Mitochondriopathie

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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Ingeborg
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Re: Mitochondriopathie

Beitrag von Ingeborg »

Norwegische Studie: Hinweise auf eingeschränkte Funktion des wichtigen Enzyms PDH bei ME/CFS.



Eine neue Studie erhärtet den Verdacht, dass der Energiestoffwechsel bei ME/CFS gestört ist. Dies hat eine Untersuchung der norwegischen Forscher Øystein Fluge, Olav Mella und Karl Johan Tronstad ergeben, deren Ergebnisse gerade im Journal of Clinical Investigation Insight erschienen sind. Die Studie legt nahe, dass die Funktion des Enzyms Pyruvatdehydrogenase/PDH deutlich eingeschränkt ist. Die PDH ist für den Abbau von Zucker in Energie zuständig. Die Forscher nehmen außerdem an, dass ein Bestandteil im Blutserum der Patienten (z.B. ein Autoantikörper) dafür verantwortlich sein könnte.

Das Enzym PDH spielt eine elementare Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen. Das Enzym verbindet die Glykolyse (den enzymatischen Abbau von Zucker) mit dem Citratzyklus in den Mitochondrien, der hauptsächlich für die ATP-Produktion zuständig ist. Eine eingeschränkte Aktivität der PDH könnte wiederum für viele Symptome von ME/CFS ursächlich sein, wie z.B. die erhebliche Zustandsverschlechterung nach geringer körperlicher Belastung (PEM). Sie könnte auch eine verminderte Energieproduktion und eine erhöhte Laktatproduktion in den (Muskel-)Zellen von ME/CFS-Patienten erklären...

weiter unter: https://www.mecfs.de/norwegische-studie-gestoerter-energiestoffwechsel-bei-mecfs/



Wenn auch ME/CFS sich in vielen Symptomen von "unserem" Fatigue-Syndrom unterscheidet (und es zur Diagnosestellung von CFS in DE auszuschließen ist), so ist doch m.E. die wesentliche Hauptsymptomatik, nämlich die Mattigkeit, Schlappheit, Müdigkeit, den Alltag kaum bis nicht mehr bewältigen können, absolut gleich. Ich bin davon überzeugt, dass die wenigen Ansatzpunkte hierzu, die eine Hand voll darauf spezialierte Ärzte praktizieren, ein möglicher Weg sein kann.

Wenn es mir, ohne weiteren Schaden zu nehmen, gelingt, zum nächstgelegenen Arzt (in ca. 200 km Entfernung) zu kommen, werde ich weiter berichten.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Wolke (Archiv)
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Re: Mitochondriopathie

Beitrag von Wolke (Archiv) »

Hallo Ingeborg,



bei mir wurde "sekundäres Fatigue-Syndrom" zur RZA als Diagnose festgestellt.



Als ich in Bad Bramstedt in Reha war hatte ich einen Termin bei Frau Dr. Holle und habe sie darauf angesprochen was man dagegen tun kann. Sie sagte mir dass diese Müdigkeit bei Vaskulitis oft dazugehört und bei manchen auch bleibt.



Leider nicht sehr ermutigend. Ich kann sehr gut mitfühlen wie es dir geht.



Hat bei Jemandem Akupunktur geholfen? Oder Vitamin B12, B6 und Folsäure spritzen?



Liebe Grüße



Wolke
Ingeborg
Beiträge: 4220
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Re: Mitochondriopathie

Beitrag von Ingeborg »

Hi Wolke und alle,

ich hab mich eine zeitlang damit beschäftigt und versucht, eine Ärztin am Ort, die Akupunktur macht und Vitalstoffe per Infusion gibt, dafür zu begeistern. Zu erfahren, um was es geht, war für sie "schwieriger, als sie dachte". Somit ist sie mir abgesprungen, sprengte wohl die Routine einer normalen Praxis.

Was ich weiß: von Ärzten, die sich auskennen, wird eine eigehende, spezielle Anamnese gemacht, danach wird bestimmt, was untersucht wird. Das sind z.B. auch Laborwerte, die nicht jedes Labor macht, also braucht man ein Speziallabor. Die sind wohl genauso selten, wie die Ärzte. Es geht auch darum, zu bestimmen, was innerhalb der Zelle abläuft, also nicht nur im Blut. Schließlich geht es in der Therapie darum, speziell mit den (Vital-)Stoffen zu therapieren, die im Energiestoffwechsel des einzelnen fehlen.

Jedenfalls berichten Patienten, es gehe ihnen besser. Also gibt es zumindest einen Weg, den man nicht auslassen sollte -wenn auch der Weg keine Garantie zur Verbesserung für jeden sein wird.

Grüße, Ingeborg
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(Viktor Frankl, 1905-1997)
Hope (Archiv)
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Re: Mitochondriopathie

Beitrag von Hope (Archiv) »

Hallo Wolke,

auch von mir noch ein herzliches Willkommen!

Folsäure wird in der MTX-Therapie eingesetzt, um den sonst durch MTX entstehenden Folsäuremangel auszugleichen. Darüberhinaus sollte man keine Folsäure nehmen, da sie die Vaskulitis verschlechtern kann.

LG

Hope
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Re: Mitochondriopathie

Beitrag von Hope (Archiv) »

Hallo Ingeborg,

Du hast Dich ja ganz schön in die norwegische Studie eingearbeitet, und ich wünsche Dir (und uns 😉), dass sie und der von Dir ins Auge gefasste Arzt Dir weiterhelfen können. An dem weiteren Bericht bin ich sehr interessiert.

LG

Hope
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