Ich habe vor Tramaldura manchmal 6-8 Ibu800 geschluckt am Tag.Dazu mal meine Migränetabletten und anderes.Keiner der Götter in weiß merkte an wie schlecht das für mich ist.Erst als ich vor meiner zombihaftigkeit mit gewissen Blackouts Angst bekam , änderte sich was.Ich weiß das Tramal auch kein Hustenbonbon ist aber....nach fast 7 Jahren kann ich endlich wieder meinen Tag planen und denke über 3h täglich arbeiten nach.Und wenn es Canabis wäre was mich endlich wieder menschlich macht- her damit.Ich weiß das das Mancher nicht verstehen wird und nicht verstehen kann aber 24h/7 Tage die Woche Schmerzen, die dich aufwecken,dich zermürben...nie Ruhe,nie entspannt sein,nie wissen was in der nächsten Stunde ist.Aufstehen und sich wie vom Panzer überrollt fühlen,Finger die so schmerzen das man böse Träume hat in denen man sich von ihnen trennt...ich weiß wie extrem das klingt,aber so ging es mir.Innerlich habe ich oft geschrien, äußerlich abgestumpft und von den Schmerzmittel betäubt.
Und nun seit ungefähr 12 Wochen blühe ich auf.Ich weiß genau wann die Wirkung nachlässt und dennoch habe ich wieder ein Leben und viel von meinem früherem Ich wieder.
Und nein ich rufe nicht zum Drogenmißbrauch auf , aber zum besseren Zuhören und Verstehen des Gegenübers.
Genau, Daniela, für Schmerzpatienten sehe ich keinen Grund, ihnen das für medizinische Zwecke gezüchtete Cannabis zu verweigern. Da bin ich ganz bei Dir.
Ich denke das Canabis nicht für alle die Lösung ist, aber gerade bei Schmerzen wird viel verkehrt gemacht.Da wird nicht geguckt was hilft , sondern welche KK was bezahlt und was der jeweilige Arzt gerne verschreibt.Und nur mal so als Nachtrag...ich kann jetzt mit dem richtigen Medikament nur sagen das es psychisch mehr positive Effekte hat als Psychopharmaka.Und ich ärgere mich über die verschenkten Jahre obwohl seit Anfang an ein chronisches Schmerzsyndrom mit diagnostiziert wurde.
Wenn man hier von vorneherein zitieren könnte gäbe es auch weniger mißverständnisse. Aber so ist mir das einfach zu aufwendig im Nachhinein alles aufzubröseln.
Davon unabhängig: Wenn man meinen meinen letzten Beitrag richtig liest: Ich habe geschrieben: "Gegen eine Medikamentenform (die keinen Mißbrauch zulässt!) ist sicher nichts einzuwenden."
Ich denke Fridolin da solltest nachsichtig sein.Ich habe manchmal auch Tage wo ich nicht alles erfassen kann was ich lese, oder wunder mich was fürn Mist da steht wenn ich längere Texte schreib.
Was im Allgemeinen einfach schlecht ist, da die KK zB eine Vorstellung jedes Bandscheibenerkrankten beim Schmerztherapeuten vorschreibt und da dann nicht mehr viel Platz für andere Erkrankungen ist.Schmerzdiagnostik heilt nicht aber kann die Lebensqualität deutlich verbessern und wirkt sich somit positiv auf das Allgemeinbefinden aus.
Dana du solltest trotz der langen Wartelisten versuchen einen Termin in einer Schmerzpraxis zu bekommen.Bis dahin führe im eigenen Interesse ein Schmerztagebuch nach dieser Vorlage:
In der uns allen bekannten Sendereihe "Visite" des NDR wurde heute abend ein neuer Beitrag zum Thema Cannabis als Medizin gesendet. Der Beitrag ist noch 1 Woche lang im Internet anzusehen:
Die ersten Angaben zur medizinischen Nutzung von Cannabis gehen vermutlich auf ein zirka 4700 Jahre altes chinesisches Lehrbuch über Botanik und Heilkunst zurück. Ab dem 16. Jahrhundert fand Cannabis Eingang in die Kräuterbücher. Cannabis wurde seit dem ersten Kreuzzug in die Volksmedizin eingeführt und figurierte in vielen Klostermedizinen. Anwendungsbereiche waren rheumatische und bronchiale Erkrankungen, auch wurde Cannabis allgemein als Opiumersatz verschrieben. Im 19. Jahrhundert wurde es ausserdem gegen Migräne, Neuralgie, Epilepsie-ähnliche Krämpfe, Schlafstörungen und anderes eingesetzt. Marihuana war, bis es im Jahre 1898 von Aspirin konkurrenziert und schliesslich als Heilmittel durch eine breite Palette von neuen, synthetischen Arzneimitteln abgelöst wurde, in Amerika das am häufigsten benutzte Schmerzmittel. Zwischen 1842 und 1900 machten Cannabispräparate dort die Hälfte aller verkauften Medikamente aus (Herer 1993). In Europa und damit grösstenteils auch in der Schweiz waren zwischen 1850 und 1950 über 100 verschiedene Cannabismedikamente erhältlich (Fankhauser 1996). Wegen Dosierungsschwierigkeiten, paradoxe Wirkungen und der Entwicklung synthetischer Medikamente nahmen die Verschreibungen im 20. Jahrhundert ab, bis Cannabis ca. Mitte des 20. Jahrhunderts fast weltweit komplett verboten wurde. Heute ist die medizinische Anwendung von Cannabis in vielen Ländern (sogar einigen Bundesstaaten der USA) wieder erlaubt. In Österreich aber ist es immer noch praktisch unmöglich legal an Cannabis als Medikament heranzukommen!
Ich denke das alleine der Einfluss der Pharmaindustrie schon ausreicht um Cannabis illegal und böse erscheinen lassen.Auch wenn es bei Schmerzpatienten mittlerweile erlaubt ist Cannabis für den Eigenverbrauch anzubauen - ist die Hürde schon Samen dafür zu bekommen, denn der Handel damit ist immernoch verboten.