutenunverträglichkeit:

http://www.sz-online.de/ratgeber/wie-schaedlich-ist-gluten-im-brot-wirklich-3381905.html
kletterrose (Archiv)
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Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von kletterrose (Archiv) »

http://medizin-aspekte.de/leibniz-forschungsprojekt-wheatscan-zur-aufklaerung-der-ursachen-fuer-weizenunvertraeglichkeiten
Frosch (Archiv)
Beiträge: 416
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Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Frosch (Archiv) »

Hallo Ingeborg,



ich habe mich durch eine Menge Literatur durchgewühlt, um einschätzen zu können, wie sinnvoll die mir vorgeschlagene Therapie ist.



Was ich daraus mitgenommen habe ist, dass es "die Vaskulitis" nicht gibt, sondern es immer eine Kombination von Symptomen quer durch den Birminghamer Vaskulitis Score und darüber hinaus sein kann.



Allergie ist dabei. Ob es im Einzelfall eine Rolle spielt, muss jeder selbst herausfinden.



Beleg 1

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3403268

[Allergic vasculitis caused by food allergy]



Beleg 2

Gefäßschädigung durch ein Zusammenspiel von ANCA, Histaminen u.a.

https://books.google.de/books?id=giHkR7wI5GYC&pg=PA201&lpg=PA201&dq=bei+der+pauci-immunen+Vaskulitis+werden+nach+stimulierung&source=bl&ots=oDQBr0QVG6&sig=Egqiv8PvZN29fwCBBd4BhdIC12I&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjBp9nW6PbOAhWFvhQKHcOeAZUQ6AEIIjAB#v=onepage&q=bei%20der%20pauci-immunen%20Vaskulitis%20werden%20nach%20stimulierung&f=false



Beleg 3

http://www.hopkinsvasculitis.org/vasculitis/vasculitis/



"There are certain types of vasculitis that can be due to infection where the bacteria/virus/fungas directly invades the vessel wall. Other types of vasculitis may be due to an ‘allergic’-type reaction to medications or toxins.



However, the causes of most vasculitides discussed on this website are currently unknown – and not caused directly by an infection or toxin." - also nicht direkt aber möglicherweise indirekt.



Bei mir sind die Symptome nicht gleichzeitig, sondern nacheinander gekommen - es war eine Kettenreaktion. Wie ich reagiert habe, war inklusive - eventuell hätte ich den Prozess stoppen können, wenn ich rechtzeitig den Stress runtergefahren hätte, ausreichend getrunken hätte, kein Aspirin genommen oder das Aspirin kontrollierter genommen hätte, bzw. nicht unvermittelt mit der Einnahme aufgehört hätte. Der Anfang war ganz klar eine allergische Reaktion, mein Immunsystem war aus dem Gleichgewicht und ich habe es Schritt für Schritt weiter belastet.



Es ist halt "systemisch". D.h. es gibt nicht Ursache und Effekt sondern ein mehr oder weniger zufälliges Zusammenspiel vieler Faktoren.



Im Moment versuche ich den Prozess zurückzudrehen, d.h. mein Immunsystem so weit wie möglich zu "entlasten". Meine Allergien und Histamin sind dabei ein Faktor.
Dany_CH (Archiv)
Beiträge: 111
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Dany_CH (Archiv) »

Hallo zusammen



Hier eine Info (ev. für Süddeutschland von Interesse) zum Thema "Konnektivitis und Vaskulitis: Ernährung und Autoimmunerkrankung"



15. Nationalen Patiententag am Inselspital in Bern (Schweiz) am 27.10.2016



http://www.ria.insel.ch/uploads/media/2016_Patiententag_RIA_Flyer.pdf



Ich wünsche allen einen guten Tag

Dany
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Ingeborg »

Hallo Frosch,

hast Dir viel Mühe gegeben. Klar ist wohl, dass es viele Symptome und auch Kombinantionen von ihnen gibt -je nach Vaskulitisform. So ist es auch mit nem Auslöser: bei mancher kann man eher von einer allergischen Komponente ausgehen, bei anderen nicht.



Dass eine leukozytoklastisch Vaskulitis, Vaskulitis allergica zum Beispiel eine allergie-ausgelöste Vaskulitis ist, ist klar. Die Seite 'hopkinsvaskulitis.org' benennt auch zurecht im ersten Teil neben Viren etc. Allergien. Es wird dann ergänzt nach: ... are currently unknown – and not caused directly by an infection or toxin (dem von Dir zitierten):

"It is clear, however, that in the systemic vasculitides, the immune system plays a critical role in the tissue damage seen in vasculitis."



Unter systemischer Vaskulitis versteht man allgemein, dass die V. das gesamte System, also mehrere Organe betroffen hat und sich nicht nur auf eines, z.B. die Haut beschränkt. Dass systemisch ein mehr oder weniger zufälliges Zusammenspiel von vielen Faktoren bedeuten soll, ist mir fremd. Man geht halt davon aus, dass das Immunsystem nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann, dauernd aktiv sich gegen den eigenen Körper wendet. Ob das wirklich der Wahrheit letzter Schluß ist, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren/Jahrzehnten zeigen...



Wie dem auch sei: Der Mensch ist so angelegt, nach einem Schuldigen, hier einem Auslöser, zu suchen, um das, was ihn getroffen hat, rückgängig machen zu können.

Aber: Wenn nach dem heutigen Erklärungsmodell, am Beispiel, die Bahn einmal aus dem Gleichgewicht gekommen und entgleist ist, ist sie entgleist, egal, welcher Auslöser dazu geführt hat. Ob und wie man das in der Medizin rückgängig machen kann, daran arbeitet die medizinische Forschung, hoffe ich.



Fazit: Jeder einzelne hat seine Anlage, seinen Auslöser für die Erkrankung und die V-form, die ihn erwischt hat. Ein Modell (die allergische Reaktion) für alle reicht da sicherlich nicht. Innerhalb dessen, was das gesamte Gesundheitssystem bietet und mit eigenem Nachdenken sucht man sich also seinen Weg, mit der Erkrankung zurechtzukommen. Und mit Hilfe anderer Betroffener, also dieses Forums, natürlich.

In diesem Sinne auch Dir alles Gute.

Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Frosch (Archiv)
Beiträge: 416
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Gluten/Ernährung

Beitrag von Frosch (Archiv) »

Hallo Ingeborg,



ich denke schon, dass es sich lohnt zu überlegen, was individuell der/die Auslöser sein könnten, denn manches kann man abstellen.



Z.B. bei Medikamenten, bei Umweltgiften, bei der Ernährung, beim Stress.
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