neue Forschung

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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dsabine (Archiv)
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neue Forschung

Beitrag von dsabine (Archiv) »

Eine internationale Kooperation von Forschern in Dublin, Bonn und Melbourne hat eine entscheidende Entdeckung für eine frühzeitige, nicht-invasiven Behandlung u.a. von rheumatischen Erkrankungen gemacht



Leider bisher nur auf Englisch:

http://www.sciencedaily.com/releases/2015/02/150216131119.htm





Und die wiss. Veröffentlichung (englisch)

http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.3806.html
S. (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von S. (Archiv) »

Dann hoffe ich mal, dass sie bald auch herausfinden, ob das MCC950 auch bei Vaskulitiden etwas bringt. Wichtig in dem Artikel ist aber vor allem auch, dass dieses Forschungsergebnis einmal mehr aufzeigt, dass viele entzündliche Autoimmunerkrankungen ein gemeinsamer grundlegender Prozess verbindet.



Die Frage, die sich da für mich stellt, lautet:

Sind entzündliche Autoimmunerkrankungen unter den Seltenen Erkrankungen dann überhaupt Seltene Erkrankungen oder vielmehr eine sehr viel häufigere Grunderkrankung mit unterschiedlichen Ausprägungen?

Stimmt das Konzept der Seltenen Erkrankung im Fall von Vaskulitiden überhaupt?

Wenn es nicht stimmt, müsste dann nicht Forschung viel besser finanziert werden als es für SEltene der Fall ist?
dsabine (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von dsabine (Archiv) »

An der Uni Bonn gibt es ein Forschungsinstitut für angeborene Immunität (das auch an der von mir oben geposteten Forschung beteilgt war) und das sog. Exzellenzcluster zu ImmunoSensation. Einer der vielen Forscher dort hat kürzlich bei einem Vortrag gesagt, dass man sich garnicht mehr so sicher ist, was das Immunsystem eigentlich ist. Damit würde auch das Konzept der Autoimmunität ganz neu bedacht werden müssen. Eventuell ist es ja ein oder viele ganz andere Zellprozesse, die bisher immer nur als eine Überreaktion/Fehlfunktion beschrieben wurden.



http://www.immunosensation.de/research/summary.html



http://www.iii.uni-bonn.de/
kletterrose (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von kletterrose (Archiv) »

hier ist noch einmal MCC950 gefunden bei der MS

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=5554
buban (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von buban (Archiv) »

Was ist dieses MCC 950 und wie lautet diese nichtinvasive Behandlung?
buban (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von buban (Archiv) »

Hallo was ist MCC 950 ? Danke
kletterrose (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von kletterrose (Archiv) »

Hallo buban



Professor Luke O´Neill und seine Kollegen veröffentlichten im renommierten Medizinjournal Nature Medicine die Beschreibung eines Moleküls mit dem Namen MCC950, dass das sogenannte "NLRP3 Inflammasom" unterdrückt. Das NLRP3 Inflammosom ist ein Proteinkomplex bestimmter weiser Blutkörperchen, der aktivierend auf einen Schlüsselprozess der Entzündung wirkt.

Es wird im Tiermodell erprobt und ist noch in der Forschung.

Du kannst es bei der MS nachlesen und wie S. oben schrieb ist es möglich ,dass viele entzündliche Autoimmunerkrankungen ein gemeinsamer grundlegender Prozess verbindet. Und es bleibt abzuwarten ob es noch mehr Einsatzmöglichkeiten gibt. LG
S. (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von S. (Archiv) »

Es ist ein Molekül, dass ein sogenanntes Inflammasom blockiert, das wiederum einen Schlüsselprozess im Gesamt-Entzündungsprozess in einem Körper, unabhängig von der jeweiligen Autoimmunkrankheit aktiviert. Es handelt sich um das Inflammasom NLRP3.

Was ist ein Imflammasom?

siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Inflammasom
buban (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von buban (Archiv) »

Vielen Dank, gibt es zusammenhänge mit Vaskulitis?
dsabine (Archiv)
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Re: neue Forschung

Beitrag von dsabine (Archiv) »

Der Zusammenhang mit Vaskulitis - und womöglich vielen anderen Autoimmunerkrankungen - besteht darin, dass man die Entzündungen auf diese Weise - zumindest heute schon in Tierversuchen - viel früher blockieren bzw. ganz verhindern kann. Also, nicht mehr auf eine Entzündung mit Kortison und Immunsuppression per Medikament reagieren, sondern den Vorgang selber schwächen oder aufhalten. Das bedeutet "nicht-invasiv", also ohne weitgreifende Auswirkungen und Nebenwirkungen auf andere Bereiche und Abläufe im Körper - mit denen wir uns ja dank Kortison und MTX/Aza usw. rumschlagen.



Wenn dies nun tatsächlich zur Entwicklung einer erfolgreiche Methode führt, mit der eine Entzündung quasi in der Entstehungsphase aufgehalten werden kann, das wäre das für uns und alle anderen chronischen Entzündungsekrankungen sensationell!
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