Dexamessung bezahlt die KK ?

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dsabine (Archiv)
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von dsabine (Archiv) »

Nachdem ich meine Probleme mit der Barmer geschildert hatte, gab mir meine Ambulanz in Wiesbaden einen Konsilschein für eine stationäre Osteodensitometrie, die ich dann in der Radiologischen Klinik dort hätte machen lassen sollen. Das geht nur mit einer stat. Einweisung im Rahmen einer §116b Behandlung.

Die Barmer hätten dann garkeine Wahl gehabt, weil es wohl als Teil einer stat. Behandlung gebucht worden wäre. Mir war dann aber der Aufwand zu groß und ich habe die 50 Euro selber gezahlt.
dsabine (Archiv)
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von dsabine (Archiv) »

Der VdK hatte in seiner Mitteilung dazu fast den gleichen Wortlaut:



"Aufgrund der neuen Bewertung durch den G-BA kann eine Osteodensitometrie mittels DXA (Messung mit Röntgenstrahlung) als Kassenleistung erbracht werden, wenn aufgrund anamnestischer und klinischer Befunde eine medikamentöse Behandlungsabsicht einer Osteoporose besteht."



http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/gesundheit/65601/knochendichtemessung_bei_weiteren_indikationen_kassenleistung



Der Knackpunkt ist, dass schon ein Befund für einen Verdacht da sein muss. Nur wegen ständiger Cortisongabe allein bekomme ich es nicht bezahlt, da Cortison zwar Osteoporose verursachen kann, aber das nicht zwingend immer eintritt.
Daniela_sh (Archiv)
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von Daniela_sh (Archiv) »

Tja.....



Da habe ich mich mal wieder zu früh gefreut.Ich bin mit Abrechnungziffer und allem zum Arzt hin.Dort sagte man mir das sie keine Kassenzulassung für das Gerät haben.Mein Chirug erklärte mir dann das die KK nur 9-16 Euro (Kassenabhängig) zahlt für eine Dexa-Messung und das das für eine Praxis nicht kostendeckend ist.Daher beantragen die meisten Praxen keine Krankenkassenzulassung und bieten es als Igelleistung für 45Euro an.In meinem Umkreis gibt es nur 2 große Kliniken die das als Kassenleistung anbieten, eines davon ist die Uniklinik Eppendorf in Hamburg.Da ich nur in Begleitung dahin komme, müsste ein Bekannter Urlaub nehmen, 2x Fahrkosten für Home-Hamburg-Home würden anfallen und somit ist es für mich als Patienten nicht sinnvoll.Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen und mit meinem Hartz4 die 45 Euro bezahlen- Moment mal der saure Apfel ist dann diesen Monat nicht mehr drin .Über 2 Jahre dauert mein Erwerbsminderungsantrag schon...finaziell kann ich nur noch mit der Hilfe meiner Familie größere Dinge wuppen.Damit ich meine Medikamente für die Osteoporose weiterbekomme ist die jährliche Dexamessung vorgeschrieben- ein Teufelskreis.



Dennoch werde ich die Rechnung einreichen bei der Krankenkasse um wenigstens die 9-16 Euro wiederzubekommen.



LG Daniela
Ingeborg
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von Ingeborg »

habe mich in das Thema mal reingewühlt. Aber ohne Gewähr: Richtig ist sicher, dass eine DXA-Messung als reine Früherkennungsmaßnahme (mal so zum Gucken) keine Kassenleistung ist. Es muß ein Verdacht bestehen aufgrund

anamnetischer und klinischer Befunde, z.B. ..Fraktur... Eine Fraktur ist ein sichtbarer klinischer Befund, aber nicht der einzige. Ein anamnetischer (sich aus der Krankengeschichte sich ergebender) Befund wären z.B. "Langzeiteinnahme von Kortikosteroiden, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, chronischen Leber- und Nierenerkrankungen, rheumatoider Arthritis.." usw. aus der sich ein Verdacht auf eine sekundäre Osteporose ergeben kann und damit eine Therapieabsicht des Arztes.

"Für eine systematische Bewertung der anamnestischen und klinischen Befunde stehen verschiedene Scoresysteme zur Verfügung. Die aktuelle Leitlinie des DVO6 empfiehlt beispielsweise eine spezifische Arzneimitteltherapie erst, wenn unabhängig vom Lebensalter und Geschlecht, auf der Grundlage der derzeit verfügbaren epidemiologischen Daten, das geschätzte 10-Jahresrisiko für Wirbelkörper- und proximale Femurfrakturen > 30% liegt und die T-Werte der DXA-Knochendichtemessung erniedrigt sind". Es geht bei der Messung ebenso um die Abschätzung, ob eine Osteroporose-Therapie dem jeweiligen Patienten mehr nutzt oder schadet.



Zur 5-Jahresfrist: "Der Beschlussentwurf sah bereits eine Ausnahmeregelung für eine erneute Knochendichtemessung vor dem Ablauf von 5 Jahren vor, wenn aufgrund neuer therapierelevanter anamnestischer und klinischer Befunde eine Osteodensitometrie geboten ist. In den Stellungnahmen wurde darauf hingewiesen, dass es bestimmte klinische Verläufe (z. B. hochdosierte Glukokortikoide) gibt, die nachweislich mit einer stark negativen Wirkung auf die Knochendichte verbunden sind. In diesen Fällen müsste ebenfalls eine frühere Wiederholung der Osteodensitometrie möglich sein."



Quelle: g-ba.de/Informationen/beschluesse/zum aufgabenbereich/22/ > Methoden > Beschluß vom 21.2.2013 > Tragende Gründe



Um gegen eher schlagwortartige Ablehnungen der KK Widerspruch zu erheben, braucht man Hintergründe und dazu m.E. juristischen Rat.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
susanne (Archiv)
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von susanne (Archiv) »

Hallo



Habe in der aktuellen Ausgabe von "osteoporose" Infobroschüre und auch auf der Homepage des "Bundesselbsthilfeverband für Osteopose e.V" Informationen dazu gefunden

http://www.osteoporose-deutschland.de/

Wenn es so ist wie dort geschrieben verstehe ich recht gut warum manche Ärzte nicht wissen wie oder ob es abgerechnet werden kann.



Susanne
Daniela_sh (Archiv)
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von Daniela_sh (Archiv) »

Ohne Kassenzulassung dürfen Sie es nicht mit derartigen Abrechnungsziffern abrechnen.Da die Kosten für Personal und Technik höher liegt als die Abrechnungspauschale der Krankenkasse kann ich schon verstehen warum eine Kassenzulassung für eine Praxis nicht erstrebenswert ist.

Ich habe bereits die Osteoporosediagnose und nun seit fast 7 Jahren CSS mit Cortison+ MTX.Außerdem sind viele meiner Gelenke von Arthrose betroffen.Ich bekam Dekristol und Alondrolsäure.

Mein Chirug hat mir offen gesagt das er meine Verärgerung verstehen kann, aber er trägt auch für das Personal Verantwortung.Zumindestens werden sie mir die Rechnung für die KK mit allen Informationen ausstellen um es zu versuchen.



Auch die KK sagte mir gestern das Sie es verwunderlich findet warum die Ärzte nicht direkt abrechnen , sondern immer der Patient in Vorkasse geht und danach sich an die Krankenkasse wendet.



Meine persönliche Meinung ist das der Abrechnungsatz der Krankenkasse zu pauschal ist.Eine Uniklinik via Durchschnittspraxis- ja die Technik ist dieselbe , aber die Quantität was völlig Anderes.



LG Daniela
Ingeborg
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Re: Dexamessung bezahlt die KK ?

Beitrag von Ingeborg »

Ohne Kassenzulassung können sie nicht mit der KK abrechnen. Es scheint mir aber so, als dass die Vergütung der KK mit 16,- Euro halt zu niedrig ist, um es für diesen Betrag machen zu wollen, wenn sie auf der andern Seite vom Patienten, so wie ich höre, immerhin mehr als 40,- Euro bekommen können. Das rechnet sich dann schon -für den Arzt und das Personal.

Übrigens zahlen Privatpatienten nach der Gebührenordnung für Ärzte ca. 31,- Euro, mit einem Steigerungssatz für höheren Zeitaufwand (höher als welcher Zeitaufwand?) etwa 42,- Euro.

Schade, dass es trotz Neuregelung wieder nur um Euros geht.
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
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