Behandlungsmethode für MW im Frühstadium

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Anja (Archiv)
Beiträge: 46
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Behandlungsmethode für MW im Frühstadium

Beitrag von Anja (Archiv) »

Hallo,



meine HNO-Ärztin hat nun abschließend die Diagnose MW gestellt. Der von Ihrem Labor am 31.05.2006 festgestellte C-ANCA Titer mit 1:80 (PR3-ANCA 36 U/ml) wurde von dem Labor in Bad Bramstedt am 28.06.2006 bestätigt. Eine Biopsie der Nasenschleimhaut fiel negativ aus, was nach Aussage der HNO-Ärtzin im Frühstadium des MW nicht ungewöhnlich ist.

Ein Organbefall von Lunge, Auge oder Niere liegt nicht vor, somit ist "lediglich" die Nase/Nasenschleimhaut (Schnupfen, Nasenbluten, geschwollene Nasenschleimhaut, Borken/Krusten) betroffen. Da massenhaft Staphylokokken im Nasenschleim waren, wurde 2x eine Antibiotikabehandlung durchgeführt. Die Entzündungswerte im Blutbild haben sich normalisiert, auch besteht kein Fieber und Nachtschweiß mehr.

(27.04.06) (02.05.06) (20.06.06)

BSG (64) (60) (38)

CRP (16,5) (14,7) (2,5)

Lediglich der C-ANCA Titer mit 1:80 ist konstant geblieben.



Hausarzt und HNO-Ärztin wollen nun eine Behandlung mit Cortison und Endoxan durchführen. Mir erscheint dies für ein "mildes Frühstadium" doch etwas zu radikal, da Gott sei Dank momentan ja keine lebensbedrohliche Situation vorliegt und nur die oberen Atemwege betroffen sind. Ich habe bei meinen Internetrecherchen gelesen, dass in so einem Fall zur Remissionsinduktion und Remissionserhaltung eine alleinige Behandlung mit Cotrimoxazol ausreicht.



Kann mir hier jemand weiterhelfen ?

Bleibt der C-ANCA Titer eigentlich immer im Blut nachweisbar, verschwindet der nach erfolgreicher Behandlung oder ist es Ziel das dieser jetzt konstant bleibt?
PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv)
Beiträge: 714
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Behandlungsmethode für MW im Frühstadium

Beitrag von PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv) »

Hallo!

Also das ist wirklich zu überlegen, ob denn Cortison und Endoxan sein müssen, wenn die WG ausschleßlich auf die Nase beschränkt ist...Ich würde in jedem Fall eine 2. Meinung einholen. In dieser sog. Initialphase hat sich z.B. das "Allerwelts-Antibiotikum" Cotrimoxazol sehr bewährt, ohne Cortison plus bei Befall der Nasenschleimhäute mit Staph. aureus Turixin-Nasensalbe 7 Tage pro Monat....Der ANCA geht nicht immer weg....der ist für die Therapieintensität auch nicht das Entscheidende. Wichtig ist eine ganz engmaschige Kontrolle von Nieren, z.B. wöchentliche Selbstkontrolle mit einem Urinstreifentest aus der APotheke, Nierenwert im Blut. Warnsymptome, dass die Sache "kippt" sind rheumatische Beschwerden, Nachtschweiß, Krankheitsgefühl oder das sog. rote Auge.........

Alle guten Wünsche

PD Dr Eva Reinhold-Keller
PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv)
Beiträge: 714
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Behandlungsmethode für MW im Frühstadium

Beitrag von PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv) »

Noch etwas, ich weiß, dass sich Dr. Peer Aries, Oberarzt an der Rheumaklinik Bad Bramstedt, sicher die ausgewiesene Klinik in D in Sachen Vaskulitis, sich sehr intensiv mit der sog. Initialphase der WG beschäftigt, auch nach prognostischen Markern sucht, wer ist in Gefahr, in eine Generalisation überzugehen. Sie können gerne Kontakt mit ihm aufnehman unter:

aries@rheuma-zentrum.de

Alles Gute!

E. R-K
Anja (Archiv)
Beiträge: 46
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Behandlungsmethode für MW im Frühstadium

Beitrag von Anja (Archiv) »

Vielen Dank für die schnelle und informative Antwort.



Ich hoffe, dass diese Info bei meinem Hausarzt und der HNO-Ärztin auch auf offene Ohren stößt. Bis jetzt waren beide sehr bemüht und kooperativ, da auch für sie dieses Krankheitsbild nicht zum Praxisalltag gehört.



Ich werde mir auf alle Fälle die Zweitmeinung einholen und auf einer Rücksprache (ggf. Klinikeinweisung) mit den Spezialisten aus Bad Bramstedt bestehen.



Anja
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