Heilung einer Vasculitis nur mit Cortison möglich?

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ingrid-anna (Archiv)
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Heilung einer Vasculitis nur mit Cortison möglich?

Beitrag von ingrid-anna (Archiv) »

Ende Dezember 2005 wurde bei mir im Krankenhaus eine Vasculitis - Aortitis abdominalis diagnostiziert. Der genaue Befund lautet:



"Auffällige Ektasie, umschriebene aneurysmatische Erweiterung der suprarenalen Aorta abd. mit Wandverbreiterung - Aortitis bei M. Ormond?"



Im Krankenhaus wurden mir 3 Cortisonspritzen gegeben, worauf sich mein Allgemeinzustand erheblich verbesserte (es ging mir so gut wie seit 1 Jahr nicht mehr). Entlassen wurde ich mit 30 mg Cortison, derzeit nehme ich 19 mg. Das Cortison muß ich voraussichtlich mind. 1 Jahr oder auch länger, je nach Krankheitsverlauf, nehmen.



Ich wurde im Krankenhaus von einer internistischen Rheumatologien betreut und habe mich da in guten Händen gefühlt (endlich hatte jemand die Ursache meiner massiven Beschwerden gefunden!).



Nachdem ich mich über Vaskulitis sehr umfrangreich informiert habe (Internet, Literatur usw., habe auch das Buch "Vaskulitis" von Frau Dr. Reinhold-Keller gekauft), stellt sich mir die Frage, ob nur Cortison zur Ausheilung einer Vaskulitis ausreichend ist?



Wäre es eventl. angebracht, auch um Cortison einzusparen, eine anderes entzündungshemmendes Medikament bei dieser Diagnose mit einzunehmen.



Leider konnte ich bisher nur wenig Informationen über den M. Ormund finden und weiß von der Diagnose her auch nicht, wie ich den einordnen soll. Sind das nun evtl. zwei Erkrankungen?



Herzlichen Dank für eine Antwort

evtl. von Frau Dr. Reinhold-Keller?
PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv)
Beiträge: 714
Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am

Re: Heilung einer Vasculitis nur mit Cortison möglich?

Beitrag von PD Dr E Reinhold-Keller (Archiv) »

Hallo!

Offenbar liegt eine Großgefäßvaskulitis vor (Aorta=Hauptschlagader), die man in der Tat als einzige Vaskulitisform zunächst allein mit Cortison behandeln kann. Aber sollte innerhalb von 6 Monaten nicht "absolute Ruhe sein" und das mit Cortison nicht über 7.5mg pro Tag, dann muss man an eine Cortison-einsparende Therapie denken, z.B. Methotrexat. Und eben fortlaufende Kontrolle aller großen Gefäße, d.h. angefangen mit einmal pro Monat beidseitiger Blutdruckmessung, mindestens einmal pro Monat alle Gefäße abhorchen............und natürlich die Blutwerte, Entzündungswerte, kontrollieren. Sonographisch, also mit Ultraschall alle 3 Monate alle großen Geäße untersuchen!

Alles Gute!

PD Dr Eva Reinhold-Keller

Hamburg
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