Ich hab hier nur so ein Randthema, was hier sicher viele ständig erleben. Ich hab da inzwischen so meine Erfahrungen gemacht.
Mir geht es darum, zeitnahe Termine bei den diversen Fachärzten oder Kliniken zu bekommen und was man da so erlebt.
Nun habe ich von Fr. Dr. Holle eine Überweisung für ein MRT und C-MRT bekommen. Da ich eh ins UK nach Kiel muss, hatte ich die Idee, es mit diesem Termin zu verbinden.
Auf meinem Anruf in der dortigen Radiologie wurde mir mitgeteilt, dass man nicht für gesetzlich Versicherte arbeitet. Diese sollten örtliche Praxen aufsuchen. In meiner Region macht man sowas aber ausschließlich im Krankenhaus.
Versuch zwei in Harburg, war ein Tipp meines Hausarztes. Dort soll es angeblich sehr schnell gehen. Ich rief dort an und schilderte meine Situation auch mit dem Hinweis auf die Schwere der möglichen Diagnose Morbus Wegener. Die Dame hat sicher 4 oder 5 mal nachgefragt, sie wusste nicht, was ein CMRT ist,sie musste ständig ihre Kollegin fragen. Nach einiger Zeit dann der Terminvorschlag 11.04., auf meinen Einwand,dass mir das viel zu spät sei, wurde mir der 08.04. angeboten, den ich abgelehnt habe.
Versuch 3: Ich schrieb eine Mail an die Radiologie im KKH Rotenburg /Wümme und schilderte ausführlich mein Anliegen auch mit Hinweis auf den Verdacht. Überrascht war ich, dass bereits maximal 2 Stunden später das Telefon klingelte. Das erste, was die Dame mir erzählte, war, dass man auf einem MRT und einem CMRT kein Morbus Wegener nachweisen könne. Das hat auch keiner verlangt, hab ihr erzählt, dass es nur ein Mosaiksteinchen für meine Rheumatologin ist, die Krankheit zu manifestieren oder auch auszuschließen. Dann sagte sie mir, dass sie in der nächsten Zeit ausgebucht wären. Mein Einwand auf die Schwere der Krankheit wurde ignoriert,interessierte sie auch nicht. Und dann kommt die Krönung: Sie dürfen pro Quartal nur eine Untersuchung je Patient machen, also MRT oder C-MRT. Die andere dann im folgenden Quartal, ich dachte, ich hör nicht richtig. Sie kann froh sein, dass ich kaum Stimme habe, sonst hätte ich sie aber durchs Telefon gezogen.Ach ja fast vergessen, sie sagte, ich könne es ja mal in Stade versuchen.
Dann abschließend die positive Wendung: Meine Mutter ist in meiner Verzweiflung zu meinem Hausarzt gefahren und hat gebeten, dass man uns hilft. Da ruft die Arzthelferin auch in Harburg an und zwei Tage später darf ich kommen. Ende gut, alles gut. Aber man muss schon gewaltig kämpfen.
Nur so mal ein Beispiel, wie es einem ergehen kann. Unerträglich, wie man manchmal als nicht privat Versicherter behandelt wird. Wobei ich nicht weiß, ob es als "Privater" alles automatisch geht. Mein Hausarzt macht z.B. bei Wartezeiten da gar keinen Unterschied.
Gruss
Fränkel
Was man so erlebt
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Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Was man so erlebt
Nur mal so: ich bin "privat" und kann nicht sagen, dass ich mich bevorzugt nennen würde.
Beim Arzt am Ort zur Blutkontrolle bekomme ich einen Termin in 4-5 Wochen, im Wartezimmer geht es der Reihe nach. Das ist auch bei anderen Ärzten so. Noch letzten Montag beim Augenarzt hab ich fast ne Stunde im Wartezimmer gewartet.
Im Krankenhaus bin ich meist in Behandlung des Stations-/Assistenzarztes, obwohl ich den Chefarzt "gebucht" hab. Vor 10 Jahren ging es um einen kleinen Eingriff. Die Schwester fragt mich, wer mich denn operiert. Ich sage: ich denke der Chefarzt. Sagt sie: Tja, das denken alle...
Beim Arzt in der Ambulanz einer Uniklinik frage ich, ob ich einen Termin in der Radiologie im Hause bekommen könne. War nicht möglich.
Eine Ärztin, Frau Dr. hm?? aus D., bei der ich mich in Behandlung mit meinem Wegener wähnte, hat es hingekriegt, mir gar keinen Termin zu geben und mich mit dem Verdacht eines Schubs im ZNS auf den Hausarzt zu verweisen. Der sei der Lotse im System. Als wenn ich nicht wüßte, wohin ich mit meinem Wegener gehöre und ob es wohl mehr als eine Erkältung ist(?).
Doch irgendwann bekomme ich dann schon mit, dass man mich als Privatpatient wahrnimmt. Mit der Rechnung. Die muß ich dann, nach dem Arzt, auch noch verarbeiten (was meist auch nicht so einfach ist).
Ich muß aber auch dazu sagen, dass ich bei telef. Terminvereinbarung nach Namensnennung nicht meinen Versichertenstatus hinzufüge. Und in meinem ganzen (langen) Leben bin ich vielleicht ein Dutzend Mal danach gefragt worden.
Tatsächlich habe ich 2 x in einem besseren Wartezimmer gesessen, mit Sesseln und echten Teppichen (ich liebe Teppiche). Übrigens bekomme ich im Nachbarort beim Radiologen einen Termin am nächsten Tag. Die Zeit für "Private" nimmt er sich -und das schnellere und höher abrechenbare Honorar auch.
Übrigens bezahle ich pro Monat rd. 45,- € für die "Privilegien", die gesetzlich Versicherte bei "Privaten" vermuten -oder auch mal erleben. Eine Zusatzversicherung in der gesetzlichen KV wäre wahrscheinlich günstiger.
Die Systeme sind halt nicht so einfach vergleichbar und deswegen auch keine unterschiedlich gehandhabte Klassen.
Beim Arzt am Ort zur Blutkontrolle bekomme ich einen Termin in 4-5 Wochen, im Wartezimmer geht es der Reihe nach. Das ist auch bei anderen Ärzten so. Noch letzten Montag beim Augenarzt hab ich fast ne Stunde im Wartezimmer gewartet.
Im Krankenhaus bin ich meist in Behandlung des Stations-/Assistenzarztes, obwohl ich den Chefarzt "gebucht" hab. Vor 10 Jahren ging es um einen kleinen Eingriff. Die Schwester fragt mich, wer mich denn operiert. Ich sage: ich denke der Chefarzt. Sagt sie: Tja, das denken alle...
Beim Arzt in der Ambulanz einer Uniklinik frage ich, ob ich einen Termin in der Radiologie im Hause bekommen könne. War nicht möglich.
Eine Ärztin, Frau Dr. hm?? aus D., bei der ich mich in Behandlung mit meinem Wegener wähnte, hat es hingekriegt, mir gar keinen Termin zu geben und mich mit dem Verdacht eines Schubs im ZNS auf den Hausarzt zu verweisen. Der sei der Lotse im System. Als wenn ich nicht wüßte, wohin ich mit meinem Wegener gehöre und ob es wohl mehr als eine Erkältung ist(?).
Doch irgendwann bekomme ich dann schon mit, dass man mich als Privatpatient wahrnimmt. Mit der Rechnung. Die muß ich dann, nach dem Arzt, auch noch verarbeiten (was meist auch nicht so einfach ist).
Ich muß aber auch dazu sagen, dass ich bei telef. Terminvereinbarung nach Namensnennung nicht meinen Versichertenstatus hinzufüge. Und in meinem ganzen (langen) Leben bin ich vielleicht ein Dutzend Mal danach gefragt worden.
Tatsächlich habe ich 2 x in einem besseren Wartezimmer gesessen, mit Sesseln und echten Teppichen (ich liebe Teppiche). Übrigens bekomme ich im Nachbarort beim Radiologen einen Termin am nächsten Tag. Die Zeit für "Private" nimmt er sich -und das schnellere und höher abrechenbare Honorar auch.
Übrigens bezahle ich pro Monat rd. 45,- € für die "Privilegien", die gesetzlich Versicherte bei "Privaten" vermuten -oder auch mal erleben. Eine Zusatzversicherung in der gesetzlichen KV wäre wahrscheinlich günstiger.
Die Systeme sind halt nicht so einfach vergleichbar und deswegen auch keine unterschiedlich gehandhabte Klassen.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)
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dsabine (Archiv)
- Beiträge: 507
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Was man so erlebt
Ich kann dir das nur bestätigen, Ingeborg. Ich bin selber nicht privat versichert, aber ich arbeite in einer Uniklinik und kann aus meiner Perspektive feststellen, dass vor allen bei ernsten und seltenen Erkrankungen der Versichertenstatus wirklich keine Rolle spielt. Auch wenn der Chefarzt nicht direkt in Erscheinung tritt kann er/sie es sich kaum entgehen lassen, die Akte und die Diagnose mit seinem Team zu besprechen.
Gleichzeitig stimmt es auch, dass bei 08/15 Behandlungen/Operationen und Kontrollterminen der Chefarzt fast immer seine Oberärzte oder Stationsärzte schickt.
Sicherlich kennst du auch diese Verträge für Privatpatienten, wo man unterschreibt, dass man bei Verhinderung des Chefarztes einer Behandlung mit einem Stellvetreter zustimmt.
Private Behandlung bringt sicherlich mehr Geld, aber es ist keine 1.Klasse Behandlung wie es noch meine Eltern dachten.
Sowohl auf der Rheumastation in Wiesbaden, als auch bei Notfällen in anderen Kliniken hatte ich als Barmer Versicherte immer irgendwann den/die Chefartz/ärztin am Bett, spätestens wenn die ANCA Werte aus dem Labor da waren.
Bisher hat mich nur eine Hautarztpraxis bei der ersten Kontaktaufnahme nach meiner Versicherung gefragt und wenn ich irgendwo länger als tragbar auf einen Termin warten muss, schalte ich meine Hausärztin ein. Die regelt das ganz flott.
Gleichzeitig stimmt es auch, dass bei 08/15 Behandlungen/Operationen und Kontrollterminen der Chefarzt fast immer seine Oberärzte oder Stationsärzte schickt.
Sicherlich kennst du auch diese Verträge für Privatpatienten, wo man unterschreibt, dass man bei Verhinderung des Chefarztes einer Behandlung mit einem Stellvetreter zustimmt.
Private Behandlung bringt sicherlich mehr Geld, aber es ist keine 1.Klasse Behandlung wie es noch meine Eltern dachten.
Sowohl auf der Rheumastation in Wiesbaden, als auch bei Notfällen in anderen Kliniken hatte ich als Barmer Versicherte immer irgendwann den/die Chefartz/ärztin am Bett, spätestens wenn die ANCA Werte aus dem Labor da waren.
Bisher hat mich nur eine Hautarztpraxis bei der ersten Kontaktaufnahme nach meiner Versicherung gefragt und wenn ich irgendwo länger als tragbar auf einen Termin warten muss, schalte ich meine Hausärztin ein. Die regelt das ganz flott.
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Jule (Archiv)
- Beiträge: 75
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Was man so erlebt
Hallo zusammen,
ich arbeite in einer orthopädischen Arztpraxis und wenn einer unserer Chef der Meinung ist das bei einem Patienten dringen eine fachärztliche Untersuchung, Neurologie, Radiologie, Rheumatologie u.a., erforderlich ist, rufen wir in den entsprechenden Praxen an zur Vereinbarung eines Termines. In den allermeisten Fällen bekommen wir dann auch für den Patienten kurzfristige Termine, wenn nicht setzt sich mein Chef mit dem Kollegen persönlich in Verbindung und dann klappt es eigentlich immer.
Und so handhaben es auch die Hausarztpraxen bei uns. Wird von einer anderen Praxis um einen dringenden Termin bei uns gebeten wird der auch entsprechend angeboten.
Gruß Jule
ich arbeite in einer orthopädischen Arztpraxis und wenn einer unserer Chef der Meinung ist das bei einem Patienten dringen eine fachärztliche Untersuchung, Neurologie, Radiologie, Rheumatologie u.a., erforderlich ist, rufen wir in den entsprechenden Praxen an zur Vereinbarung eines Termines. In den allermeisten Fällen bekommen wir dann auch für den Patienten kurzfristige Termine, wenn nicht setzt sich mein Chef mit dem Kollegen persönlich in Verbindung und dann klappt es eigentlich immer.
Und so handhaben es auch die Hausarztpraxen bei uns. Wird von einer anderen Praxis um einen dringenden Termin bei uns gebeten wird der auch entsprechend angeboten.
Gruß Jule
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Fraenkel (Archiv)
- Beiträge: 46
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Was man so erlebt
Danke für Eure Antworten. Es wird sicher sehr unterschiedlich gehändelt. Aber hier ist ja der Trend erkennbar, dass es nicht unbedingt Vorteile hat,"privat" zu sein.
Für mich bleibt aber das regelrechte Kämpfen um Termine und die nicht immer netten Antworten stehen.
Da sollte man mal drüber nachdenken, ich versuche dort, wo es geht, den schnellst möglichen Termin zu bekommen, dafür telefoniere ich immer diverse Adressen ab, zum einen, weil ich immer denke, eine früher eingeleitete Therapie für mich nur gut sein kann. Ausserdem will ich unbedingt mittelfristig wieder arbeiten. Ich könnte bei jeder neuen Untersuchung immer einen Termin in z.B. 4 Wochen nehmen, dann komm ich dieses Jahr nicht mehr in den Arbeitsprozess rein.
Gerade die Krankenkassen und unser gesamtes GesundheitSystem sollte doch auch Kostengründen Interesse daran haben, dass man schnell wieder Arbeiten geht.
Für mich bleibt aber das regelrechte Kämpfen um Termine und die nicht immer netten Antworten stehen.
Da sollte man mal drüber nachdenken, ich versuche dort, wo es geht, den schnellst möglichen Termin zu bekommen, dafür telefoniere ich immer diverse Adressen ab, zum einen, weil ich immer denke, eine früher eingeleitete Therapie für mich nur gut sein kann. Ausserdem will ich unbedingt mittelfristig wieder arbeiten. Ich könnte bei jeder neuen Untersuchung immer einen Termin in z.B. 4 Wochen nehmen, dann komm ich dieses Jahr nicht mehr in den Arbeitsprozess rein.
Gerade die Krankenkassen und unser gesamtes GesundheitSystem sollte doch auch Kostengründen Interesse daran haben, dass man schnell wieder Arbeiten geht.
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Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Was man so erlebt
der Arzt muß bei einem "Privaten" nicht alles selbst machen. Er muß der Behandlung bei denen, die mit ihm einen Vertrag haben, nur sein Gepräge geben, also informiert sein und die Richtung vorgeben. Bei einer Klinik fand ich den Chefarzt so vor, dass er bei der Visite von der Assistenzärztin quasi mitgenommen wurde und er gar nicht orientiert war, also ein fast umgekehrtes Verhältnis. Eine Assistenzärztin ist noch Lernende und kann keine ständige Vertreterin des Chefarztes sei. Am Entlassungstag teilte mir der Chefarzt dann mit, dass er sich heute (nach 3 Wochen also schon) meine Unterlagen angesehen habe. War aber offensichtlich noch nicht damit fertig, denn er blätterte noch wild darin herum.
Ich habe ihm bei der Rechnung dann die alleinigen Visiten seiner Assistenzärztin gekürzt, die sind nämlich nicht delegierbar. ER schrieb zurück, er müsse in Vorlage treten und brauche das Geld. Es ging um 42,- €. In dieser Klinik hab ich jetzt Hausverbot.
Hätte noch viele Beispiele.
Ich habe ihm bei der Rechnung dann die alleinigen Visiten seiner Assistenzärztin gekürzt, die sind nämlich nicht delegierbar. ER schrieb zurück, er müsse in Vorlage treten und brauche das Geld. Es ging um 42,- €. In dieser Klinik hab ich jetzt Hausverbot.
Hätte noch viele Beispiele.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)