Arteriitis temporalis

Forumsbeiträge, die vor dem 06.06.2018 erstellt wurden
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Susanne (Archiv)
Beiträge: 1
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Arteriitis temporalis

Beitrag von Susanne (Archiv) »

Hallo, ich bin neu hier.



Meine Mutter (80) hat seit letztem Frühjahr Arteriitis temporalis und ist leider auch auf dem linken Auge erblindet.



Seitdem erhält sie Cortison (derzeit 5mg); die Abstände zwischen den einzelnen Blutsenkungen betragen ca. 4-5 Wochen.



Zusätzlich hat ihre Rheumatologin auf ihre Nachfrage anläßlich des vorgestrigen Fernsehbeitags in der "Visite" vom NDR ihr gesagt, dass eine Ultraschalluntersuchung nicht in der Behandlung vorgesehen ist.



Ist der Abstand der Blutsenkungen angemessen oder sollte engmaschiger kontrolliert werden?



Ist die Gabe von Cortison ausreichend oder eine Ultraschalluntersuchung durchaus angebracht und Bestandteil der Behandlung (Abrechnung mit der KK?)?



Kann bei lebenslanger Gabe von Cortison eine Wiederholung bzw. Rückfall ausgeschlossen werden oder besteht immer eine Gefahr auch für das andere Auge oder sonstige Organe?





Vielen Dank vorab für eine Antwort!
PD Dr. E Reinhold-Keller (Archiv)
Beiträge: 10
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Arteriitis temporalis

Beitrag von PD Dr. E Reinhold-Keller (Archiv) »

Hallo!

Wie große die Abstände der Blutkontrollen sein müssen, richtet sich nach den Werten selbst und eben dem Beschwerdeverlauf. Ziel sollte sein, dass die Blutsenkung, noch wichtiger eigentlich das c-reaktive Protein, ein noch spezifischerer Blutentzündungswert, immer im Normbereich sind. Ultraschall, also Sonographie der Schläfenarterie bzw. der anderen Blutgefäße sind keine BEHANDLUNG, sondern eine Untersuchung nach Entzündungszeichen. Eine Ultraschall-Untersuchung der großen Blutgefäße, also der Halsschlagader und unbedingt der Bauchschlagader (Aorta) sollte einmal im Jahr bei stabilem Verlauf gemacht werden. Die Sonographie der Schläfenarterie macht man immer dann, wenn erneut Verdacht auf Aktivität ist, also Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen, oder die Blutentzündung ansteigt!

Ob Cortison allein ausreicht, hängt davon ab, ob unter 5mg/Tag Ihre Mutter entzündungsfrei ist!! 5mg pro Tag sind auch auf längere Zeit tolerabel, man sollte aber in jedem Fall einen Knochenschutz mit Calcium und Vitamin D geben.

Wenn unter der Dosis Ihre Mutter weitgehend beschwerdefrei ist und die Entzündungswerte in Ordnung sind, ist eine Erblindung auf dem anderen Auge sehr unwahrscheinlich, aber eben auf o.g. Warnzeichen achten

Alle guten Wünsche

PD Dr Eva Reinhold-Keller

Hamburg
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