Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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S. (Archiv)
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Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von S. (Archiv) »

Seit 2010 ist Cannabis, besser bekannt als Haschisch oder Marihuana als Medikament in Deutschland zugelassen. Bereits seit 1998 kann der Hauptwirkstoff des Cannabis, das Tetrahydrocannabinol (THC, und sein Gegenspieler, auch Bestandteil des Cannabis, das Cannabidiol (CBD), verschrieben werden. Eingesetzt wurde das Medikament bisher u.a. bei Multiple Sklerose Patienten zur Linderung von Krämpfen und Spasmen, sowie Schmerzen. Es kann auch bei Sterbenden in Hospizen zur Anwendung kommen. Bei Menschen mit dem Tourette-Syndrom haben erste Studien eine positiven Effekt nachgewiesen.



Meine Frage an Euch alle:

Ist bisher jemand mit Cannabis behandelt worden, um Schmerzen, Spasmen oder Krämpfe (Polyneuropathie) zu linden? Seid Ihr überhaupt jemals auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht worden?



Bin gespannt auf Eure Antwort.



Eure S.





Nachtrag:

2010 hat eine Studie zur Wirkung von oral verabreichtem THC bei Fibromyalgie angefangen. Sie wird durchgeführt an der Hebrew University of Jerusalem, Israel. Bezahlt wird die Studie durch die Hadassah Medical Organization. Registriert ist sie unter ClinicalTrials.gov Identifier:NCT01149018.

Die Studie sollte im Oktober 2012 abgeschlossen werden.





Noch ein Nachtrag:

Am 27./28.09.2013 findet in Köln,Leonardo Hotel am Stadtwald,Dürener Strasse 287 die 7.Konferenz zur Nutzung von Cannaboiden in der Medizin statt. Das Programm ist hier einsehbar:

http://cannabis-med.org/meeting/Cologne2013/programme.pdf
Theresia (Archiv)
Beiträge: 508
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von Theresia (Archiv) »

S., soviel ich weiß, dämpft es zwar den Schmerz, fördert aber nicht den Heilungsprozeß. Und ich weiß nicht, ob es sich mit anderen Medikamenten verträgt. Sicher gibt es auch hier Pro und Contra. Andererseits wãre es für viele ein weiterer Strohhalm.



Viele Grüsse

Theresia
S. (Archiv)
Beiträge: 2490
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von S. (Archiv) »

Nein, Heilen wird es nicht, obwohl es neuere Studien gibt, die wohl einen positiven Einfluss bei Krebserkrankungen andeuten.

Bei Krebs wird es bereits zur Bekämpfung der Übelkeit bei der Chemotherapie eingesetzt. Frage mich, warum man das bei Vaskulitis-Patienten nicht anwendet? Schließlich berichten viele, gerade bei Endoxan, über quälende Übelkeit und Erbrechen.

Könnte mir auch vorstellen, dass es bei Polyneuropathien helfen könnte.
Wattwurm (Archiv)
Beiträge: 1458
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von Wattwurm (Archiv) »

Ich weiss das bei MS THC als Therapie zugelassen und von den Kassen bezahlt wird

Allerdings muss man einen Antrag stellen, gegen spastiken und Schmerzen eine gute Alternative zu lioresal / Morphin

Bei den diversen Nervenschmerzen durch die vaskultitis wäre das echt eine Alternative

Gruß Wattwurm
Meerschwester (Archiv)
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von Meerschwester (Archiv) »

Also, ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Über Spätfolgen mache ich mir schon längst keinen Kopf, denn ich will jetzt leben und eine einigermaßen gute Lebensqualität haben. Was später ist, damit setze ich mich später auseinander.



Was ich bei Cannabis bedenklich finde, ist eben auch der psychische Faktor. Ich habe eben im Umfeld erlebt, was ein Medikament, das nicht vertragen wird, psychisch ausmacht. Ich denke, da muss man Nutzen und Risiken sehr genau gegeneinander abwägen, aber das wird ja gemacht.

Liebe Grüße

Meerschwester
S. (Archiv)
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von S. (Archiv) »

Cannabis wird ja nicht in Form eines sich selbst zu drehenden Haschisch-Tütchens ausgegeben - :-)))) -, sondern als streng dosierte Pille oder als Atemspray. Die Gefahr, süchtig zu werden, ist, laut Veröffentlichungen sehr gering.



Da ich kurzzeitig miterlebt habe, was Lyrica mit meinem Mann gemacht hat, qua Auswirkungen auf seine Persönlichkeit, und vor allem, wie negativ er selbst das erlebt hat, würde ich als Laie sagen, in so einem Fall würde ich selbst lieber zu Cannabis als Medikament greifen. Auf jeden Fall würde ich den Arzt danach fragen, und vielleicht auch mal einen Palliativ-Mediziner zu Rate ziehen. Die haben am wenigsten Berührungsängste, dafür ausreichend Kenntnisse auf dem Gebiet, und gehen meines Erachtens durchweg vernünftig damit um.



Wer seinen Arzt darauf ansprechen will, dem empfehle ich folgenden Artikel im Deutschen Ärzteblatt:

http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=127598



und evtl. Kontaktaufnahme mit der Patienten-Selbsthilfenetz-Cannabis-Medizin

http://www.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de



Ich zitiere mal aus dem Ärzteblatt-Artikel:



"Zytostatika induzierte Übelkeit und Erbrechen

Eine Vielzahl von Studien, die mehrheitlich bereits in den

70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts

durchgeführt wurde, belegt, dass Cannabinoide in der Be-

handlung von Übelkeit und Erbrechen infolge einer Che-

motherapie ebenso oder sogar etwas stärker wirksam sind

als damals gebräuchliche Antiemetika (zum Beispiel Phe-

nothiazine wie Prochlorperazin und Dopaminantagonisten

wie Metoclopramid). Zudem liegen

Hinweise vor, dass niedrigdosiertes Dronabinol (2 ×

2,5 mg) eine additive Wirkung bei gleichzeitiger Behand-

lung mit modernen Antiemetika aufweist (e34).

Eine vollständige Liste klinischer Studien mit Cannabismedikam

enten befindet sich auf der Internetseite der IACM.



... Insgesamt gel-

ten Cannabinoide heute als Reservemedikamente bei Zy-

tostatika induzierter Übelkeit und Erbrechen.

...

Chronische Schmerzen

Cannabinoide sind vor allem bei (chronischen) neu-

ropathischen Schmerzen und Schmerzen bei MS

wirksam, hingegen schlecht

oder unwirksam bei akuten Schmerzen.

...

Kleine kontrollierte Studien ergaben Hinweise dar -

auf, dass Cannabinoide auch bei chronischen

Schmerzen anderer Ursachen (Tumorschmerz, Rheu-

ma, Fibromyalgie) wirksam sind."
emili72 (Archiv)
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Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von emili72 (Archiv) »

Hallo Zusammen,



ich habe tatsächlich mal mit einer Ärztin für ganzheitliche Medizin darüber gesprochen. Sie meinte, zur Linderung von Schmerzen ist es ein gutes Mittel.

Ich habe immer eine Notration als Reserve zu Hause. Gerade nachts, wenn ich nicht einschlafen kann vor Schmerzen und mir dann Sorgen machen, wie alles weitergeht, kaue ich ein wenig. Das beruhigt und lindert den Schmerz. Und beim einschlafen hilft es mir auch. Rauchen kann ich allerdings nicht empfehlen, zum Einen schmeckt es scheußlich und zum Anderen kann es dann eher noch aufregen.

Ich nehme Canabis jetzt unregelmäßig seit zwei Jahren. ca. 1-2 Mal im Monat und kann bis jetzt weder eine Sucht, noch sonst irgendetwas nachteiliges feststellen. Ich habe jetzt eine neue Ärztin, zu der ich am 8. Oktober gehe, auch mit ihr werde ich darüber sprechen. Wenn es Dich interessiert, teile ich es gern mit.



LG Emili
Friedolin (Archiv)
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von Friedolin (Archiv) »

Ich kann von Cannabiskonsum nur abraten. Langzeitfolgen, Abhängigkeit oder nicht, dass sei mal dahingestellt. Wenn man Autofahrer(in) ist, sollte man von illegalen Substanzen generell absehen. Das gibt nur Probleme! Hinzu kommt, dass man gar nicht weiß ob das Cannabis nicht mit irgendwelchen schädlichen Substanzen versetzt ist (z.B. Blei -> mehr Gewicht).



Wenn man Schmerzen hat und nicht schlafen kann, wäre meiner Ansicht nach ein Trizyklikum sinnvoller (Beispiel: Amitriptylin).

Das gibt es auch in Tropfenform und kann daher ganz minimal dosiert werden.
Wattwurm (Archiv)
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von Wattwurm (Archiv) »

Haloo friedolin

Es handelt sich um reines THC das man auf BTM Rezept bekommt du hast da wohl was falsch gelesen

Also ich bevorzuge natürliche medikamente vor deinen favorisierten trizyklischen ( übrigens schon lange lange nicht mehr aktuell ) amytryptillin, das schwere gewichtsprobleme macht als Nebenwirkung und auch die leber recht schädigt ,

Ansichtssache , ferngesteuert unter amytriptillin oder selbstbestimmt unter THC , muss jeder selbst entscheiden

Gruss wattwurm
Friedolin (Archiv)
Beiträge: 688
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Re: Cannabis als Medikament bei Vaskulitis?

Beitrag von Friedolin (Archiv) »

Im Prinzip gehts hier um die medikamentenform. Wenn ich aber lese " Kaue ich manchmal was" und "rauchen kann ich nicht empfehlen" dann handelt es sich sicher nicht um die "Tablettenform".



Davon abgesehen wird ggf. Ein Richter bei einem Unfall mit Todesfolge fragen warum man unter "cannabiseinfluss" Auto gefahren ist - auch wenns verschrieben wurde.



Trizyklika sind immer noch aktuell auch wenn sie zu den älteren Psychopharmaka zählen. Gerade auch im Bezug auf die Schmerztherapie. Letztendlich macht dann auch noch mal die Dosierung die Musik.
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