Rheumadoc oder Angiodoc

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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slenny (Archiv)
Beiträge: 436
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Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von slenny (Archiv) »

Seid einiger Zeit frage ich mich warum wir nur bei internistischen Rheumatologen "richtig" sind. Hat jemand Erfahrung mit Angiologen? Wegen meiner Aortendissektion möchte ich für die Kontrollen weg von der Uniklinik und bin beim Angiologen angemeldet. Ich frage mich, ob er auch für die RZA "zuständig" sein könnte. Was meint ihr?
Maxima (Archiv)
Beiträge: 224
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Maxima (Archiv) »

Hallo slenny,



genau diese Frage stellte sich mir auch. Ich bin jetzt in einer Gemeinschaftspraxis um Frau Dr. Krummel-Lorenz,also Leuten die sich mit Vasculitis auskennen. Ich habe ja auch RZA und jetzt wohl auch noch die Polymyalgika Rheumatika. Für mich ist rein Körper und Schmerzmäßig das eine nicht vom anderen zu trennen. Was verursacht die Rheumatika, wie weit ist die RZA aktiv.Für die Erstdiagnose und 2 mal zur Kontroll bin ich in dem PED gewesen.Jetzt sind die Überlegungen weiterer Kontrollen beim Angiologen zu machen. Welchen Vorteil haben Angiologen, wer wird noch von Angiologen betreut?



LB Gruß maxima
Marie60 (Archiv)
Beiträge: 376
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Marie60 (Archiv) »

Das würde mich auch interessieren, hab auch RZA, War in 2012 zweimal im PET und muss jetzt immer ins MRT zur Kontrolle.

Einmal war ich beim Angiologen wegen der Schläfenarterien.



LG Marie
Frosch (Archiv)
Beiträge: 416
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Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Frosch (Archiv) »

Ganz klar Angiodoc. Ich habe keinen Rheumadoc mehr.



Die Leitlinien sind dieselben. Aber der Angiodoc hat mehr Ahnung von Blutgefässen und untersucht auch entsprechend. Der - gute, überlaufene - Rheumadoc, bei dem ich zuerst aufgeschlagen bin, hat meine Thrombose nicht erkannt, meinte "Vaskulitis, komplex" und hat mich ins Krankenhaus überwiesen. Die nephrologische Abteilung dort, die auch Rheuma macht, hat die Thrombose auch nicht erkannt, auch nicht die Neurologin, die dort meine Beine untersuchte. Das hat erst der Angiologe geschafft.



Ich brauche noch einen Nephrologen. Mehr als die Untersuchungen der beiden macht ein Rheumadoc auch nicht.



Zusammen mit einem guten Hausarzt (Internist) reicht mir das.
Maxima (Archiv)
Beiträge: 224
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Maxima (Archiv) »

Hallo Marie60



wie oft warst Du denn schon zur Kontrolle im MRT und wie genau konnte man dann den Zustand der Arterien sehen?



Gruß maxima
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Ingeborg »

Man könnte meinen, dass "wir" zum Gefäßarzt gehören. Doch "ganz klar" sehe ich das nicht. Allein die Diagnostik einer Vaskulitis kann derart aufwändig und schwierig sein, dass der Gebrauch von "ganz klar" in der Medizin sowieso schwierig ist. Beiden Fachgebieten gemeinsam ist allerdings die Befassung mit Gefäßen.



Eine (isolierte oder) systemische Vaskulitis, von der wir hier im Forum sprechen, ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, für deren Behandlung es einer internistischen und rheumatologischen Ausbildung bedarf. So weiß der intern. Rheumatologe, welche speziellen Rheuma-Medis hier helfen können (soweit er es wegen der Seltenheit der Erkrankung und damit seltener Patientenzahl überhaupt weiß. Aber das ist ein anderes Thema). Denn es gehört zu seinem Fachgebiet und nicht zu dem eines Angiologen.



Ein Angiologe befaßt sich mit dem Zustand bzw. mit den Erkrankungen der Venen, Arterien und des Lymphsystems, also eher mit Arteriosklerose (wobei, sollte das Herz betroffen sein, dann der Kardiologe zuständig wird) und was den Gefäßen sonst noch zustoßen kann. So ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, wenn ein Rheumatologe nicht vornehmlich an eine Thrombose denkt -es ist nicht sein Fachgebiet. Hier macht sich die Spezialisiererung in der Medizin leider negativ bemerkbar. Jedoch ist es wohl in beiden Fachgebieten so, dass mehrere Fachärzte in Betracht kommen (können).



Also, warum nicht auch den Angiologen zum Zustand der Gefäße Stellung nehmen lassen -und den Rheumantologen (oder Nephrologen, die noch am ehesten von system. Vaskulitis wegen der gefährlicheren Nierenbeteiligung Ahnung haben) -unter Außerachtlassung einer Arteriosklrose und Blutgerinnsel- zu den sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Grüße, Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Frosch (Archiv)
Beiträge: 416
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Frosch (Archiv) »

Die Angiologen / alle Ärzte geben typischerweise an, worauf sie spezialisiert sind.



Bei meinem steht Vaskulitis der großen Gefäße.
slenny (Archiv)
Beiträge: 436
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von slenny (Archiv) »

Schön, dass meine Frage zu Diskussionen anstiftet. Soweit ich Wikipedia verstanden habe, ist die Angiologie als internistische Querschnittsdisziplin erst seit Beginn des letzten Jahrhunderts "entdeckt" worden. Damit ist sie recht jung. Ich werde mit dem "Kollegen" ein ausführliches Gespräch führen und euch weiter berichten. Bin auf weitere Beiträge gespannt.
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Ingeborg »

Hi Frosch,

das find ich nun eher ungewöhnlich, da wäre ja Dein Angiologe Spezialist für Vaskulitis der großen Gefäße und fühlt sich zuständig für die Diagnostik und Behandlung? Wäre so nur leider nix für meine Vaskulitis der kleinen und kleinsten Gefäße. Bei meinen Ärzten steht auf´m Schild immer nur die Facharztbezeichnung, also Internist, Rheumatologe, Neurologe usw.. Hab noch nie gesehen, dass, z.B. ein Neurologe auf´m Schild sich als Spezialist für Polyneuropathie oder der Rheumatologe als solcher für Venenerkrankungen zu erkennen gibt, also sogar zu etwas, was nicht zum Fachgebiet gehört.



Ich hab ja nichts dagegen, wenn Du neben Deinem Hausarzt nur noch den Nephrologen brauchst, was bei manchem Vasku der Fall ist, und zudem einen (brauchbaren) Angiologen hast, der den Zustand Deiner Gefäße im Auge behält. Mich störte nur, dass "ganz klar" der Angiologe für "uns" zuständig sei.

Was meinen denn die anderen dazu, ob und welche Vorteile ein Angiologe für "uns" haben kann?

LG Ingeborg
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(Viktor Frankl, 1905-1997)
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Rheumadoc oder Angiodoc

Beitrag von Ingeborg »

Hi slenny,

was haben wir vor Zeiten hier für Diskussionen geführt:-) Schön, zeitweise recht kontrovers, aber interessant war´s. Wir waren jedoch ein paar mehr, die sich Gedanken machten und äußerten. Manche davon sind nicht mehr im Forum, was unter bestimmten Aspekten mal auch positiv zu sehen ist..., aber manchmal eben auch nicht.

Ja, frag mal den Arzt und berichte.

Grüße
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