Sehr geehrtes Expertenteam, ich kämpfe schon seit einem Jahr mit diversen Symptomen. Ich schildere Ihnen erst stichwortartig meine Beschwerden, dann die Untersuchungen, die gemacht wurden:
Schilderung meiner Beschwerden ( im zeitlichen Ablauf):
Seit Juni 2006: 3 entzündete Zähne, Zysten
Juli 2006: Schleiersehen für 4 Wochen
Oktober 2006: Bruststechen, Atemnot, Erstickungsgefühle permanent über 4-5 Wochen
November 2006 bis Januar 2007: Kopfweh, Müdigkeit,
Stechende springende Schmerzen im ganzen Körper, Bandagegefühl am rechten Bein für 6 Wochen
Februar 2007: Stechende springende ziehend, reißende Schmerzen am ganzen Körper, mit Bandagegefühl am rechten Bein für 6 Wochen
Februar und März 2007: 3 Wochen lang erhöhte Temperatur immer bei ca. 37,4 Grad
Ende April: MMR Impfung wegen Wunsch, Pille abzusetzen
Ende April/nach Impfung: Wiederauftreten der Sensibilitätsstörungen, erst wieder springende Schmerzen, dann Kribbeln rechtes Bein, Vibrieren, Verkrampfen, Glühen der Fußsohle
Juni 2007: Wurzelspitzenresektion an 3 Zähnen
Juli 2007: Sehstörungen (Schleier, Farbflecke)
August 2007: Elektrisieren im Nacken ( mittlerweile wieder stark nachgelassen) und Kribbeln der Hände ( auch wieder schwächer), Entfernung von 3 Zähnen wegen erneuten Entzündungszeichen
Aktuell: Missempfindungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, trokene Augen, Schwächegefühl, Schmerzen rechtes Bein
Untersuchungen:
März 2007:
Neurologe: klinisch-neurologisch unauffällig, ENG nicht pathologisch, VEP und SEP auch nicht
Ende Mai:
Liquor: ?unspezifisch schwach eine oligoklonale bande, keine eiweiß- und keine Zellzahlerhöhung?
MRT Schädel, HWS und BWS: ohne Befund
Elektrophysiologie unauffällig
Juli 2007:
Liquor: kein Nachweis von oligoklonalen Banden im Liquor, alles unauffällig
Blut: Rheumafaktor erhöht, ANA in geringer Konzentration nachweisbar
MRT Schädel, HWS , BWS und LWS: ohne Befund
Ende August 2007:
Wiederholung der Diagnostik, alles unauffällig: klinisch-neurologisch, Blutbild ohne pathologische Befunde, Elektrophysiologie, VEP/SEP/MEP, MRT und Liquor
Die Diagnise vom Klinikum Harlaching ist: Ausschluß entzündlicher ZNS-Erkrankung
Die Aussage der MS Klinik in Kempfenhausen: es kann ein mögliches Frühstadium einer MS sein, die man noch nirgens sieht.
Im Klinikum Harlaching wurde mir gesagt, dass auch Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis solche Beschwerden hervorrufen können und dass auch da durch Instabilitäten der HWS es zu einem Lhermitte Zeichen kommen kann. Was sagen Sie zu meinen Beschwerden? Wenn nach einer Impfung mit Lebendimpfstoffen die Beschwerden wiederkommen, was heißt das dann? Dass eine entzündliche Autoimmunerkrankung zugrunde liegt? Lösen die von mir genannten Beschwerden bei Ihnen einen Verdacht in einen bestimmte Richtung aus?
Herzlichen Dank für Ihre Mühe und viele Grüße, Christina Kurz
Vaskulitis?!
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Mario (Archiv)
- Beiträge: 71
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Vaskulitis?!
Hallo Christina,
Da ich keinerlei weitere Daten habe, kann ich hier lediglich Vermutungen anstellen und mögliche Ursachen für die Symptomatik benennen. Ich bitte um Nachsicht, dass dies kein medizinischer Rat darstellen kann, sondern lediglich ein Impuls.
Ihr Auflistung in Stufen:
Seit Juni 2006: 3 entzündete Zähne, Zysten
-> gut, kann mehrere Ursachen haben. Gehäuft tritt dies aber bei geschwächtem Immunsystem ein.
Juli 2006: Schleiersehen für 4 Wochen
-> Vorübergehende Trübung der Linse (Vergleiche mit Katarakt)
Oktober 2006: Bruststechen, Atemnot, Erstickungsgefühle permanent über 4-5 Wochen
-> Kann internistisch vieles sein. Fängt bei einer Magenentzündung (Gastritis) an, geht über den Angina Pectoris bis hin zu einem "leichten" Infarkt.
November 2006 bis Januar 2007: Kopfweh, Müdigkeit,
Stechende springende Schmerzen im ganzen Körper, Bandagegefühl am rechten Bein für 6 Wochen
-> unspezifisch
Februar 2007: Stechende springende ziehend, reißende Schmerzen am ganzen Körper, mit Bandagegefühl am rechten Bein für 6 Wochen
-> ähnliches Gefühl wie Muskelkrampf?!?
Februar und März 2007: 3 Wochen lang erhöhte Temperatur immer bei ca. 37,4 Grad
-> Messort? Körperkerntemperatur von 37,4 Grad ist durchaus noch im Normalbereich
Ende April: MMR Impfung wegen Wunsch, Pille abzusetzen
Ende April/nach Impfung: Wiederauftreten der Sensibilitätsstörungen, erst wieder springende Schmerzen, dann Kribbeln rechtes Bein, Vibrieren, Verkrampfen, Glühen der Fußsohle
-> MMR sind Lebendimpfstoffe. Bei bereits geschwächtem Immunsystem kann dies zu großen Nebenwirkungen führen
Juni 2007: Wurzelspitzenresektion an 3 Zähnen
-> s.o.
Juli 2007: Sehstörungen (Schleier, Farbflecke)
-> s.o.
August 2007: Elektrisieren im Nacken ( mittlerweile wieder stark nachgelassen) und Kribbeln der Hände ( auch wieder schwächer), Entfernung von 3 Zähnen wegen erneuten Entzündungszeichen
-> kribbeln und elektrisieren deutet auf einen neurologischen Befund hin
Aktuell: Missempfindungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, trokene Augen, Schwächegefühl, Schmerzen rechtes Bein
-> unspezifisch
Zusammenfassend kann man sagen, dass sicherlich einige Symptome auf eine Vaskulitis deuten können. Ich denke hier, insbesondere in Anbetracht der betroffenen Augen und wahrscheinlich Lunge (Brustschmerz), auf eine Vaskulitis mit Granulombildung (Morbus Wegener). Ein erster Hinweis könnte eine Fluoresenzuntersuchung des Blutes auf p-ANCA und c-ANCA sein. Weiterhin ein Thorax-CT, um evtl. Vernarbungen oder Inflitrationen an der Lunge auszuschließen. Dies aber bitte nur auf ärztlichem Rat. Und dieser meiner Beitrag ist kein ärztlicher Rat.
Da ich keinerlei weitere Daten habe, kann ich hier lediglich Vermutungen anstellen und mögliche Ursachen für die Symptomatik benennen. Ich bitte um Nachsicht, dass dies kein medizinischer Rat darstellen kann, sondern lediglich ein Impuls.
Ihr Auflistung in Stufen:
Seit Juni 2006: 3 entzündete Zähne, Zysten
-> gut, kann mehrere Ursachen haben. Gehäuft tritt dies aber bei geschwächtem Immunsystem ein.
Juli 2006: Schleiersehen für 4 Wochen
-> Vorübergehende Trübung der Linse (Vergleiche mit Katarakt)
Oktober 2006: Bruststechen, Atemnot, Erstickungsgefühle permanent über 4-5 Wochen
-> Kann internistisch vieles sein. Fängt bei einer Magenentzündung (Gastritis) an, geht über den Angina Pectoris bis hin zu einem "leichten" Infarkt.
November 2006 bis Januar 2007: Kopfweh, Müdigkeit,
Stechende springende Schmerzen im ganzen Körper, Bandagegefühl am rechten Bein für 6 Wochen
-> unspezifisch
Februar 2007: Stechende springende ziehend, reißende Schmerzen am ganzen Körper, mit Bandagegefühl am rechten Bein für 6 Wochen
-> ähnliches Gefühl wie Muskelkrampf?!?
Februar und März 2007: 3 Wochen lang erhöhte Temperatur immer bei ca. 37,4 Grad
-> Messort? Körperkerntemperatur von 37,4 Grad ist durchaus noch im Normalbereich
Ende April: MMR Impfung wegen Wunsch, Pille abzusetzen
Ende April/nach Impfung: Wiederauftreten der Sensibilitätsstörungen, erst wieder springende Schmerzen, dann Kribbeln rechtes Bein, Vibrieren, Verkrampfen, Glühen der Fußsohle
-> MMR sind Lebendimpfstoffe. Bei bereits geschwächtem Immunsystem kann dies zu großen Nebenwirkungen führen
Juni 2007: Wurzelspitzenresektion an 3 Zähnen
-> s.o.
Juli 2007: Sehstörungen (Schleier, Farbflecke)
-> s.o.
August 2007: Elektrisieren im Nacken ( mittlerweile wieder stark nachgelassen) und Kribbeln der Hände ( auch wieder schwächer), Entfernung von 3 Zähnen wegen erneuten Entzündungszeichen
-> kribbeln und elektrisieren deutet auf einen neurologischen Befund hin
Aktuell: Missempfindungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, trokene Augen, Schwächegefühl, Schmerzen rechtes Bein
-> unspezifisch
Zusammenfassend kann man sagen, dass sicherlich einige Symptome auf eine Vaskulitis deuten können. Ich denke hier, insbesondere in Anbetracht der betroffenen Augen und wahrscheinlich Lunge (Brustschmerz), auf eine Vaskulitis mit Granulombildung (Morbus Wegener). Ein erster Hinweis könnte eine Fluoresenzuntersuchung des Blutes auf p-ANCA und c-ANCA sein. Weiterhin ein Thorax-CT, um evtl. Vernarbungen oder Inflitrationen an der Lunge auszuschließen. Dies aber bitte nur auf ärztlichem Rat. Und dieser meiner Beitrag ist kein ärztlicher Rat.
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Christina Kurz (Archiv)
- Beiträge: 2
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Vaskulitis?!
Hallo Mario, danke für deine umfangreiche Antwort. Bist du denn selbst Arzt? Kann bei einer Vaskulitis am Anfang alles unauffällig sein? Bei mir lassen Beschwerden darauf schließen, aber im MRT vom Kopf und HWS war nichts auffälliges zu sehen. Ich komme mir langsam etwas blöd vor, weil meine Beschwerden nirgends sichtbar sind. Auch die Sehstörungen kann der Augenarzt nicht nachvollziehen. Viele Grüße, Christina Kurz
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Mario (Archiv)
- Beiträge: 71
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Vaskulitis?!
Hallo Christina,
nein, ich bin kein Arzt. Jedoch war mein Studium sehr Medizinlastig und ich bin somit vorgeschädigt.
Ausserdem bin ich selbst mit einer mikroskopischen Polyangiitis betroffen und habe mich in diversen Bibliotheken zu diesem speziellen Thema eingelesen. Daher auch der Hinweis, dass ich als "Laie" keine ärztlichen Ratschläge geben darf.
Back to topic:
Eine Vaskulitis selbst ist noch nicht hinreichend durchforscht. An vielen Stellen stehen die Experten noch vor Rätseln. Es kann daher durchaus sein, dass eine Vaskulitis nicht direkt nachweißbar ist. Auch wissen viele Ärzte nichts über dieses Krankheitsbild, da die Weichteilrheumatologie erst seit wenigen Jahr(zehnt)en an den deutschen Hochschulen gelehrt wird (außer natürlich in der Facharztausbildung). Ich selbst habe schon die wildesten Geschichten, gerade was Augenärzte mit der nicht bekannten Krankheit Morbus Wegener angeht, gehört. So ist mir zu Ohren gekommen, das ein Augenarzt die Augenmuskeln operieren wollte, weil der Patient in Doppelbildern gesehen hat. Eine Befundung bei einem Rheumaspezialisten ergab jedoch ein Granulom in der Augenhöhle.
Als Hinweis kann ich nur sagen, kontaktiere einen erfahrenen Rheumatologen und klär auf jeden Fall die mögliche Erkrankung "Vaskulitis" ab. Am Besten direkt alle möglichen Bilder und Ergebnisse von vorangegangenen Untersuchungen mitbringen. Oftmals übersehen Radiologen etwas, wenn sie nach unspezifischen Auffälligkeiten suchen.
Gruß Mario
nein, ich bin kein Arzt. Jedoch war mein Studium sehr Medizinlastig und ich bin somit vorgeschädigt.
Ausserdem bin ich selbst mit einer mikroskopischen Polyangiitis betroffen und habe mich in diversen Bibliotheken zu diesem speziellen Thema eingelesen. Daher auch der Hinweis, dass ich als "Laie" keine ärztlichen Ratschläge geben darf.
Back to topic:
Eine Vaskulitis selbst ist noch nicht hinreichend durchforscht. An vielen Stellen stehen die Experten noch vor Rätseln. Es kann daher durchaus sein, dass eine Vaskulitis nicht direkt nachweißbar ist. Auch wissen viele Ärzte nichts über dieses Krankheitsbild, da die Weichteilrheumatologie erst seit wenigen Jahr(zehnt)en an den deutschen Hochschulen gelehrt wird (außer natürlich in der Facharztausbildung). Ich selbst habe schon die wildesten Geschichten, gerade was Augenärzte mit der nicht bekannten Krankheit Morbus Wegener angeht, gehört. So ist mir zu Ohren gekommen, das ein Augenarzt die Augenmuskeln operieren wollte, weil der Patient in Doppelbildern gesehen hat. Eine Befundung bei einem Rheumaspezialisten ergab jedoch ein Granulom in der Augenhöhle.
Als Hinweis kann ich nur sagen, kontaktiere einen erfahrenen Rheumatologen und klär auf jeden Fall die mögliche Erkrankung "Vaskulitis" ab. Am Besten direkt alle möglichen Bilder und Ergebnisse von vorangegangenen Untersuchungen mitbringen. Oftmals übersehen Radiologen etwas, wenn sie nach unspezifischen Auffälligkeiten suchen.
Gruß Mario