Ganz ehrlich , wer schwer krank ist und sich nicht mit seiner eigenen Endlichkeit beschäftigt ist wohl eher etwas einfach " gestrickt" natürlich ist das ein thema für uns , und ein wichtiges dazu
Wie meerschwester schreibt , habe auch ich viele nah-tod-Erfahrungen gehabt und diese haben mich für immer geprägt, die todesangst habe ich auch nach dem 5000. Asthma Anfall nicht verloren, Existenz Ängste sind sehr irrational und nicht einfach weg zu denken
Auch ich komme oft weit über meine Grenzen hinaus durch aktuelles krankheitsgeschehen, und ich freue mich Menschen wie meerschwester zu haben mit denen ich mich auf eine art und Weise austauschen kann die einzig artig ist, danke Schwester )) du bist etwas ganz besonderes ♡
ich musste auch eine weile darüber nachdenken und meine meinung dazu schwankt total...
generell sage ich immer das ich keine lebensverlängernden massnahmen haben möchte
ich war schon mehr als 1x dem tod näher als dem leben...
in solchen momenten und auch kurz davor oder danach wünsche ich mir jedoch immer das alles menschenmögliche getan wird
oft habe ich den rand voll von den ganzen therapien und hoffnungen
seit gestern gehts mir wieder schlechter und ich hab heute wieder bei jeder bewegung luftnot und auch fieber... bin jetzt wieder an dem punkt wo ich weiss ich würde alles tun nur um am leben zu bleiben...
würde mir immer wünschen reanimiert zu werden und beatmtet etc...
vielleicht bekloppt aber ich hab anscheinend noch keinen wirklichn weg gefunden
das ist gar nicht bekloppt! Ich kenne dieses Schwanken auch und zwar bei mir selber aber auch bei den meisten Leuten, die ich begleitet habe. Ich glaube, das ist menschlich.
Ich habe gerade auch wieder Luftnot und mach mir ein bisschen Sorgen, dass es vom Rituximab kommt.
Meiner Meinung nach soll keiner den uns innewohnenden und mächtigen Lebenstrieb unterschätzen. Erst wenn er einen ernsthaften, aus vielen Erfahrungen und Handlungen gewonnenen Gegenspieler bekommt, der uns zu gegebener Zeit sagt, dass es nun genug und gut ist, dann erst gibt´s kein Schwanken mehr.
Wenn es genug und gut ist, möchte ich das in freier Selbstbestimmung entscheiden und auch ausführen können bzw. in Anspruch nehmen.
Bei meinem Menschenbild hätte ich kein Verständnis dafür, wenn mir jemand sagen resp. einreden wollte, wie ich zu denken und zu handeln hätte oder mich vorab "beraten" lassen müßte. Im übrigen bin ich der Meinung, dass auch ein Depressiver leidet und letztendlich(wie passend) das gleiche Recht zu denken und zu handeln hat.
Ich finde Eure Beiträge hierzu nachdenklich und ehrlich, also angenehm, halt nicht so irrational und als Dogma daherkommend, wie es sonst oft bei diesem Thema ist.
Ingeborg
Man muß sich von sich selbst auch nicht alles gefallen lassen.
(Viktor Frankl, 1905-1997)
ich meine auch, das ist nicht bekloppt sondern nur zu menschlich. Wir alle hängen doch am leben. Hier geht es aber doch eher darum was passieren soll wenn man sich nicht mehr selbst helfen kann, unsägliche Schmerzen hat, toilettengänge zu zweit finde ich z.B. auch nicht so prickelnd. Oder, wie ich letztens auf einer Feier erlebt habe: Vom Hals abwärts gelähmt, sitzt im Rollstuhl und kann ihn nur mit dem Mund steuern, gräuselich. Der Mann hatte aber Spaß, sah jedenfalls so aus, hat alte Bekannte wieder getroffen und sich sehr anregend unterhalten. Der Kopf ist nämlich noch voll in Takt, gut 60 Jahre alt. Für mich wäre das nix, absolut nicht Lebenswert. Was soll der Mann aber machen, er hat keine Maschine die abgestellt werden kann. Er lag aber sehr lange auf der Intensiv-Station, genau da hätten die Ärzte in meinen Augen handeln sollen oder müssen, da wäre Zeit und Gelegenheit gewesen, da müsste zu 100% meine Patientenverfügung greifen. ** Nur mein Empfinden, vieleicht ist er ja wirklich glücklich..... **
Ich kenne ein paar ganz einfache Möglichkeiten schmerzlos und ohne Qual weg zu gehen, und werde wenn es mal soweit ist, wohl keine fremde Hilfe brauchen. Aber da es als suizidal gilt, darüber zu reden, empfehle ich, sich kundig zu machen und zu handeln, wenn das Leben unerträglich geworden ist.
Bei meiner letzten Nahtodeserfahrung (Atemstillstand, Hirnblutung) durfte ich nicht weiter ins Licht und wurde zurückgeschickt. Das war außerordentlich schmerzlich für mich.
Schmerzlicher als ich mir das Sterben vorstelle. Ich werde deshalb nur im äußersten Notfall nachhelfen und hoffe, dass die Palliativmedizin ausreichen wird.
Aber der Gedanke, dass ich mir zu helfen weiß, ist tröstlich.
Moin, Moin ! Bei dem Thema bin ich sehr unschlüssig - mit geht ein Erlebnis nicht aus dem Sinn! Die Freundin meiner Schwester lag sehr lange im Koma - keiner hatte Hoffnung, das sie wieder aufwacht. Dann ist es doch passiert, aber sie hat Hirnschäden davon getragen. Ca. 1 Jahr später habe ich diese Frau vom Bahnhof abgeholt. Mann kann die Freude nicht beschreiben, die sie emfunden hat, wieder allein mit dem Zug eine kurze Strecke zu fahren. Sie liebte das Leben - auch wenn es nicht mehr das war, was es vorher war und sie nicht alleine leben konnte! Das geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Trotzdem habe ich ein Patiententestament und so gemacht - eigentlich wiedersprüchlich oder ? Ich wünsch einen schönen 2. Advent Engelbengel
Kurz über mich. Bin vor etwa 4 Jahren mit GPA diagnostiziert, 3 mal in BB gewesen. Hauptmedikation: MTX (von 25-10 mg/Wo.), Cortison(von 25- bis 3 mg ausgeschlichen und wieder rauf) etc. Z.Z. geht es mir -mit Auf und Ab- relativ „gut“ und hoffe, dass es auch lange so bleibt. Ich lese mit Interesse hin und wieder die Beiträge in diesem Forum.
Zum heiklen Thema Sterben und Sterbehilfe habe ich gezögert, ob ich überhaupt etwas sagen soll, ob meine Darstellung hierhin passt? Nun möchte ich versuchen, dazu etwas zu sagen, und ich hoffe, meine Sichtweise sprengt den hier üblichen Rahmen nicht:
1.Es scheint für uns „moderne“ Menschen selbstverständlich, dass jeder das Recht haben muss zu bestimmen, wann er seinem Leben ein Ende setzen darf. Das um so mehr, wenn der Mensch unter einer unheilbaren Krankheit leidet. Soweit so gut. Nun besteht der Mensch m.E. nicht nur aus Materie, wenn dem so wäre, wäre das o.g. Selbstbestimmungs-Recht uneingeschränkt zu verstehen / respektieren / akzeptieren.
Meines Erachtens kann man diese Diskussion allerdings nur in Zusammenhang mit dem Verständnis des Betroffenen vom
Gott sehen, im Rahmen welcher Religion/Konfession auch immer, ohne hier die Institution Kirche zu meinen.
1.Da der Mensch m.E. neben seinem physischen Dasein, auch eine Seele und einen Geist besitzt, sollte der Mensch bei der Beurteilung der Sterbehilfe nicht nur den Körper betrachten. Unbestritten des schweren Leidenwegs, den wir alle leider, mehr oder weniger gehen müssen.
Der Mensch kann zu Gott beten, ihm die Einsicht und die Kraft zu geben, seine Krankheit zu akzeptieren und das Leid (leichter) zu ertragen. Es ist klar, dass Menschen sehr unterschiedlich sind, was die Geduld, Leid zu ertragen etc. angeht.
Es gibt ja oft Anzeichen dafür, dass Leute, die Gottvertrauen haben oder an ein Leben nach dem Tode glauben, weltliche Disharmonien, Leid oder Probleme besser überwinden oder ertragen können, da deren Seele (oder meinetwegen Intellekt) sich der Relativität des -diesseitigen- Lebens bewusst(er) ist. Mit anderen Worten: je stärker das Verständnis des Menschen vom Sinn des Lebens und des geistigen Lebens ist, desto „leichter“ fällt es ihm, alles, was das Leben als solches mit sich bringt, zu relativieren, ja vielleicht/hoffentlich zu akzeptieren.
2.Medizinisch – organisatorisch gesehen: Niemand kann alle möglichen Umstände oder die Situationen genau beschreiben, unter denen er mit Sicherheit nicht wirklich weiterleben wollen würde; die kleinsten Freuden oder Umstände können die Entscheidung des anscheinend zum Ausscheiden aus dem Leben entschlossenen Menschen jedoch noch kippen.
Nur als Bsp.: das habe ich kürzlich in einem Interview selbst von jemandem in einer ähnlichen Lage gehört (männlich, Mitte 40, vorher sehr guter Körperbau, Krebs in Endstadium mit allen facetten des Elends, daher Suizid entschlossen) der innerhalb einiger Sekunden durch ein kleines Vorkommnis das Leben bejahte. Was passierte: obwohl er niemanden sehen wollte, besuchte ihn eine kleine Enkelin(3-4 jahre alt) mit ihren Eltern. Er sagte, im Augenblick als er das kleine Mädchen in den Raum hinein kommend erblickte, brach für ihn im Nu sein fester Entschluss wie ein Kartenhaus zusammen. Es sei ihm sehr klar geworden, wie dumm er gewesen sei, so zu denken. Er sei sehr froh, trotzt seines Elends am Leben zu sein.
Er hätte erst durch die Krankheit verstanden, dass das Leben nicht nur aus Körper,Leid und Schmerzen bestehe! Dies umso mehr, da er später doch noch geheilt wurde.
Was m.E. noch wichtiger ist, als ein Angehörigenbesuch als „Hinderungsgrund“ , ist, dass der Mensch doch noch in den schweren Stunden die Möglichkeit bekommt,sich auf Gott (oder das göttliche im Menschen) zu besinnen, auch wenn -oder gerade wenn- er vorher in seinem Leben dazu keine Gelegenheit hatte, oder diese Dimension in sich gar nicht kennen gelernt hatte.
Selbst wenn man per Patienten-Verfügung (um Ärzten „die rote Linien“ vorzugeben und auch die Angehörigen ggfs. bei DER Entscheidung zu „entlasten“) bestimmte Maßnahmen ausschliesst, kann man nicht alle möglichen medizinischen Situationen voraussehen. Eine Einschränkung der Handlungsfähigkeit des Arztes kann u.U. bedeuten, dass man stirbt, aber es nicht ausgeschlossen gewesen wäre, dass man noch einmal einen, für einen selbst lebenswerten Zustand erreicht hätte.
Schon aufgrund der o.g. nicht genau zu definierenden Umstände, lehne ich selbst Sterbehilfe ab.
Unser berühmter Dichter Schiller sagt etwa sinngemäß: "...das Leben ist wie ein fahrender Zug mit Menschen, der in diesem Leben kurz anhält, damit sich die Menschen den nötigen (Weges-)Proviant besorgen"