Autoimmunerkrankung durch Alkohol

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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jeyjeysounds (Archiv)
Beiträge: 1
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Autoimmunerkrankung durch Alkohol

Beitrag von jeyjeysounds (Archiv) »

Hallo liebe Forenmitglieder,



eigentlich wusste ich schon immer, dass mit mir was nicht stimmt.

Den Auslöser sehe ich in einem Alkoholexzess vor 8 Jahren. Kurz danach hatte ich bis heute täglich extrem trockene Augen und Mund. Damals wurde ich nur auf Diabetes getestet.



In den letzten paar Jahren hat sich mein Hautbild verändert und ich bekam immer mehr rötliche Leberflecken, die nach einer Histologie entzündet sind. Ich habe mir damals halt nicht mehr bei gedacht und war auch noch nicht so sehr eingeschränkt in meinem Alltag, sodass ich keine weitere Untersuchung veranlasste.



Vor 2-3 Jahren hatte ich plötzlich einen tauben rechten Daumen. Nach ca. 1 Jahr war das taube Gefühl wieder weg, allerdings ist er an der Fingerkuppe immer noch "empfindlich". Zur gleichen Zeit habe ich einen Druck im Hoden gespürt, den ich seitdem immer wieder habe. Eine Untersuchung beim Urologen (Sperma/Urin) brachte keinen Hinweis auf eine Infektion/Pilz, etc.



Hinzu kamen immer stärker werdende gastroenterologische Probleme, mit vielen Durchfällen und Obstipationen.



Im letzten Jahr, es war September, hatte ich plötzlich überhaupt keinen Appetit mehr und bekam neben einigen Fieberepisoden starke Schmerzen im linken Oberbauch. Ich hatte Tachykardie und bin einige mal synkopiert. Ich hatte schon mit meinem Leben abgeschlossen und wurde in eine psychosomatische Klinik gebracht. Ich hatte bereits eine umfassende ärztliche Diagnostik hinter mir.

Insgesamt wurden 2x AngioCT Abdomen, 2x MRT Thorax / Abdomen , 2 x Kolloskopie, 2x Endoskopie Duodenum. Nur eine minimale Hepatosplenomegalie und Luft im Dünndarm konnte festgestellt werden. Die Kolloskopie ergab zuletzt eine erosive unspezifische Enteritis Stufe 1.

Immunabwehr ist verstärkt.



Zuletzt wurde noch eine Katheterangiografie von den Bauch-, Nierengefässen zum Ausschluss einer Thrombose/Stenose gemacht. In der Besprechung mit dem Radiologen wies ich auf Mikroaneurysmen hin, die von ihm allerdings nicht mit Sicherheit objektiviert werden konnten.

In einer umfassenden Labordiagnostik wurden unter anderem niedrige Testosteronspiegel, erhöhte dsDNA-Werte, Hyperhomocysteinämie festgestellt. Leicht erhöhte Harnsäure, minimale Proteinurie mittels Teststreifen.



Jetzt warte ich auf einen Termin bei einem Rheumatologen, von denen es leider zu wenige gibt. Die Beschwerden kann ich derzeit nur mit Aspirin lindern.



Vielleicht findet ja jemand mit ähnlicher Beschwerdesymptomatik meine Nachricht hier. Vielleicht kann jemand ja noch einen Ratschlag geben, zu welchen Ärzten ich am besten gehen sollte.



Ein schönes Wochenende!
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Autoimmunerkrankung durch Alkohol

Beitrag von Ingeborg »

Hallo jeyjeysounds,

da hast Du ja einiges zusammengetragen an halben und ganzen Diagnosen und an Erfahrung mit Ärzten. Als Laie kann ich das nicht zusammenfügen und habe auch ein anderes Beschwerdebild.

Was mir einigermaßen bekannt vorkommt, ist dsDNA, das wohl in Richtung Lupus oder auch anderer Autoimmunerkrankung geht. Da wäre ein mit Autoimmunerkrankung (Kollagenosen/Vaskulitiden) erfahrener internistischer Rheumatologe fachlich zuständig. Auch Hodenschmerzen können im Zusammenhang mit einer Vaskulitis stehen, wie auch die Darmprobleme. Bei Homocytein denk ich an Thrombosen, also Gefäße bzw. die dazugehörigen Organe, z.B. Herz.

Es muß jedoch nicht alles zusammengehören. Aber irgendwo muß ja mal zusammengefaßt oder was ausgeschlossen werden. Müßte. Denn mitunter ist es wirklich aufwändig und schwierig und kann Jahre dauern, bis -gerade auf dem unsicheren Terrain einer Autoimmunerkrankung- eine Diagnose steht. Ist denn mal eine umfassende Rheumaserologie gemacht worden?

Ich würde Dir raten, mit Deinem HA oder einem sonst aufgeschlossenen Arzt über eine Klinikeinweisung zu reden, wobei Deine gesamten Beschwerden in einer Gesamtschau zusammengetragen werden können, z.B. einer Uniklink, die den Vorteil kurzer Weg bei all den Untersuchungen hat. Die Uniklinik Ulm, beispielsweise, befaßt sich mit unklaren Krankheitsbildern.

Mit besten Wünschen

Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Autoimmunerkrankung durch Alkohol

Beitrag von Ingeborg »

noch vergessen:

der HA kann Dir evtl. zu einem Termin beim Rheumatologen durch einen Anruf mit dem Hinweis auf Dringlichkeit behilflich sein.
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