das hört sich ja gut an und macht mir auch Mut. Mein Rheumatologe ist auch der Meinung, da es mir nach 3 Monaten mit 4 mg Kortison recht gut geht, es jetzt mit 3 mg zu versuchen. Wenn alles stabil bleibt kann eventuell auch irgendwann 15 mg MTX auf 12,5 mg herabgesetzt werden. Ich hoffe das alles gut klappt, jedes Gramm weniger an Medikamenten ist schon ein Erfolg.
"Osteoporose ist auf jeden Fall ein Grund, das Kortison abzusetzen", schreibst Du.
Das mag wohl stimmen, sofern man nicht auf Cortison angewiesen ist. "Wir" hängen aber leider mit der Erkrankung sozusagen immer zwischen Baum und Borke. Ich nehme das Corti und die davon eingetretene Osteoporose lieber in Kauf, als blind und taub im Rollstuhl zu sitzen. Das konnte nämlich dank Corti bisher abgewendet werden. Ob und was später kommt, darüber mache ich mir nur bedingt Gedanken.
Gruß, Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
es ist natürlich richtig, dass der Körper, also die Nebennierenrinde, Cortisol produziert.
Cortisol ist ein Stresshormon und wird hauptsächlich morgens ausgeschüttet, daher auch die morgendliche Einnahme vom Cortison.
Es ist aber keinesfalls so, dass der Körper so schnell die Cortisolproduktion einstellt.
wenn die Nebennierenrinde kein Cortisol mehr produziert, dann nennt man das Morbus Addison, oder Nebennierenrindeninsuffizienz, es ist eine schwere Erkrankung die viele Ursachen haben kann, z.B. eine autoimmune Erkrankung, wo Antikörper gegen die Nebennierenrinde gebildet werden, oder eine Amyloidose und vieles mehr.
Es gibt aber auch die tertiäre Nebnnierenrindeninsuffizienz, die durch langjährige, hochdosierte Cortisontherapie verursacht wird.
Die Cortisolproduktion in der Nebennierenrinde unterliegt einem Regelkreislauf, der vom Gehirn gesteuert wird.
Wenn die Cortisolkonzentration im Blut z.B. zu niedrig ist , dann gibt es eine Rückmeldung an den Hypothalamus. Dort wird das CRH ( Corticotropin Releasing Hormon) bedeutet ungefähr Kortison freisetzendes Hormon, freigesetzt.
Dieses CRH stimuliert dann die Hypophyse( Hirnanhangsdrüse ) zur Freisetzung des ACTH ( Adrenocorticotropes Hormon ) bedeutet ungefähr Nebennierenrindencortisonstimulierndes Hormon.
Das ACTH setzt dann in der Nebennierenrinde die Cortisolsynthese in Gang, damit mehr Cortisol produziert wird und die Konzentration im Blut wieder in der Balance ist.
Umgekehrt, ist die Konzentration im Blut zu hoch, dann wird die Freisetzung des CRH im Hypothalamus gehemmt und letztendlich die körpereigene Cortisolsynthese reduziert.Das Cortisol spielt unter andern im Zuckerhaushalt, beim Fettstoffwechsel, Wachstum, Knochenbildung und Eiweissstoffwechsel und vielem mehr eine Rolle.Natürlich greift es auch in autoimmune Prozesse ein und beeinflusst die Produktion und Verteilung von Leukozyten, Erythrozyten, Thrombozyten.
Übrigens werden in der Nebennierenrinde ausser dem Kortison noch Mineralcorticoide und Sexualhormone produziert.
Das Cortisol zählt zu den Steroidhormonen genau wie Testosteron und weibliche Geschlechtshormone wie Progesteron und Östradiol. Steroidhormone werde letztendlich alle aus Cholesterin gebildet.
Sollte tatsächlich die Nebennierenride aufhören, zu arbeiten, dann besteht das Risiko, eine sogenannte Addison Krise zu bekommen, die lebensbedrohlich ist.
das ist ja auch sicherlich schwer zu sagen, denn wenn Du einen schweren Infekt hattest, dann ist auch Dein Immunsystem total aktiv geworden und ich könnte mir gut vorstellen, dass das den Schub ausgelöst hat.
Es ist aber sicher richtig, dass man nach langjähriger Erkrankung ein Gefühl dafür entwickelt, mit welcher Dosis man am besten zurecht kommt.
Da das individuell ist kann einem auch kein Arzt sagen, ob nun 3 oder 5 mg die richtige Erhaltungsdosis ist.
Genauso gut hätte es aber sein können, dass Du trotz 5 mg bei dem schweren Infekt einen Schub bekommen hättest.
Ich habe so viele Nebenwirkungen vom Cortison, dass ich für jedes mg weniger, mit dem ich zurecht komme dankbar bin.