Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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Zahnfee (Archiv)
Beiträge: 5
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Zahnfee (Archiv) »

Hallo an Alle!



Nun habe ich mich auch dazu entschlossen, mich hier anzumelden um mich mit Euch auszutauschen und Erfahrungen zu berichten.



Zu Mir. Ich heiße Nancy und bin 27 Jahre alt.

Seit August 2014 leide/litt ich unter starken Sehstörungen mit Kreislaufproblemen bis hin zu Ohnmachtsanfälle.

Seit dem habe ich eine Odysee an Ärzten hinter mir, von Augenarzt, Kardiologen, Neurologen, Nuklearmediziner, Allgemeinarzt, Osteopathie bis hin zur Psychotherapie (weil kein Arzt was herausgefunden hat und alle dachten, ich habe einen an der Klatsche)

Am 30.11.15 kam ich ins Krankenhaus, wegen Sprachstörungen und Verdacht auf enen Schlaganfall. Die Sprachstörungen waren dann aber wieder Rückläufig. Zum Glück behielten sie mich dennoc him KH, um meinen Sehstörungen auf den Grund zu gehen. Dort bekam ich EGG und Nervenwasser entnommen.

2 Tage später (am 2.12.15) dann der große Schock, plötzlich war meine ganze rechte Seite gelähmt. Ich hatte einen Schlaganfall erlitten. Zu meinem Glück war ich noch in der Klinik und es wurde mir bei einer 3-4 stündigen OP das Blutgerinnsel aus den Kopf abgesaugt.

Dabei hat man festgestellt, das meine Arterien ziemlich verstopft sind ( ich habe nie geraucht, war immer Aktiv sportlich, selten Alkohol getrunken).

Als ich auf der Intensivstation wieder wach wurde, war ich sehr erleichtert, das die Lähmung so gut wie weg waren.

Dann die Diagnose: Takayasu Arteriitis. Ich habe unterschiedlichen Blutdruck an den Armen und Beinen, Puls ist selten messbar, verstopfte Arterien... es ist ziemlich eindeutig. Nun aber die Gewissheit, das ich doch keinen an der Klatsche habe, was meine Sehstörungen angeht. Es kommt von TA.

Nach noch 2,5 Wochen im KH kam ich in eine 4 Wöchige Rehaklinik.



Medikamente bis dahin:

ASS 100

Clexane 8 mg (Thrombosespritze)

Prednisolon 100 mg

Vigantoletten 1000 mg

Pantoprazol 20 mg

1x wöchentl. MTX 10 mg +

1x Folsäure einen Tag danach



Ende Januar kam ich nochmal für 3 Tage ins KH zur Kontrolle. Nochmal Pet CT, MRT, Doppler.

Leider war der Befund recht unverändert, meine Artierien sind noch immer sehr entzündet und verstopft. Die Sehstörungen und Kreislaufprobleme allerdings schon viel besser.

Zudem habe ich mittlerweile bestimmt 5 kg zugenommen durch das Kortison und habe ein volles Mondgesicht :-(

Positiv dennoch, ich habe kaum noch Sehstörungen, bin seit dieser Woche wieder Vollzeit arbeiten, was mir ganz gut tut.

Ich arbeite als Zahnmedizinische Fachangestellte, ich muss hier sehr aufpassen, wegen den Immunsuppressia, das ich mich nicht irgednwo anstecke. Zudem funktioniert meine rechte Hand nach den Schlaganfall noch nicht wieder so ganz optimal, aber ich bin guter Zuversicht, dass das auch wieder besser wird.



Im Moment bin ich bei den Medis täglich bei:



30 mg Prednisolon

1/2 Marcumar

ASS 100

Vigantoletten 2000 mg

Pantoprazol 20 mg

1x wöchentl. MTX 10 mg +

1x Folsäure einen Tag danach





Nun soll ich ab nächste Woche Dienstag (8.3.16) Cyclophosphamid/Endoxan als Infusion 6x in 2 wöchentlichen Abstand bekommen. Davor habe ich etwas Angst. Wie sieht es hier mit den Nebenwirkungen aus? Es ist ja ein Chemotherapeutikum... hat Jemand Erfahrung mit Haarausfall? Davor habe ich wirklich am meisten Angst.

Nicht nur das ich nun ein fettes Mondgesicht habe, wenn ich jetzt noch meine Haare verlieren würde, wäre das echt ein Weltuntergang für mich :-(

Ich hoffe, ich kann trotz der Infusion trotzdem weiter in Vollzeit arbeiten?! Die Ablenkung tut mir gut.



Über Erfahrung würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Zahnfee
Hope (Archiv)
Beiträge: 340
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Hope (Archiv) »

Hallo Zahnfee,

herzlich Willkommen hier im Forum! Mit Deiner Erkrankung kenne ich mich nicht sehr gut aus, doch es werden sich sicher noch 'Spezialisten' melden, Wollte Dich hauptsächlich hinsichtlich der Endoxantherapie beruhigen. Mir waren damals die Haare nicht ausgefallen, auch habe ich die Infusionen in Kombination mit Mitteln gegen die Nebenwirkungen gut vertragen. Dies ist aber unterschiedlich.

Insgesamt hast Du ja ziemlich viel hinter Dir, und ich wünsche Dir, dass es ab jetzt nur noch besser wird.

LG

Hope
Zahnfee (Archiv)
Beiträge: 5
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Zahnfee (Archiv) »

Hallo Hope,



Danke für die nette Begrüßung und den Zuspruch! Das gibt mir Mut, Danke hierfür!
Maxima (Archiv)
Beiträge: 224
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Maxima (Archiv) »

Hallo Zahnfee,



herzlich willkommen hier im Forum. Ich habe Riesenzellartheritis, vereinfacht ausgesprochen die TA für Ältere ;-). Habe im letzten Jahr 9 mal Endoxan hinter mir und habe es ganz leidlich vertragen, nur den Blasenschutz nicht. Haarausfll war ein bischen ,aber nicht von anderen bemerkbar. Durch das Cortison habe ich auch das volle Gesicht bekommen, was mich nicht begeistert, aber es gibt schlimmeres.



Wünsche Dir alles Gute



Lb grüße maxima
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Ingeborg »

Hallo Zahnfee,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Die Takayasu-Arteriitis (TA) betrifft im allgemeinen die Aorta, den Aortenbogen. Dass es bei Dir so schnell ein Schlaganfall sein mußte, das ist schon traurig. Da ist ein starkes Medikament wohl notwendig. Bei solch schweren Einschränkungen hat man ja kaum eine andere Wahl.



Wegen Cyclophosphamid (Endoxan) .kann ich Dich auch sicher beruhigen. Es ist zwar ein Zytostatikum, doch wird es in der Rheumatologie sehr viel niedriger dosiert als bei Krebserkrankungen. Außerdem gilt die Endoxan-Gabe per Infusion als schonender im Vergleich zur Tabletten-Gabe. Allerdings KANN man durchaus Nebenwirkungen haben, muß man aber nicht. Da reagiert eben jeder anders. Gegen mögliche Übelkeit gibt es potente Mittel, die man einfordern kann. Ich hatte damals weder Übelkeit, noch Haarausfall. Lasse Dir aber unbedingt auch Uromitexan (Wirkstoff Mesna) geben als sog. Blasenschutz.



Tja, und Cortison ist auch ein Thema für sich. Wenn nach Eintritt der Wirkung von Endoxan kann das Corti abgesenkt werden, und danach reguliert sich auch wieder das Gewicht. Wie sagte mal Claudine62: schlank und krank hatte ich schon, jetzt nehm ich rund und gesund (hallo Claudine!).

Übrigens hat sich, nach meiner Erinnerung, RoActemra (Wirkstoff Tocilizumab) gerade bei TA bewährt. Daran kann man evtl. nach Endoxan denken.

Ich denke, es werden sich noch Betroffene melden. Am Wochenende ist es jedoch oft mau..

Mit besten Wünschen

Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
buban (Archiv)
Beiträge: 400
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von buban (Archiv) »

GIACTA Rießenzellarteriitis/

Arteritis temporalis Medikamentenstudie: Tocilizumab/Plazebo

Zusätzlich werden Steroidreduktionsschemata verglichen



Vaskulitiszentrum Süd
Claudine62 (Archiv)
Beiträge: 525
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Claudine62 (Archiv) »

Hallo Zahnfee!

Meine Güte,ich war gerade echt geschockt,du bist noch so jung!

Takayasu ist auch meine Diagnose und ich lebe mittlerweile recht gut damit.



Deine Haare werden bei der Endoxantherapie etwas dünner,aber es fällt kaum auf.

Mtx hat bei mir nicht geholfen,auch Endoxan nicht,aber Tocilizumab war der Renner,seit ich das bekommen habe,geht es mir gut!



Das Mondgesicht geht wieder zurück,sobald du weniger Cortison nimmst.Ich habe mich manchmal im Spiegel nicht erkannt und jetzt sehe ich wieder normal aus.Mach dich deswegen nicht verrückt,du brauchst deine Kraft,um mit der Krankheit fertig zu werden.Das ist das Allerwichtigste!!!!!!!!!!



Mittlerweile geht es mir Takayasumäßig sehr gut,seit einem Jahr befinde ich mich in Remission,meine Arterien sind sauber!Da wirst du auch hinkommen,hab ein bisschen Geduld.

Wo wirst du denn behandelt?



Hoffentlich hast du eine
ruth (Archiv)
Beiträge: 405
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von ruth (Archiv) »

Hallo, Zahnfee!

Erstmal möchte auch ich dich hier im Forum herzlich willkommen heissen!

Ich habe eine andere Erkrankung, eine EGPA (früher Church-Strauss-Syndrom genannt). Am Anfang bekam ich auch Endoxan-Infusionen, das war schon 2002, also eine Weile her. Ich hatte überhaupt keinen Haarausfall, auch die anderen Nebenwirkungen hielten sich gut in Grenzen, vor allem hat es mir sehr gut geholfen.

Ich wünsche dir alles Gute!

Liebe Grüsse,

Ruth
Zahnfee (Archiv)
Beiträge: 5
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Zahnfee (Archiv) »

Hallöchen nochmal,



Vielen Dank auch an die anderen, für die nette Aufnahme hier im Forum!

Och, irgendwie bin ich jetzt doch etwas beruhigter, das Ihr alle noch Haare auf den Kopf nach der Endoxantherpaie hattet/habt.

Ich soll 6x alle 2 Wochen 750 mg die Cyclophosphamid-Bolustherpie bekommen mit 200 mg Mesna (steht zumindets auf meinen Behandlungsplan).

Nun musste jetzt noch abwarten, bis die Hormonspritze wirkt, die ich von meiner Gynäkologin bekommen habe, damit keine Unfruchtbarkeit entsteht... was ja wohl bei der Endoxangabe möglich ist.

Ich habe das Gefühl, das mir seit dem ich das MTX nehme, mir mehr Haare ausfallen, als vorher. Aber es hält sich bisher alles noch in Grenzen.



Rund und Gesund - hehe, das ist gut!

Wenn man wieder gesund wäre... ;-)



Na dann hoffe ich, dass das Endoxan seine Wirkung beweist und ich langsam vom Cortison herunterkomme. Ab wie viel mg tägl. wird sich das mit den Mondgesicht/Gewicht wieder geben? So viel ich weis, muss ich das Cortison ja noch lange Zeit (mehrere Monate/Jahre ???) nehmen.

Ja, ich erkenne mich auch kaum wieder, wenn ich ich den Spiegel schaue :-( Das bin einfach nicht Ich!



@Claudine: Wie lange hast du schon TA? Wie nimmt man das Tocilizumab ? Auch als Spritze wie MTX einmal wöchentlich?

Bei wie viel mg Cortison bist du im Moment tägl.?

Du siehst, Fragen über Fragen...



Ich bin in Behandlung in Darmstadt, in der Rheumatologischen Ambulanz im Klinkium. In 2 Monaten soll ich auch nochmal stationär zu der Neurologie, zur Kontrolle. Nochmal PET CT, MRT, Doppler. Ich hoffe, das sich bis dahin etwas bei mir tut.



Also in meinem letzten Arztbercht steht:

Takayasu-Arteriitis TypIIa (Takayasu Conference Calssification 1994) bzw. Gruppe III (Ishikawa klinische Klassifikation)

-Ischämischer Schlaganfall im ACM -Gebiet links am 2.12.15 bei M1-Verschluss der ACM links mit systemischer Thrombolyse und Thrombektomie

-Hochgradige Stenose Truncus brachiocephalicus rechts

-Hochgradige A. subclavia -Stenose links

-Pseudooklusion der A. Carotis communis links
Omega (Archiv)
Beiträge: 222
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Neuling mit Schlaganfall und Takayasu Arteriitis

Beitrag von Omega (Archiv) »

Hallo Zahnfee, auch ich möchte dich herzlich hier begrüßen.

Deine Sorgen, was den Haarausfall betrifft kann ich gut verstehen, auch wenn es "nur" eine Äußerlichkeit ist. Ich

nehme20mg Mtx gegen GPA (Wegener) seit etwas mehr als einem Jahr,hatte zu beginn Haarausfall, der sich letztlich aber wieder gelegt hat und jetzt freut sich mein Friseur wieder über mein volles Haar. Diese Vaskulitiden und die entsprechenden

Medikamente fordern von uns einfach viel Geduld, aber vielleicht hilft auch dir,von den vielen Erfahrungen der Foris zu lesen, und es gibt sicher einiges, was schwer zu verdauen ist, aber insgesamt machen mir die Beiträge immer shr viel Mut, auch bei mieser Gesundheit mich wieder zu berappeln.

LG Omega
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