Wie mit seinem Leben in der DDR umgehen, wie mit DDR-Wehrdienst und wie mit dem Ausbruch einer unheilbaren Krankheit vor ein paar Jahren? Was haben beide gemeinsam?
Morbus DDR und Morbus Parkinson?
Der Autor Stefan Berg, in der DDR aufgewachsen, im Interview in Deutschlandradio Kultur:
http://www.deutschlandradiokultur.de/stefan-berg-warum-waren-briefe-fuer-sie-medizin.970.de.html?dram:article_id=297936
Interview zu Morbus DDR und Morbus Parkinson
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S. (Archiv)
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Ralf N (Archiv)
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Re: Interview zu Morbus DDR und Morbus Parkinson
Äusserst interessanter Beitrag für mich, hat viele Paralleelen in meinem Leben in der DDR und der NVA aufgezeigt, auch wenn ich kein Kriegsdienstverweigerer war sondern mich mit 18 Jahren auf Grund meiner Affinität zur Fliegerei auf 'lebenslänglich' verpflichtet hatte.
Mit dem System so wie es war konnte man einfach nicht leben, bei mir ging es über Stephan Heym (König David Bericht) und die Beschäftigung mit Mahatma Gandhi zum Schluß in eine Position wo mein passiver Widerstand in der Auseinandersetzung mit dem System und den Vorgesetzten zum psychischen Zusammenbruch führte. Wodurch mir der Ausstieg aus der NVA nach 15 Jahren auf eigenen Wunsch mit einem Entpflichtungsgesuch aus Gewissensgründen gelang.
Meine Depressionen und Angstzustände waren ja keine medizinische Indikation sondern wurden als abnormale Entwicklung zur Neurose ausgelegt...
Interessant auch die Einstellung zur Krankheit. Ich sehe die Krankheit zwar nicht unbedingt als Chance, aber als einen Wendepunkt im Leben, verantwortungsvoller mit mir umzugehen und positiv zu wirken - jeden Tah eine kleine gute Tat macht glücklicher und hilft die Krankheit zu verdrängen (zumindest im Kopf).
LG
Ralf
Mit dem System so wie es war konnte man einfach nicht leben, bei mir ging es über Stephan Heym (König David Bericht) und die Beschäftigung mit Mahatma Gandhi zum Schluß in eine Position wo mein passiver Widerstand in der Auseinandersetzung mit dem System und den Vorgesetzten zum psychischen Zusammenbruch führte. Wodurch mir der Ausstieg aus der NVA nach 15 Jahren auf eigenen Wunsch mit einem Entpflichtungsgesuch aus Gewissensgründen gelang.
Meine Depressionen und Angstzustände waren ja keine medizinische Indikation sondern wurden als abnormale Entwicklung zur Neurose ausgelegt...
Interessant auch die Einstellung zur Krankheit. Ich sehe die Krankheit zwar nicht unbedingt als Chance, aber als einen Wendepunkt im Leben, verantwortungsvoller mit mir umzugehen und positiv zu wirken - jeden Tah eine kleine gute Tat macht glücklicher und hilft die Krankheit zu verdrängen (zumindest im Kopf).
LG
Ralf
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Re: Interview zu Morbus DDR und Morbus Parkinson
Ja Du, ich fand es total interessant, auch diesen Vergleich anzustellen, und dann seine Schlussfolgerung, dass es für ihn eben wichtig war, in beiden Situationen sich immer die Hoffnung zu bewahren.