Ich wollte nur kurz einen Bericht über die Rehaklinik in Bad Liebenwerda (Brandenburg) abgeben, wo ich 4 Wochen gewesen bin.
Zur Erinnerung meine Diagnose: Mikroskopische Polyangiitis, mit Befall periphere Nerven, Abdomen, Niere.
Spezialisiert ist die Klinik auf Rheuma / Kollagenosen und Orthopädie.
Es ist ein wirklich schönes Haus von 1993 und macht eigentlich eher den Anschein von einem Hotel wenn man es betritt.
Nur die Leute die einem im Bademantel entgegenkommen passen da nicht ins Bild
Nein, es ist wirklich eine freundiche Atmosphäre von der Rezeptionistin bis zur Reinigungsfrau habe ich auch nur nette Mitarbeiter getroffen.
Ganz schön ist auch der Garten mit Sitzgelegenheiten und einer großen Liegewiese.
Der Speisesaal ist riesig. Mir hat es am Anfang noch ganz gut geschmeckt. Es wird frisch gekocht, Vollkostbuffet und Diätbuffet. Irgendwann besuchte ich eine Ernährungsschulung die mich auf das Fleischproblem und rhematisch - entzündlichen Erkrankungen aufmerksam gemacht hat und dann stellte ich auf vegetarisch um. Da wurde die Sache schon etwas einseitig.
Auch hatte man nur eine halbe Stunde Zeit zu Essen, da man oft direkt im Anschluss eine Anwendung hatte.
Da sind wir beim wichtigsten Thema:
Am Aufnahmetag gab es ein sehhhhr langes Gespräch mit einer Ärztin die mich ausgefragt hat über meinen Krankheitsstatus und meine aktuellen Probleme.
Sie stellte mir ein Behadlungsprogramm zusammen.
Am nächsten Tag kam der Chefarzt Dr. Lehmann - Leo (ein erfahrener Rheumatologe) und brachte mir den Therpieplan.
Ich hatte sehr starke Gelenkschmerzen und war total erschöpft und k.o. deshalb erstmal langsame Steigerung der Therapie.
Frühsport,Bewegungsbad (das tat mir besonders gut), Ergometer, Physiotherapie (allerdings nur 6x, Wirbelsäulengymn., Nordic Walking, Ergotherapie, Autogenes Training, und die Spezialität des Hauses: Andwendungen mit Moor. Moorpackung für den Rücken (das war sehhhr gewöhnungsbedürftig) und Moorkneten für die Hände. Ich war sehr skeptisch am Anfang und es hat mich geekelt, aber danach war man tiefenentspannt und geschmeidiger in den Bewegungsabläufen.
Auch Gespäche mit Psychologe, Sozialberatern, Rentenversicherungsträger und Vorträge z.B. Ernährung, Entspannung, Cortison, Stressabau, Kollagenosen standen mit auf dem Plan.
Man war wirklich beschäftigt und wenn mal was nicht in Ordnung war, konnte ich direkt mir meiner Ärztin sprechen.
Am Anfang fühlte ich mich mit meiner Vasculitis unter den ganzen Polyathritispatienten etwas verloren, aber dann bekam man immer öfter mit dass auch noch andere da sind z.B. mit Lupus, M.Wegener.
Ich fand es so erschreckend, dass die Leute über ihre Erkrankung so schlecht aufgeklärt sind. Die meisten haben sich überhaupt nicht damit auseinander gesetzt und immer nur Ja und Amen gesagt. Die Schulung vom Chefarzt über Kollagenosen/ Vasculitis war daher sehr allgemein, aber dennoch informativ.
Mein Verlauf war aber schon einer der schweren.
Endoxan war für alle ein Fremdwort
Fazit: Ich fühlte mich die 4 Wochen gut aufgehoben und betreut. Klar war es am Wochenende langweilig, aber dann hat man sich wenigstens wirklich mal ausgeruht;-)
Sport konnte man auch nach " Feierabend " noch machen.
Meine Beschwerden sind quasi weg. Nur noch ein bisschen Rücken;-) Ich brauche kein Mittagsschläfchen mehr und meine Cortisondosis habe ich auch gesenkt.
Ich laufe einfach wieder aufrechter durchs Leben.
Damit das so bleibt habe ich Funktionstraining über die Rentenversicherung verschrieben bekommen. Ausgeführt durch die Rheumaliga. Morgen gehts auch schon los mit dem Bewegungsbad.
Bis jetzt bin ich auch noch als Vegetarier unterwegs.
Mal sehen ob mir das noch weiterhin gut tut.
Also, wenn ihr eine Reha anstrebt und ähnliche Probleme habt dann denke ich ist die Fontana - Klinik eine gute Sache.
Herzlichste Grüße, Butterblume