Rituximab und Verkehrstauglichkeit
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Tigerherz (Archiv)
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Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Hallo liebe Foren-Mitglieder,
nachdem ich mich in ein paar Beträge eingelesen habe und nachdem ich das Buch "Vaskulitis - ..." von E. Reinhold-Keller und W.L. Gross, 2. Auflage gelesen, habe ich mich nun auch heute hier registriert.
Vor ca. 3 Wochen bekam ich die Diagnose "Morbus Wegener". Uff, hatte doch alles nur mit einer scheinbar harmlosen Mittelohrentzündung angefangen.
Nun ja, auch wenn ich wie so viele Patienten gerne auf so eine Krankheit verzichtet hätte, beginne ich mich allmählich an den Gedanken zu gewöhnen und möchte möglichst umfassend informiert sein. Aber eben nicht nur für mich, sondern auch für mein persönliches Umfeld und meine behandelden Ärzte.
Nach dieser Einleitung komme ich nun zu meiner eigentlichen Frage.
Neben einer Cortison-Therapie bekomme ich Rituximab.
Die erste Gabe des Mittels habe ich nicht bewusst mitbekommen, denn zu dem Zeitpunkt war ich auf der Intensivstation und da habe ich ne Menge bekommen und zu dem Zeitpunkt war ich auch noch fast taub.
Die zweite Gabe erhielt ich diesen Dienstag-Abend, dafür wurde ich nochmal stationär einbestellt. Ich habe das Mittel gut vertragen, aber zusammen mit der Prämedikation hat es mich sehr müde gemacht und ich bin immer wieder weggedöst und irgendwann ganz eingeschlafen.
Nun habe ich für Mitte Juni einen neuen Termin für die dritte Gabe, diesmal ambulant um 10 Uhr.
Was mir dieszüglich Sorgen macht? Offensichtlich ist man mit diesem Medikament nicht verkehrstüchtig.
Nun weiß ich nicht genau, wie ich das organisatorisch am besten lösen kann.
Klar, den Tag frei nehmen, aber ich muss ja erstmal zur Klinik und wieder zurück kommen. Aber ich weiß nicht, ob mein Mann mich fahren kann, das wäre die einfachste Lösung (aber er ist berufstätig) oder ob man die Öffis doch benutzen kann.
Hab da meine Bedenken.
Was meint ihr? Wie handhabt ihr solche Termine?
Ich muss auch noch dazu sagen, dass ich an dem Tag auch noch wieder in der HNO-Abteilung vorstellig werden soll.
Ist dann vielleicht ganz sinnig diesen Termin vor die Infusion zu legen, oder?
So, genug geschrieben. Irgendwie kommt mir meine Frage doof vor, aber ich bin halt noch sehr verunsichert mit diesem Krankheitsbild.
Vielen Dank im Voraus für euer Verständnis!
Gruß, Tigerherz
nachdem ich mich in ein paar Beträge eingelesen habe und nachdem ich das Buch "Vaskulitis - ..." von E. Reinhold-Keller und W.L. Gross, 2. Auflage gelesen, habe ich mich nun auch heute hier registriert.
Vor ca. 3 Wochen bekam ich die Diagnose "Morbus Wegener". Uff, hatte doch alles nur mit einer scheinbar harmlosen Mittelohrentzündung angefangen.
Nun ja, auch wenn ich wie so viele Patienten gerne auf so eine Krankheit verzichtet hätte, beginne ich mich allmählich an den Gedanken zu gewöhnen und möchte möglichst umfassend informiert sein. Aber eben nicht nur für mich, sondern auch für mein persönliches Umfeld und meine behandelden Ärzte.
Nach dieser Einleitung komme ich nun zu meiner eigentlichen Frage.
Neben einer Cortison-Therapie bekomme ich Rituximab.
Die erste Gabe des Mittels habe ich nicht bewusst mitbekommen, denn zu dem Zeitpunkt war ich auf der Intensivstation und da habe ich ne Menge bekommen und zu dem Zeitpunkt war ich auch noch fast taub.
Die zweite Gabe erhielt ich diesen Dienstag-Abend, dafür wurde ich nochmal stationär einbestellt. Ich habe das Mittel gut vertragen, aber zusammen mit der Prämedikation hat es mich sehr müde gemacht und ich bin immer wieder weggedöst und irgendwann ganz eingeschlafen.
Nun habe ich für Mitte Juni einen neuen Termin für die dritte Gabe, diesmal ambulant um 10 Uhr.
Was mir dieszüglich Sorgen macht? Offensichtlich ist man mit diesem Medikament nicht verkehrstüchtig.
Nun weiß ich nicht genau, wie ich das organisatorisch am besten lösen kann.
Klar, den Tag frei nehmen, aber ich muss ja erstmal zur Klinik und wieder zurück kommen. Aber ich weiß nicht, ob mein Mann mich fahren kann, das wäre die einfachste Lösung (aber er ist berufstätig) oder ob man die Öffis doch benutzen kann.
Hab da meine Bedenken.
Was meint ihr? Wie handhabt ihr solche Termine?
Ich muss auch noch dazu sagen, dass ich an dem Tag auch noch wieder in der HNO-Abteilung vorstellig werden soll.
Ist dann vielleicht ganz sinnig diesen Termin vor die Infusion zu legen, oder?
So, genug geschrieben. Irgendwie kommt mir meine Frage doof vor, aber ich bin halt noch sehr verunsichert mit diesem Krankheitsbild.
Vielen Dank im Voraus für euer Verständnis!
Gruß, Tigerherz
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Meerschwester (Archiv)
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- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Hi Tigerherz,
also ich bekomme die Infusion immer über Nacht, bin zwar am nächsten Tag immer etwas geschafft, habe aber noch nie das Gefühl gehabt, nicht mehr wach bleiben zu können und traue es mir schon zu, mit dem Bus zu fahren. Die Frage, ob ich selber mit dem Auto fahren würde, erübrigt sich bei mir, weil ich keines habe.
LG
Meerschwester
also ich bekomme die Infusion immer über Nacht, bin zwar am nächsten Tag immer etwas geschafft, habe aber noch nie das Gefühl gehabt, nicht mehr wach bleiben zu können und traue es mir schon zu, mit dem Bus zu fahren. Die Frage, ob ich selber mit dem Auto fahren würde, erübrigt sich bei mir, weil ich keines habe.
LG
Meerschwester
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S. (Archiv)
- Beiträge: 2490
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Lass Dir zu Not einen Taxischein vom Hausarzt oder behandelnden Arzt ausstellen.
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Tigerherz (Archiv)
- Beiträge: 48
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Vielen Dank für die bisherigen Antworten! 
@ S.: Taxischein - Bedeutet das, dass man da Taxi nicht selber bezahlen muss? Und wie weit wird man mit dem Taxi gebracht? Von Haustür zur Haustür (das wäre bei mir Celle-Hannover) oder nur bis zum Hauptbahnhof?
@ S.: Taxischein - Bedeutet das, dass man da Taxi nicht selber bezahlen muss? Und wie weit wird man mit dem Taxi gebracht? Von Haustür zur Haustür (das wäre bei mir Celle-Hannover) oder nur bis zum Hauptbahnhof?
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Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Hallo Tigerherz,
willkommen hier bei uns im Forum. Was ich so mitbekommen habe, dass sich die meisten nach der Infusion schlapp und müde fühlen, stunden- bis tagelang. Da reagiert wohl jeder Mensch anders, möglicherweise liegt es auch an der Höhe des zuvor gegebenen Cortison.
Ich würde mich also an Deiner Stelle darauf einstellen, solange Du nicht auf Deine persönliche Erfahrung zurückgreifen kannst, nicht selbst zu fahren. Mit Unterstützung des Arztes geht es vielleicht auch mit dem Taxi. Würdest Du stationär aufgenommen, wäre das kein Problem. Bei ambulanten Behandlungen ist es im allgemeinen schwieriger, wenn auch nicht unmöglich. Sprich am besten mit Deinem Arzt darüber und laß Dir dann die Taxifahrt (hin und zurück) vorher von der Krankenkasse genehmigen. Du würdest für die Hin- und Rückfahrt je eine Verordnung brauchen.
Nähere Information hier: Fahrtkosten-Richtlinie des g-ba,
siehe: www.g-ba.de/downloads/62.../RL-Khtransport-2004-12-21.pdf
LG Ingeborg
willkommen hier bei uns im Forum. Was ich so mitbekommen habe, dass sich die meisten nach der Infusion schlapp und müde fühlen, stunden- bis tagelang. Da reagiert wohl jeder Mensch anders, möglicherweise liegt es auch an der Höhe des zuvor gegebenen Cortison.
Ich würde mich also an Deiner Stelle darauf einstellen, solange Du nicht auf Deine persönliche Erfahrung zurückgreifen kannst, nicht selbst zu fahren. Mit Unterstützung des Arztes geht es vielleicht auch mit dem Taxi. Würdest Du stationär aufgenommen, wäre das kein Problem. Bei ambulanten Behandlungen ist es im allgemeinen schwieriger, wenn auch nicht unmöglich. Sprich am besten mit Deinem Arzt darüber und laß Dir dann die Taxifahrt (hin und zurück) vorher von der Krankenkasse genehmigen. Du würdest für die Hin- und Rückfahrt je eine Verordnung brauchen.
Nähere Information hier: Fahrtkosten-Richtlinie des g-ba,
siehe: www.g-ba.de/downloads/62.../RL-Khtransport-2004-12-21.pdf
LG Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)
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Ralf N (Archiv)
- Beiträge: 435
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Hallo Tigerherz,
Ich habe seit Dezember 2013 den Morbus Wegener...
Die letzte Chemo (Endoxan) hatte ich am Dienstag. Bin Kassenpatient und bei mir werden die Taxifahrten zur Chemo von der Kasse uebernommen. Mit einem Eigenanteil von 5 Euronen je Fahrt (also 10 pro Behandlung). Früher war Chemo umsonst, aber die Kassen müssen sparen...
Ruf am Besten mal bei DeinerKasse an und lass Dich beraten - und nicht abwimmeln lassen. Kannst gerne auch darauf verweisen dass andere Kassen die Kosten über nehmen...
Viel Glück
Ralf
Ich habe seit Dezember 2013 den Morbus Wegener...
Die letzte Chemo (Endoxan) hatte ich am Dienstag. Bin Kassenpatient und bei mir werden die Taxifahrten zur Chemo von der Kasse uebernommen. Mit einem Eigenanteil von 5 Euronen je Fahrt (also 10 pro Behandlung). Früher war Chemo umsonst, aber die Kassen müssen sparen...
Ruf am Besten mal bei DeinerKasse an und lass Dich beraten - und nicht abwimmeln lassen. Kannst gerne auch darauf verweisen dass andere Kassen die Kosten über nehmen...
Viel Glück
Ralf
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Tigerherz (Archiv)
- Beiträge: 48
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Nochmals vielen Dank für die Tipps. 
@Ralf: Ich habe meine Krankenkasse gerade erst im April gewechselt und ich will es mir nicht verscherzen.
@Ralf: Ich habe meine Krankenkasse gerade erst im April gewechselt und ich will es mir nicht verscherzen.
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Ingeborg
- Beiträge: 4220
- Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Ich sag mal so: Beim Umzug mit Vermieterwechsel, der im gleichen Hause wohnt und die Wohnung nach Deinen Wünschen renoviert hat, oder bei einem neuen Arbeitgeber, also wo man persönlich aufeinander trifft, ist Bescheidenheit im angenehmen Klima eher von Vorteil. Bei der KK bist Du eine von vielen in anonymer Menge und wirst nach den geltenden Bestimmungen und Richtlinien des g-ba beurteilt und kannst daraus Rechte herleiten, ohne Minus -oder Pluspunkte für Wohlverhalten.
Der g-ba hat Richtlinien für Fahrkosten für alle KK erstellt. Schau doch mal beim obigen Link, besonders § 8 (Ausnahmen bei ambulanter Behandlung). Auf die Unterstützung der Ärzte bist Du dabei ohnehin angewiesen, es sei denn, Du hättest einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkmal aG oder eine Pflegestufe.
LG Ingeborg
Der g-ba hat Richtlinien für Fahrkosten für alle KK erstellt. Schau doch mal beim obigen Link, besonders § 8 (Ausnahmen bei ambulanter Behandlung). Auf die Unterstützung der Ärzte bist Du dabei ohnehin angewiesen, es sei denn, Du hättest einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkmal aG oder eine Pflegestufe.
LG Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
(Viktor Frankl, 1905-1997)
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kalle (Archiv)
- Beiträge: 211
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Ich bin nach der Rituxi-Infusion als wäre nichts gewesen. Könnte also bequem Auto fahren. Meine Frau fährt mich aber trotzdem.
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aBrigitte (Archiv)
- Beiträge: 13
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Rituximab und Verkehrstauglichkeit
Hallo Tigerherz
Ich habe bereits mehrere Rituximab - Infusionen erhalten und hatte danach nie Schwierigkeiten oder Probleme mit Müdigkeit. Manchmal gehe ich am Nachmittag zur Arbeit, aber wenn es geht, mache ich einen ruhigen Tag.
Deine Frage ist überhaupt nicht "doof". Ich habe seit 2006 M. Wegener. Nach dem ersten Schock kam die Ungewissheit und auch nach Jahren können Erkältungen oder eine Grippe erneut Verunsicherung auslösen. In den ersten Jahren habe ich fast täglich im Forum gelesen und sehr viel dabei gelernt - durch Fragen von Mitbetroffenen!
Lieber Gruss
A.Brigitte
Ich habe bereits mehrere Rituximab - Infusionen erhalten und hatte danach nie Schwierigkeiten oder Probleme mit Müdigkeit. Manchmal gehe ich am Nachmittag zur Arbeit, aber wenn es geht, mache ich einen ruhigen Tag.
Deine Frage ist überhaupt nicht "doof". Ich habe seit 2006 M. Wegener. Nach dem ersten Schock kam die Ungewissheit und auch nach Jahren können Erkältungen oder eine Grippe erneut Verunsicherung auslösen. In den ersten Jahren habe ich fast täglich im Forum gelesen und sehr viel dabei gelernt - durch Fragen von Mitbetroffenen!
Lieber Gruss
A.Brigitte