Erfahrungen mit Hausbesuch des Medizinischen Dienstes gesucht

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Norman1987
Beiträge: 12
Registriert: Mo Jan 26, 2026 8:49 pm

Erfahrungen mit Hausbesuch des Medizinischen Dienstes gesucht

Beitrag von Norman1987 »

Hallo zusammen,

am 17.02. kommt der Medizinische Dienst zu mir nach Hause im Rahmen der Begutachtung.

Meine Frau hat im Vorfeld bereits alle Unterlagen eingereicht: Befunde, Diagnosen, ein Symptom- und Belastungstagebuch sowie die vollständig ausgefüllten Formulare.

Was mir große Sorgen macht, ist die Angst, mich beim Termin vor fremden Menschen „beweisen“ oder etwas vorführen zu müssen. Dazu kommt viel Scham. Jede zusätzliche Belastung kann bei mir starke Schmerzen und Verschlechterungen auslösen.

Erschwerend kommt hinzu, dass mein Gesichts- und Nasenbereich aktuell nicht weiter operiert werden kann, solange ich nicht stabil bin und die Entzündungen zurückgegangen sind – was den Alltag zusätzlich erheblich erschwert.

Hat jemand persönliche Erfahrungen mit einem Hausbesuch des Medizinischen Dienstes und mag berichten, wie respektvoll so ein Termin abläuft oder worauf man achten sollte? Das würde mir sehr helfen.

Alle Diagnosen zusammen ergeben bei mir ein komplexes Gesamtbild und wirken nicht isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig:
• Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) mit schwerer körperlicher Einschränkung und hoher Schubanfälligkeit
• ADHS mit psychischer Dekompensation, was zu schneller Überforderung, emotionaler Reizbarkeit und sehr geringer Belastbarkeit führt
• Herzinsuffizienz, Diabetes, chronische Pansinusitis und venöse Insuffizienz, verbunden mit eingeschränkter Mobilität, Infektanfälligkeit und erhöhtem Sturzrisiko
• Nervenschäden sowie mehrere Hand- und Armoperationen, wodurch die Selbstversorgung deutlich eingeschränkt ist
• Rezidivierende Bauchhernien, die zusätzliche Schmerzen und körperliche Belastung verursachen

Diese Erkrankungen lösen eine Kettenreaktion aus: Entzündliche Schübe, Schmerzen und körperliche Erschöpfung führen zu weiterer Instabilität, was wiederum die psychische Belastbarkeit und Alltagsstruktur massiv beeinträchtigt. Der daraus resultierende Kraftverlust, Bewegungsmangel und die ständige Überlastung verschlechtern den Zustand zunehmend.

Aktuell geht es mir leider sehr schlecht. Im Alltag funktioniert im Moment kaum noch etwas.

LG Norman
Mikado
Beiträge: 21
Registriert: Mi Sep 17, 2025 8:07 am

Re: Erfahrungen mit Hausbesuch des Medizinischen Dienstes gesucht

Beitrag von Mikado »

Hallo Norman,
aus „eigener“ Erfahrung kann ich Dir leider nicht helfen, aber aus Erfahrungen mit den Besuchen bei meiner Schwiegermutter.
Zu aller erst, beschönige nichts. Du bist krank und brauchst Hilfe. Punkt
Das es Dir derzeit nicht gut geht ist für die Pflegebegutachtung Gold wert.
Es wird schon schwer genug sein, Deine Erkrankung in das „Pflege-Schema“ einzubringen.
Schau Dir vorher einmal eine solche Pflegebegutachtung und die Punkte, die dahinter stehen an.
Buch dazu:
https://nss.wirtschaftswissen.de/reward ... rson-2.pdf
Hier kannst Du Deinen Fall einmal durchspielen. Am Ende bekommst Du die Punkteauswertung und damit die Einstufung:
https://www.pflegehilfe.org/service/pfl ... TY6NDU0OTE
Im Vorhinein kannst Du ein Pflegetagebuch führen. Schreib auf, was im Alltag nicht klappt, wobei Du wieviel Hilfe benötigst usw.
Leider weicht unsere Wahrnehmung wieviel Hilfe benötigt wird von den Möglichkeiten der Einstufung in Pflegegraden ab.
Viel Erfolg und berichte gerne von Deinen Erfahrungen.
LG
Mikado
ruth
Beiträge: 120
Registriert: Do Mai 09, 2019 6:02 pm

Re: Erfahrungen mit Hausbesuch des Medizinischen Dienstes gesucht

Beitrag von ruth »

Hallo, Norman!
Ich habe auch nur Erfahrung mit dem Medizinischen Dienst bei meinen Eltern. Wichtig ist wohl auf jeden Fall, dass man sich nicht "gesünder" präsentiert als man ist. - Bei meinem Vater waren wir mit der Einstufung nicht einverstanden, mein Mann hat dann einen ausführlichen Widerspruch geschrieben, dem dann auch statt gegeben wurde. - Also nur Mut, das wird schon werden! Wichtig ist auch, dass jemand vertrautes dabei ist, in deinem Fall sicher deine Frau.
Liebe Grüsse,
Ruth
Anschilalo
Beiträge: 402
Registriert: Sa Jan 27, 2024 2:50 pm

Re: Erfahrungen mit Hausbesuch des Medizinischen Dienstes gesucht

Beitrag von Anschilalo »

Hallo Norman,

Hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben, bei mir gab es nix.
Alleine essen, trinken, Körperpflege, sitzen, stehen, laufen, aufstehen - so lange du das alleine kannst gibt es nix.
Egal wie schwer dir das fallen mag.
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