Mein Ende gehört mir
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fallacy1978 (Archiv)
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Mein Ende gehört mir
Ich weiß, es ist ein schwieriges und auch kein schönes Thema trotzdem sollten wir uns alle damit beschäftigen. Oder?
„Aktive Sterbehilfe“
In letzter Zeit habe ich mich sehr viel damit beschäftigt, grade durch den Fall der vor einigen tage in der Presse war
http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-11/sterbehilfe-maynard-oregon
und auch weil es mir selbst schon oft sehr schlecht ging, und ich selbst entscheiden will wann ich gehe, wenn es so weit ist.
Ich frage mich immer wieder, warum dürfen wir in Deutschland nicht selbst bestimmen wann wir gehen wollen? Warum müssen wir leiden wenn es nicht mehr erträglich ist?
Jedes Tier darf gehen wenn man sieht es leidet nur noch. Warum wir Menschen nicht?
Nicht falsch verstehen, mir geht es nur darum wenn jemand krank ist und es abzusehen ist wann er stirbt und es auch keine Heilung mehr geben kann. Diesen Menschen dann einfach gehen zu lassen und ihn nicht noch Wochen/Monate lang Quälen.
Das ist doch Menschenunwürdig oder?
In vielen Ländern ist es doch auch erlaubt warum bei uns nicht?
Die es wirklich wollen werden dann eh rechtzeitig in andere Länder reisen.
Aber muss man Ihnen wirklich das sterben noch so schwer machen?
Der aktuelle Kinofilm „ Hin und Weg“ zeigt auch wie Freunde mit Ihrem kranken Freund der an ALS erkrank ist nach Belgien reisen damit er dort in Würde sterben kann.
Hier der Link fall es jemand interessiert.
http://www.kino.de/kinofilm/hin-und-weg/151523
Vor kurzem haben auch einige Promis eine Kampagne ins Leben gerufen:
http://letzte-hilfe.de
Also man sieht, viele Deutsche wollen es. Es tut sich was, aber wie lange soll es noch dauern bis es erlaubt ist?!
Was mich auch sehr wütend gemacht hat, Ich habe eine Interview gesehen mit dem scheidenden Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Nikolaus Schneider ist eigentlich gegen aktive Sterbehilfe, aber würde seine krebskranke Frau auch gegen seine eigene Überzeugung bei der Sterbehilfe begleiten. Immer schön allen anderen Menschen was verbieten, aber wenn es an die eigenen Gefühle geht und man seine Familienangehörigen leiden sehen muss oder selbst leiden muss, dann sieht es plötzlich ganz anders aus.
Wie steh ihr dazu? Dafür oder dagegen?
Also ich bin ganz klar dafür. So wie jeder auch im Leben selbst Entscheidungen treffen kann, so kann doch auch jeder für sich sehr gut entscheiden wann er gehen will,
wenn für Ihn die Zeit gekommen ist.
„Aktive Sterbehilfe“
In letzter Zeit habe ich mich sehr viel damit beschäftigt, grade durch den Fall der vor einigen tage in der Presse war
http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-11/sterbehilfe-maynard-oregon
und auch weil es mir selbst schon oft sehr schlecht ging, und ich selbst entscheiden will wann ich gehe, wenn es so weit ist.
Ich frage mich immer wieder, warum dürfen wir in Deutschland nicht selbst bestimmen wann wir gehen wollen? Warum müssen wir leiden wenn es nicht mehr erträglich ist?
Jedes Tier darf gehen wenn man sieht es leidet nur noch. Warum wir Menschen nicht?
Nicht falsch verstehen, mir geht es nur darum wenn jemand krank ist und es abzusehen ist wann er stirbt und es auch keine Heilung mehr geben kann. Diesen Menschen dann einfach gehen zu lassen und ihn nicht noch Wochen/Monate lang Quälen.
Das ist doch Menschenunwürdig oder?
In vielen Ländern ist es doch auch erlaubt warum bei uns nicht?
Die es wirklich wollen werden dann eh rechtzeitig in andere Länder reisen.
Aber muss man Ihnen wirklich das sterben noch so schwer machen?
Der aktuelle Kinofilm „ Hin und Weg“ zeigt auch wie Freunde mit Ihrem kranken Freund der an ALS erkrank ist nach Belgien reisen damit er dort in Würde sterben kann.
Hier der Link fall es jemand interessiert.
http://www.kino.de/kinofilm/hin-und-weg/151523
Vor kurzem haben auch einige Promis eine Kampagne ins Leben gerufen:
http://letzte-hilfe.de
Also man sieht, viele Deutsche wollen es. Es tut sich was, aber wie lange soll es noch dauern bis es erlaubt ist?!
Was mich auch sehr wütend gemacht hat, Ich habe eine Interview gesehen mit dem scheidenden Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Nikolaus Schneider ist eigentlich gegen aktive Sterbehilfe, aber würde seine krebskranke Frau auch gegen seine eigene Überzeugung bei der Sterbehilfe begleiten. Immer schön allen anderen Menschen was verbieten, aber wenn es an die eigenen Gefühle geht und man seine Familienangehörigen leiden sehen muss oder selbst leiden muss, dann sieht es plötzlich ganz anders aus.
Wie steh ihr dazu? Dafür oder dagegen?
Also ich bin ganz klar dafür. So wie jeder auch im Leben selbst Entscheidungen treffen kann, so kann doch auch jeder für sich sehr gut entscheiden wann er gehen will,
wenn für Ihn die Zeit gekommen ist.
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Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Mein Ende gehört mir
Hallo fallacy, das ist ein Thema, das auch meines Erachtens Stellungahme von jedem erfordert. Und zwar selbst dann, wenn man nicht erkrankt ist. Wir bereiten uns 20 Jahre aufs Leben vor, um einigermaßen zu wissen, wie wir uns ihm stellen sollen. Warum sich nicht 20 Jahre auf den Tod vorbereiten.
Ich unterstütze seit Jahrzehnten die Arbeit der DGHS (Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben) als Bürgerrechtsorganisation in dem von Dir beschriebenen Sinne. Als Mensch mit eingebautem Unabhängigkeitsdrang behalte ich mir auch zu diesem Thema meine eigene Entscheidung vor. Meine Patientenverfügung ist ein Teil, die dies zum Ausdruck bringt. Übrigens hat der BGH vor kurzem erst entschieden, dass sie nicht nur dann gilt, wenn das Sterben bevorsteht, soweit man dies nicht selbst ausschließt.
Das Leben ist aber für mich bisher so spannend, selbst mit der Erkrankung, um nicht zu wissen, ob ich im Fall des Falles doch ein Hasenfuß bin. Im Grunde, so meine ich, kann man eine solche Entscheidung ohnehin nicht wirklich für sich voraussagen, weil niemand im Leben einer solchen Entscheidung ausgesetzt war, man sein eigenes Verhalten also nicht einschätzen kann.
Übrigens gab es schon mal einen ähnlichen Thread, der unerwartet ausgewogen war (mit emotionalen und folglich dogmatischen Ausnahmen). Wen es interessiert: schaut mal unter "und was ist mit Sterben".
Gruß, Ingeborg
Ich unterstütze seit Jahrzehnten die Arbeit der DGHS (Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben) als Bürgerrechtsorganisation in dem von Dir beschriebenen Sinne. Als Mensch mit eingebautem Unabhängigkeitsdrang behalte ich mir auch zu diesem Thema meine eigene Entscheidung vor. Meine Patientenverfügung ist ein Teil, die dies zum Ausdruck bringt. Übrigens hat der BGH vor kurzem erst entschieden, dass sie nicht nur dann gilt, wenn das Sterben bevorsteht, soweit man dies nicht selbst ausschließt.
Das Leben ist aber für mich bisher so spannend, selbst mit der Erkrankung, um nicht zu wissen, ob ich im Fall des Falles doch ein Hasenfuß bin. Im Grunde, so meine ich, kann man eine solche Entscheidung ohnehin nicht wirklich für sich voraussagen, weil niemand im Leben einer solchen Entscheidung ausgesetzt war, man sein eigenes Verhalten also nicht einschätzen kann.
Übrigens gab es schon mal einen ähnlichen Thread, der unerwartet ausgewogen war (mit emotionalen und folglich dogmatischen Ausnahmen). Wen es interessiert: schaut mal unter "und was ist mit Sterben".
Gruß, Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)
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Administrator
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Re: Mein Ende gehört mir
Das ist tatsächlich ein schwieriges Thema.
Vor wenigen Tage erst habe ich mich über Sterbehilfe - altiv und passiv - mit einem befreundeten Arzt unterhalten, weil bei mir im Freundeskreis ein Fall eingetreten ist, in dem dann doch das Schicksal die Entscheidung allen Beteiligten abgenommen hat.
Ich wurde auf eine interessante Seite aufmerksam gemacht, die einem auch ein wenig die Problematik von Patientenverfügungen verdeutlicht - einfach, weil von außen betrachtet alles "Mist" sein kann, der Betroffene selber aber, auch wenn er es vielleicht nicht äußern kann, alles ganz in Ordnung finden mag. Hier also zur Horizontserweiterung der Link - ich finde, da sind interessante Denkansätze enthalten:
http://www.locked-in-syndrom.org/
Vor wenigen Tage erst habe ich mich über Sterbehilfe - altiv und passiv - mit einem befreundeten Arzt unterhalten, weil bei mir im Freundeskreis ein Fall eingetreten ist, in dem dann doch das Schicksal die Entscheidung allen Beteiligten abgenommen hat.
Ich wurde auf eine interessante Seite aufmerksam gemacht, die einem auch ein wenig die Problematik von Patientenverfügungen verdeutlicht - einfach, weil von außen betrachtet alles "Mist" sein kann, der Betroffene selber aber, auch wenn er es vielleicht nicht äußern kann, alles ganz in Ordnung finden mag. Hier also zur Horizontserweiterung der Link - ich finde, da sind interessante Denkansätze enthalten:
http://www.locked-in-syndrom.org/
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Friedolin (Archiv)
- Beiträge: 688
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Das Problem ist und bleibt, dass bestimmte Leute anderen vorschreiben wollen ob sie sterben dürfen oder nicht. Das dann auch gerne auch aus religiösen Beweggründen oder um den angeblichen Mißbrauch zu vermeiden.
Auch in der Schweiz ist alles viel komplizierter als man vielleicht denkt. Wer über Dignitas "die große Reise" antreten möchte (wie es dort so schon heißt
), darf sich da erst mal durch den ganzen Gutachterjungle wühlen bzw. den Herren und Damen haargenau erklären warum er jetzt "verreisen" möchte. Und wieder entscheiden andere ob man darf oder nicht.
Wer da mal einen Blick drauf werfen will:
http://www.dignitas.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=20&Itemid=60&lang=de
Wie das so in den Niederlanden und Belgien ist, ist irgendwie unklar. Vielleicht kann Ben uns da was zu sagen?
Auch in der Schweiz ist alles viel komplizierter als man vielleicht denkt. Wer über Dignitas "die große Reise" antreten möchte (wie es dort so schon heißt
Wer da mal einen Blick drauf werfen will:
http://www.dignitas.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=20&Itemid=60&lang=de
Wie das so in den Niederlanden und Belgien ist, ist irgendwie unklar. Vielleicht kann Ben uns da was zu sagen?
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fallacy1978 (Archiv)
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- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Hallo Administrator,
ich habe schon öfters vom locked-in-syndrom gehört.
Natürlich können immer wieder Fälle auftreten wo der Patient vielleicht doch lieber nicht gestorben wäre. Aber er hat sich eben vorher mit einer Patientenverfügung entschieden. Bevor man so eine Patientenverfügung macht, sollte jedem natürlich klar sein was für Fälle auftreten können und mit was man Leben könnte und mit was nicht. Klar kann man mit nicht vermeiden vielleicht doch eine Fehlentscheidung getroffen zu haben und man vielleicht wenn die Situation wirklich kommt, doch lieber weiter gelebt hätte. Aber So ist das Leben. Man entscheidet für sich, manchmal vielleicht auch falsch.
Ich selbst kann auch nicht sagen wie es mir wirklich geht wenn es so weit gekommen ist. Ich kann nur sagen wie wichtig das Leben wird wenn man kurz vor dem Tod steht, das habe ich schon selbst erlebt und ich Liebe das Leben so schwer es auch manchmal ist. Es ist doch aber etwas ganz anderes wenn man nur noch im Bett liegt, sich nicht mehr bewegen kann und nichts mehr selbst machen kann, vielleicht keine Luft mehr bekommt, nicht mehr sprechen kann und sicher weiss es geht eh zu Ende. Dazu kommt dann noch, dass man seinen liebsten dann vielleicht auch diesen Anblick ersparen möchte und Sie einen nicht noch ewig begleiten und mitleiden müssen. Jeder muss einfach für sich entscheiden können was er will. Man muss es Ja nicht.
Ingeborg ich verstehe gar nicht so Recht warum es bei dem alten Beitrag zu solchen Unstimmigkeiten gekommen ist.
Es will doch keiner dem anderen etwas vorschreiben. Genaus darum geht es Ja, selbst zu entscheiden was man will. In beide Richtungen.
ich habe schon öfters vom locked-in-syndrom gehört.
Natürlich können immer wieder Fälle auftreten wo der Patient vielleicht doch lieber nicht gestorben wäre. Aber er hat sich eben vorher mit einer Patientenverfügung entschieden. Bevor man so eine Patientenverfügung macht, sollte jedem natürlich klar sein was für Fälle auftreten können und mit was man Leben könnte und mit was nicht. Klar kann man mit nicht vermeiden vielleicht doch eine Fehlentscheidung getroffen zu haben und man vielleicht wenn die Situation wirklich kommt, doch lieber weiter gelebt hätte. Aber So ist das Leben. Man entscheidet für sich, manchmal vielleicht auch falsch.
Ich selbst kann auch nicht sagen wie es mir wirklich geht wenn es so weit gekommen ist. Ich kann nur sagen wie wichtig das Leben wird wenn man kurz vor dem Tod steht, das habe ich schon selbst erlebt und ich Liebe das Leben so schwer es auch manchmal ist. Es ist doch aber etwas ganz anderes wenn man nur noch im Bett liegt, sich nicht mehr bewegen kann und nichts mehr selbst machen kann, vielleicht keine Luft mehr bekommt, nicht mehr sprechen kann und sicher weiss es geht eh zu Ende. Dazu kommt dann noch, dass man seinen liebsten dann vielleicht auch diesen Anblick ersparen möchte und Sie einen nicht noch ewig begleiten und mitleiden müssen. Jeder muss einfach für sich entscheiden können was er will. Man muss es Ja nicht.
Ingeborg ich verstehe gar nicht so Recht warum es bei dem alten Beitrag zu solchen Unstimmigkeiten gekommen ist.
Es will doch keiner dem anderen etwas vorschreiben. Genaus darum geht es Ja, selbst zu entscheiden was man will. In beide Richtungen.
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Ralf N (Archiv)
- Beiträge: 435
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Ein äusserst vielschichtiges Thema...
Gerade auch weil MW z.B. eine 100% tödliche Krankheit ist, Weiterleben heisst auch Leben mit Leiden: Medikamentennebenwirkungen die zu schweren Schäden führen, oder wenn die Kraft zum Kämpfen gegen die Windmühlenflügel der Bürokratie der KK und RV nicht mehr zu reichen scheint, die Angst vorm sozialen Abstieg und und und.
Ich war auch schon mal so weit, dass ich meinem Leben ein Ende setzen wollte: In der DDR, als ich nicht mehr zu meinem mit 18 Jahren geleisteten Eid, ein Leben lang bedingungslos der Arbeiterklasse zu dienen, stehen wollte mir aber der Weg in ein normales Leben versperrt war und meine damaligen Vorgesetzten mich quälten wo und wie sie nur konnten...
Was mich davon abgehalten hat? Die Liebe zu und Verantwortung für meine Familie und meine drei kleinen Kinder.
Jetzt sage ich mir: Es gibt sicher einen guten Grund, weshalb mich das Schicksal noch hier behalten hat - gab es doch so viele Gelegenheiten (ein Unfall z.B.) mich abzurufen.
Trotzdem bin ich vorbehaltlos dafür, dass jeder Mensch über sein Schicksal und sein Ende bestimmen sollte - so lange er dabei keinem anderen schadet.
Letzters weil ich auch schon in Frankfurt auf dem Bahnhof zusehen mußte wie sich ein Mensch vor die S-Bahn warf und sich von ihr überfahren ließ.
Hunderte mussten zusehen, in der Haut des Lokfahrers möchte ich auch nicht stecken...
Mir musste dann eine Heilpraktikerin helfen, das Trauma zu überwinden.
Das Leben ist zu wertvoll und zu schön um es wegzuwerfen, auch wenn die Kraft manchmal kaum zum Weiterleben reicht.
Trotzdem sollte es jedem erlaubt sein, verantwortungsvoll über sein Schicksal zu bestimmen.
Kommt alle gut durch die dunkle Zeit.
LG
Ralf
Gerade auch weil MW z.B. eine 100% tödliche Krankheit ist, Weiterleben heisst auch Leben mit Leiden: Medikamentennebenwirkungen die zu schweren Schäden führen, oder wenn die Kraft zum Kämpfen gegen die Windmühlenflügel der Bürokratie der KK und RV nicht mehr zu reichen scheint, die Angst vorm sozialen Abstieg und und und.
Ich war auch schon mal so weit, dass ich meinem Leben ein Ende setzen wollte: In der DDR, als ich nicht mehr zu meinem mit 18 Jahren geleisteten Eid, ein Leben lang bedingungslos der Arbeiterklasse zu dienen, stehen wollte mir aber der Weg in ein normales Leben versperrt war und meine damaligen Vorgesetzten mich quälten wo und wie sie nur konnten...
Was mich davon abgehalten hat? Die Liebe zu und Verantwortung für meine Familie und meine drei kleinen Kinder.
Jetzt sage ich mir: Es gibt sicher einen guten Grund, weshalb mich das Schicksal noch hier behalten hat - gab es doch so viele Gelegenheiten (ein Unfall z.B.) mich abzurufen.
Trotzdem bin ich vorbehaltlos dafür, dass jeder Mensch über sein Schicksal und sein Ende bestimmen sollte - so lange er dabei keinem anderen schadet.
Letzters weil ich auch schon in Frankfurt auf dem Bahnhof zusehen mußte wie sich ein Mensch vor die S-Bahn warf und sich von ihr überfahren ließ.
Hunderte mussten zusehen, in der Haut des Lokfahrers möchte ich auch nicht stecken...
Mir musste dann eine Heilpraktikerin helfen, das Trauma zu überwinden.
Das Leben ist zu wertvoll und zu schön um es wegzuwerfen, auch wenn die Kraft manchmal kaum zum Weiterleben reicht.
Trotzdem sollte es jedem erlaubt sein, verantwortungsvoll über sein Schicksal zu bestimmen.
Kommt alle gut durch die dunkle Zeit.
LG
Ralf
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tapa (Archiv)
- Beiträge: 360
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Für mich persönlich käme Sterbehilfe nicht in Frage, ich habe einfach zu viel Hoffnung, dass immer auch alles besser werden kann. ("Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch nicht das Ende.") Ich war zwischenzeitlich sehr krank und habe in meinem Leben auch schon schwere Zeiten gehabt und habe den Tod im engsten Familienkreis kennengelernt.
Ich würde immer leben wollen, denn wer weiß, was sich noch so entwickelt im Laufe der Zeit? Nachher macht man eine Patientenverfügung und plötzlich passt sie gar nicht mehr zum eigenen Leben, davor hätte ich Angst.
Und es gibt auch medizinischen Fortschritt.In den letzten Jahren häufig rasanten medizinischen Fortschritt. (Vor 60-70 Jahren war MW praktisch nicht behandelbar und jetzt sagen einem die Ärzte, dass man eine weitestgehend normale Lebenserwartung hat!)
Trotzdem bin ich genauso der Meinung, dass jeder Mensch das Recht auf die eigene Entscheidung über Leben und Tod haben sollte, fände es allerdings gut, wenn es zu diesem Thema eine Beratung gäbe. Vielleicht sogar eine verpflichtende Beratung und dann eine freie Entscheidung. Ich finde es auch wichtig, dass so ein Thema nicht einer Mode unterliegt (zur Zeit ist das Thema ja sehr angesagt). Denn die Entscheidung für den Tod ist so sehr endgültig und das Leben bietet vielleicht noch Möglichkeiten.
Ich würde immer leben wollen, denn wer weiß, was sich noch so entwickelt im Laufe der Zeit? Nachher macht man eine Patientenverfügung und plötzlich passt sie gar nicht mehr zum eigenen Leben, davor hätte ich Angst.
Und es gibt auch medizinischen Fortschritt.In den letzten Jahren häufig rasanten medizinischen Fortschritt. (Vor 60-70 Jahren war MW praktisch nicht behandelbar und jetzt sagen einem die Ärzte, dass man eine weitestgehend normale Lebenserwartung hat!)
Trotzdem bin ich genauso der Meinung, dass jeder Mensch das Recht auf die eigene Entscheidung über Leben und Tod haben sollte, fände es allerdings gut, wenn es zu diesem Thema eine Beratung gäbe. Vielleicht sogar eine verpflichtende Beratung und dann eine freie Entscheidung. Ich finde es auch wichtig, dass so ein Thema nicht einer Mode unterliegt (zur Zeit ist das Thema ja sehr angesagt). Denn die Entscheidung für den Tod ist so sehr endgültig und das Leben bietet vielleicht noch Möglichkeiten.
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Cherry46 (Archiv)
- Beiträge: 39
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Hallo ihr Lieben!
Ich denke zur Zeit auch des öfteren über dieses Thema nach ,da meine Mutter
tot krank ist. Sie hat Krebs und leider keine Aussicht auf Heilung.
Ich möchte Sie noch so lange wie möglich bei mir haben,aber wenn ich sehe
wie Sie leidet und tapfer Ihre Schmerzen erträgt kommt mir schon manchmal
der Gedanke ob sie die Gelegenheit wahrnehmen würde wenn sie sie geboten
bekommen würde.
Es ist wirklich schwer .Also ich weiss nicht wie lange ich extreme Schmerzen
verbunden mit dieser Hoffnungslosigkeit ertragen könnte.
Ich glaube das man schon das Recht haben sollte das selbst zu entscheiden,aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Echt schwieriges Thema.
L.g.an alle Cherry46
Ich denke zur Zeit auch des öfteren über dieses Thema nach ,da meine Mutter
tot krank ist. Sie hat Krebs und leider keine Aussicht auf Heilung.
Ich möchte Sie noch so lange wie möglich bei mir haben,aber wenn ich sehe
wie Sie leidet und tapfer Ihre Schmerzen erträgt kommt mir schon manchmal
der Gedanke ob sie die Gelegenheit wahrnehmen würde wenn sie sie geboten
bekommen würde.
Es ist wirklich schwer .Also ich weiss nicht wie lange ich extreme Schmerzen
verbunden mit dieser Hoffnungslosigkeit ertragen könnte.
Ich glaube das man schon das Recht haben sollte das selbst zu entscheiden,aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Echt schwieriges Thema.
L.g.an alle Cherry46
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Hashi (Archiv)
- Beiträge: 17
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Hallo
In der Tat das ist ein schweres Thema.
Meiner Meinung nach sollte jeder selbst entscheiden dürfen wann er gehen darf, wenn ihm ein großer Leidensweg bevorsteht und am Ende nur noch eins auf den Kranken wartet - das Sterben!
Warum ihn dann nicht friedlich, würdevoll und ohne Quallen gehen lassen!
In der Tat das ist ein schweres Thema.
Meiner Meinung nach sollte jeder selbst entscheiden dürfen wann er gehen darf, wenn ihm ein großer Leidensweg bevorsteht und am Ende nur noch eins auf den Kranken wartet - das Sterben!
Warum ihn dann nicht friedlich, würdevoll und ohne Quallen gehen lassen!
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Friedolin (Archiv)
- Beiträge: 688
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Mein Ende gehört mir
Es ist ja sehr aktuell und daher noch ein aktuelle Diskussion in Videoforum:
http://tv.doccheck.com/de/movie/74097/assistierter-suizid-ja-oder-nein-eine-diskussion-zwischen-experten
http://tv.doccheck.com/de/movie/74097/assistierter-suizid-ja-oder-nein-eine-diskussion-zwischen-experten