Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Alles rund um das Leben mit Vaskulitis
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Leslie
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Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Leslie »

Hallo Zusammen,
ich bin‘ s mal wieder, Leslie.
Ich nehme seit 2 1/2 Jahren Kortison. Wenn ich bei 5 mg bin, steigt der CRP-Wert. War jetzt schon zweimal der Fall.
Ich nehme jetzt 7 mg und der CRP-Wert ist gestiegen auf 5,5.
Meine Rheumatologin will, dass ich jetzt MTX nehme, da das Kortison ja wohl nicht ausreiche.
Ich habe enorme Widerstände dagegen.
Was ist so schlimm daran, weiter Kortison in einer Dosierung unter 10 mg zu nehmen?
Und 5,5 ist doch auch nicht dramatisch, oder?
Ich nehme Alendron, Calcium,Magnesium,Vitamine.
Gibt es hier jemanden, der schon lange Kortison nimmt und keine wesentlichen Langzeitwirkungen hat?
Bitte sagt mir Eure Meinung, ich weiß nicht ,was ich machen soll.
Ganz liebe Grüße

Leslie
GeNeRaL
Beiträge: 153
Registriert: Mi Nov 28, 2018 8:18 pm

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von GeNeRaL »

Hi Leslie,

das wurde doch bereits lang und breit durchgekaut. Wenn du nicht glaubst das Kortison zu Langzeitschaeden fuehrt dann probiere es halt aus.

Ich wuerde aber dem ärztlichen Rat folgen..
Carla2001
Beiträge: 89
Registriert: Fr Jun 08, 2018 8:49 am

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Carla2001 »

Hallo Leslie,
glaubst du, dass MTX "schädlicher" als Kortison ist?
Ich hatte vor einigen Jahren eine Bettnachbarin im Krankenhaus, die am Cushing-Syndrom erkrankt war. Entstanden durch Kortison bei einer Krebsbehandlung, war dort eine gefürchtete Nebenwirkung. (aber immer besser als unbeh.Krebs)
Ihre Nebeniere produzierte zuviel Cortisol..... Diese Auswirkungen will niemand haben.....
LG Henni
Ingeborg
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Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Ingeborg »

Hi Leslie,
ich glaubte wie General, dass diese Frage durch ist. Außerdem: so, wie Du es beschreibst, reicht die Cortisondosis nicht aus, um die Krankheitsaktivität in Schach zu halten, oder es wird zu schnell reduziert. Dementsprechend muß man handeln. Um Cortison einzusparen, gibt man üblicherweise ein sog. Basismedikament hinzu, wobei MTX ein altbewährtes ist. Du fragtest auch mal nach Leflunomid. Es ist wirkgleich mit MTX. Du hast also alle Infos.
Entscheiden mußt Du.
Bei der Gelegenheit (ohne alle Beiträge lesen zu wollen): an welcher Vaskulitisform bist Du erkrankt?
LG Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
Leslie
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Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Leslie »

Hallo Ingeborg,
ich habe eine Riesenzellarteriitis. Und die Beiträge habe ich nicht gefunden in denen es um mein Problem geht.
Liebe Grüße

Leslie
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Ingeborg »

Hallo Leslie,
ja, als Neuling ist es manchmal anfangs schwierig, sich zzurechtzufinden. Doch schau mal in dieser Rubrik zu den Themen "lagsames Ausschleichen von Kortison", "Leflunomid", Kortison über "mehrere Jahre".
Ist nicht bös gemeint. Aber alle Infos hast Du zu Deinem Dich beschäftigenden Thema schon. Leflunomid wolltest Du, so schien es mir, dann doch evtl. ausprobieren. Ich nehme es auch als Wirkstoff mit guter Verträglichkeit.
Liebe Grüße
Ingeborg
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(Viktor Frankl, 1905-1997)
Leslie
Beiträge: 33
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Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Leslie »

Danke Ingeborg für die hilfreichen Informationen.
Der Hinweis von anderen Teilnehmern, das Thema sei schon durch, hilft mir echt nicht weiter.
Liebe Grüße

Leslie
Ingeborg
Beiträge: 4220
Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:33 am

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Ingeborg »

Klick mal auf die Anzahl 'Deiner Beiträge (rechts unter Deinem Namen). Dort findest Du die von mir angegebenen Themen, die Antwort auf Deine Fragen geben.
Ich wünsche Dir baldige Besserung.
Ingeborg
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(Viktor Frankl, 1905-1997)
Hope
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Registriert: Mi Jun 06, 2018 11:16 am

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von Hope »

Hallo Leslie,
vllt. kannst Du Dich ja eher mit der neuen Therapie anfreunden, wenn noch mehr Meinungsäußerungen kommen. Also mache ich den Anfang und rate Dir ebenfalls, dem Vorschlag des Ärzte zu folgen.

Wie Ingeborg schon schrieb, ist die RZA ganz offensichtlich nicht unter Kontrolle. Das sollte sie aber sein, denn wenn die Erkrankung weiterhin aktiv ist, riskierst Du doch sicherlich, ähnlich wie bei einer unbehandelten RZA-Erkrankung, Dein Augenlicht oder hast Du hierzu andere Informationen?

Auch ist ein Kortisonwert von weniger als 10mg als Dauertherapie immer noch zu hoch, wenn er nicht mindestens auch unter 7,5 mg liegt, so kenne ich es von ganz früher; s ist möglich, dass die Empfehlungen jetzt schon auf 5 mg gesunken sind. Du hingegen hast bei 7mg einen erhöhten CRP-Wert.

Carla hat Dich nochmal auf die Folgen einer ständig zu hohen Kortisoneinnahme hingewiesen und die Rheumatlogen hätten nicht nach Esatzpräparaten gesucht, wäre Kortison so harmlos.

Ingeborg hat Dir als Alternative das Leflunomid genannt; damit bin ich auch sehr gut zurechtgekommen. Doch dies ist individuell verschieden; ich habe auch schon gegenteiliges gelesen und kenne auch Menschen, die Mtx gut vertragen.

Warum fängst Du nicht einfach mit Mtx oder Leflunomid an und guckst, wie es Deinem Körper bekommt?

Hier gibt es leider auch langjährige RZA-Erkrankte, doch es gibt auch Patienten, deren RZA nach einer gewissen Zeit zum Stillstand gekommen ist. Alleine wegen dieser Hoffnung würde ich dem ärztlichen Vorschlag folgen und natürlich auch aus Sorge um meine Augen.

Viele Grüße
Hope

„Sollte der Patient...längerfristig sehr viel Kortison brauchen (über 7,5 mg pro Tag) gibt es die Möglichkeit andere Medikamente (z.B. Methotrexat oder Imurek) einzunehmen. Diese kortisonsparenden Medikamente wirken ebenso entzündungshemmend wie Kortison, haben aber langfristig weniger Nebenwirkungen. Bei 25-50% der Patienten kommt es zu einem späteren Rückfall ...Im späteren Verlauf sind nicht selten große Blutgefäße außerhalb des Kopfes betroffen,... Dieses Risiko kann durch die Einleitung einer kortisonsparenden Therapie deutlich gesenkt werden.

Zitat zur Therapie der Riesenzellarteriitis aus dem Buch „Vaskulitis- Was sie ist -Wie man sie erkennt- Was man dagegen tun kann“ von E.Reinhold -Keller und W.L. Gross, 2.Auflage von 2005
SiMONE00
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Registriert: Sa Jun 09, 2018 8:03 pm

Re: Jahrelange Kortisoneinnahme statt MTX

Beitrag von SiMONE00 »

Hallo.
Also ich muss sagen ich nehme seit 2013 durchgehend Cortison. Dosen von 100 mg bis 5 mg. Bei 5 mg kam es zu Rezidiven. So dass ich bei 8 mg blieb. Andere immunsuppressiva bringen nicht den Erfolg. Leider wieder Rezidiv mit 1000 mg i..v.derzeit bzw.aktuell.
Ansonsten hab ich wohl ausser der Pergamenthaut und Vit D Mangel und leider trotz Behandlung immer erhöhten Augendruck ?!!!! keine weitern Beschwerden. Sogar mit Gewichtsabnahme hat es jetzt zu meinem Normal Gewicht geklappt

Simone
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