Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
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Hope (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
@Frosch
Hallo Frosch,
Dein Bericht war interessant; kannst Du mir sagen, wie ich die von Dir genannte Prednisolonstudie finde?
Meines Wissens gibt man als Osteoporoseprophylaxe heute kein Kalzium mehr, da dieses zu Gefässschädigungen führt, Bei ausreichend Aufnahme durch die Nahrung (ich glaube 400mg) ist Vitamin D ausreichend. Die Osteoporose merkt man doch meisten erst zu spät, wenn man nicht ständig die
Knochendichte messen lässt. Hat denn Vitamin D auch so große Nebenwirkungen, dass sich aus Deiner Sicht der Verzicht hier lohnt?
LG Hope
Hallo Frosch,
Dein Bericht war interessant; kannst Du mir sagen, wie ich die von Dir genannte Prednisolonstudie finde?
Meines Wissens gibt man als Osteoporoseprophylaxe heute kein Kalzium mehr, da dieses zu Gefässschädigungen führt, Bei ausreichend Aufnahme durch die Nahrung (ich glaube 400mg) ist Vitamin D ausreichend. Die Osteoporose merkt man doch meisten erst zu spät, wenn man nicht ständig die
Knochendichte messen lässt. Hat denn Vitamin D auch so große Nebenwirkungen, dass sich aus Deiner Sicht der Verzicht hier lohnt?
LG Hope
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Frosch (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Hallo Hope, zu Vitamin D habe ich nicht wirklich eine Meinung, ich gehe ausreichend an die frische Luft. Ich bin mir wirklich nicht so sicher, was genau ich habe, denn bei der Blutuntersuchung auf Eosinophile hatte ich 20mg Prednisolon im Körper und es kann gut sein, dass es Churg Strauss ist (5fach erhöhter IGE-Wert). Es ist mir egal, solange das, was ich mache wirkt. Eine Zeitlang dachte ich, es wäre Sarkoidose, und da ist Vitamin D wohl nicht so gut. Es kommt drauf an, was man hat, ob es nutzt oder schadet.
http://www.immunendokrinologie.de/html/vitamin_d.html
http://www.immunendokrinologie.de/html/vitamin_d.html
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Frosch (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Die Studie mit der Bemerkung zu einer ausschießlichen Prednisone Therapie bei Wegener
http://www.hapmd.com/home/hapmdcom/public_html/wp-content/uploads/2009/03/interna/jueves-terapeutica/20120127_tx_wegener_uptodate.pdf
Der entsprechende Absatz:
"Glucocorticoid monotherapy is NOT generally considered for remission induction, since the reported remission rate is much lower than in combination with cyclophosphamide (56 versus 85 percent), and the rate of relapse much higher [6]. This is particularly true for patients with severe disease manifestations, such as glomerulonephritis. Among 57 patients evaluated at the
National Institutes of Health who were initially treated with
prednisone alone, none of those with renal disease (45 patients) experienced sustained improvement, and 55 of the 57 (96 percent) eventually required cytotoxic therapy"
Übersetzt und zusammengefasst: Therapie ausschließlich mit Kortison wird nicht empfohlen, da die Remissionsrate niedriger ist als in Kombination mit Cyclosphosphamide (56% gegenüber 85%) und die Rückfallrate viel höher. Das ist besonders der Fall bei Patienten mit ernsthaften Symptomen wie Glomuleronephritis. Von den 57 Patienten, die ursprünglich mit ausschließlich Prednisone behandelt wurden, war bei keinem der Patienten mit Nierenerkrankung (45) eine dauerhafte Verbesserung festzustellen und 55 von den 57 (96 Prozent) mussten schließlich doch cytotoxisch behandelt werden."
http://www.hapmd.com/home/hapmdcom/public_html/wp-content/uploads/2009/03/interna/jueves-terapeutica/20120127_tx_wegener_uptodate.pdf
Der entsprechende Absatz:
"Glucocorticoid monotherapy is NOT generally considered for remission induction, since the reported remission rate is much lower than in combination with cyclophosphamide (56 versus 85 percent), and the rate of relapse much higher [6]. This is particularly true for patients with severe disease manifestations, such as glomerulonephritis. Among 57 patients evaluated at the
National Institutes of Health who were initially treated with
prednisone alone, none of those with renal disease (45 patients) experienced sustained improvement, and 55 of the 57 (96 percent) eventually required cytotoxic therapy"
Übersetzt und zusammengefasst: Therapie ausschließlich mit Kortison wird nicht empfohlen, da die Remissionsrate niedriger ist als in Kombination mit Cyclosphosphamide (56% gegenüber 85%) und die Rückfallrate viel höher. Das ist besonders der Fall bei Patienten mit ernsthaften Symptomen wie Glomuleronephritis. Von den 57 Patienten, die ursprünglich mit ausschließlich Prednisone behandelt wurden, war bei keinem der Patienten mit Nierenerkrankung (45) eine dauerhafte Verbesserung festzustellen und 55 von den 57 (96 Prozent) mussten schließlich doch cytotoxisch behandelt werden."
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Hope (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
@ Frosch
Danke für Deine Infos und dass Du eine deutsche Zusammenfassung mitgeliefert hast !
Für mich ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich wir Menschen mit Krankheiten umgehen, und Du bist wahrscheinlich risikofreudiger als ich. Dein schon zuvor genanntes Argument der Lebensqualität kann ich allerdings absolut nachvollziehen. Dies kam mir vor 15 Jahren auch öfter in den Sinn, als ich eines der 'leichteren' Medis nicht vertrug. Doch damals wäre ich mit dem Prednisolon sicher nicht ausgekommen.
Insgesamt hätte mich die genannte Studie allerdings im Gegensatz zu Dir veranlasst, auf Endoxan einzugehen; zumal man es auch gut vertragen kann und dann u.U. die Chance auf Remission verpassen würde, erst recht, wenn, wie bei Dir, die Niere betroffen ist, denn wenn ich richtig verstanden habe, waren bei den Patienten keine mit Nierenbeteiligung.
Wenn mir jedoch keiner sicher sagen könnte, dass es GPA ist, sähe es schon wieder anders aus.
In jedem Fall wünsche ich Dir viel Erfolg mit Deiner Therapie und bin beruhigt, dass Du Deine Nieren gut kontrollierst.
Hope
Danke für Deine Infos und dass Du eine deutsche Zusammenfassung mitgeliefert hast !
Für mich ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich wir Menschen mit Krankheiten umgehen, und Du bist wahrscheinlich risikofreudiger als ich. Dein schon zuvor genanntes Argument der Lebensqualität kann ich allerdings absolut nachvollziehen. Dies kam mir vor 15 Jahren auch öfter in den Sinn, als ich eines der 'leichteren' Medis nicht vertrug. Doch damals wäre ich mit dem Prednisolon sicher nicht ausgekommen.
Insgesamt hätte mich die genannte Studie allerdings im Gegensatz zu Dir veranlasst, auf Endoxan einzugehen; zumal man es auch gut vertragen kann und dann u.U. die Chance auf Remission verpassen würde, erst recht, wenn, wie bei Dir, die Niere betroffen ist, denn wenn ich richtig verstanden habe, waren bei den Patienten keine mit Nierenbeteiligung.
Wenn mir jedoch keiner sicher sagen könnte, dass es GPA ist, sähe es schon wieder anders aus.
In jedem Fall wünsche ich Dir viel Erfolg mit Deiner Therapie und bin beruhigt, dass Du Deine Nieren gut kontrollierst.
Hope
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amica (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Hallo Frosch,
Vielen Dank für die Info über die Prednisolonstudie. Ich wundere mich sehr, dass Du trotzdem den Mut hast, auf ein Immunsuppressivum zu verzichten. Nach allem, was Du hier geschrieben hast, dürftest Du ja eine GPA im frühsystemischen Stadium haben. Dabei wäre eine leitliniengerechte Therapie Prednisolon ( 1mg/kg Körpergewicht) und MTX. Bei mir hat diese Behandlung gut gewirkt und die Nebenwirkungen waren erträglich.
Vielen Dank für die Info über die Prednisolonstudie. Ich wundere mich sehr, dass Du trotzdem den Mut hast, auf ein Immunsuppressivum zu verzichten. Nach allem, was Du hier geschrieben hast, dürftest Du ja eine GPA im frühsystemischen Stadium haben. Dabei wäre eine leitliniengerechte Therapie Prednisolon ( 1mg/kg Körpergewicht) und MTX. Bei mir hat diese Behandlung gut gewirkt und die Nebenwirkungen waren erträglich.
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Frosch (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Hallo Amica,
MTX geht nicht wegen Nieren. Bin jetzt in Remission bei 3,5mg Prednisolon. Endoxan jetzt, wozu? Kann ich mir bei einem Rückfall überlegen.
Das Endoxan schützt nicht vor Rückfällen, es verringert nur die Wahrscheinlichkeit. Und diese Wahrscheinlichkeit stammt aus Studien mit geringen Teilnehmerzahlen und Vaskulitis-Verläufen und Formen, die mit meiner nicht unbedingt vergleichbar sind.
Hope,
dass die Vaskulitis und die Glomuleronephritis mit 20mg Prednisolon zum Stillstand gekommen ist, war anhand CRP und Kreatinin schnell klar (und der Reaktion der Krankenhaus-Ärzte, die sich mit ihren Untersuchungen viel Zeit ließen). Dass ich Zeit habe nachzudenken, war mir klar, nachdem ich herausgefunden hatte, dass das Endoxan sowieso nicht sofort wirkt, sondern erstmal nur das Prednisolon.
Und ich fühlte mich die ganze Zeit zwar eingeschränkt, aber nicht wirklich krank. Also eigentlich gut.
Es wäre für mich absolut gegen-intuitiv gewesen, eine Therapie zu machen, von der klar war, dass ich mich dabei eher schlechter als besser fühlen würde.
Außerdem war das Ergebnis der Nierenbiopsie (auch wieder statistisch, geringe Zahl an untersuchten Patienten, fragliche Vergleichbarkeit), dass ich mit einer Verbesserung der Funktion ab jetzt nicht rechnen kann.
MTX geht nicht wegen Nieren. Bin jetzt in Remission bei 3,5mg Prednisolon. Endoxan jetzt, wozu? Kann ich mir bei einem Rückfall überlegen.
Das Endoxan schützt nicht vor Rückfällen, es verringert nur die Wahrscheinlichkeit. Und diese Wahrscheinlichkeit stammt aus Studien mit geringen Teilnehmerzahlen und Vaskulitis-Verläufen und Formen, die mit meiner nicht unbedingt vergleichbar sind.
Hope,
dass die Vaskulitis und die Glomuleronephritis mit 20mg Prednisolon zum Stillstand gekommen ist, war anhand CRP und Kreatinin schnell klar (und der Reaktion der Krankenhaus-Ärzte, die sich mit ihren Untersuchungen viel Zeit ließen). Dass ich Zeit habe nachzudenken, war mir klar, nachdem ich herausgefunden hatte, dass das Endoxan sowieso nicht sofort wirkt, sondern erstmal nur das Prednisolon.
Und ich fühlte mich die ganze Zeit zwar eingeschränkt, aber nicht wirklich krank. Also eigentlich gut.
Es wäre für mich absolut gegen-intuitiv gewesen, eine Therapie zu machen, von der klar war, dass ich mich dabei eher schlechter als besser fühlen würde.
Außerdem war das Ergebnis der Nierenbiopsie (auch wieder statistisch, geringe Zahl an untersuchten Patienten, fragliche Vergleichbarkeit), dass ich mit einer Verbesserung der Funktion ab jetzt nicht rechnen kann.
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Dany_CH (Archiv)
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- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Hallo Frosch
ich staune immer mehr, warum du immer wieder die "AOK Studie mit 73000 Teilnehmern" erwähnst? Offensichtlich hast du hier etwa falsch verstanden, den die 74'000 Personen allein sagen nichts aus!
kleiner Tipp: wenn von den 74'000 Personen EINE Person PPI nimmt und keine Diagnose "Demenz" erhält, was ist dann das Risiko? und welche Wert hat diese Aussage?
Und noch mehr staune ich, wenn ich die ausgewählten Personen der Studie betrachte: es sind alles über 74-jährige Personen, mittleres Alter 84 Jahre. Ich will hier im Forum niemanden auf die Füsse treten - aber es sind kaum Personen hier, die in diese Alterskategorie fallen - also was nützt uns dann diese Studie?
Das wichtigste sagt jedoch die Co-Autorin Haenisch selber: "The present study can only provide a statistical association between PPI use an risk of dementia. The possible underlying causal biological mechanism has to be explored in future studies."
Was etwas salopp heisst: Wir haben ein schönes statistisches Resultat. Die möglichen biologische Abläufe kennen wir noch nicht.
Jetzt kann sich jeder/jede selber überlegen, was er mit dieser Studie anfangen soll
Ich wünsche allen eine gute Zeit
Dany
ich staune immer mehr, warum du immer wieder die "AOK Studie mit 73000 Teilnehmern" erwähnst? Offensichtlich hast du hier etwa falsch verstanden, den die 74'000 Personen allein sagen nichts aus!
kleiner Tipp: wenn von den 74'000 Personen EINE Person PPI nimmt und keine Diagnose "Demenz" erhält, was ist dann das Risiko? und welche Wert hat diese Aussage?
Und noch mehr staune ich, wenn ich die ausgewählten Personen der Studie betrachte: es sind alles über 74-jährige Personen, mittleres Alter 84 Jahre. Ich will hier im Forum niemanden auf die Füsse treten - aber es sind kaum Personen hier, die in diese Alterskategorie fallen - also was nützt uns dann diese Studie?
Das wichtigste sagt jedoch die Co-Autorin Haenisch selber: "The present study can only provide a statistical association between PPI use an risk of dementia. The possible underlying causal biological mechanism has to be explored in future studies."
Was etwas salopp heisst: Wir haben ein schönes statistisches Resultat. Die möglichen biologische Abläufe kennen wir noch nicht.
Jetzt kann sich jeder/jede selber überlegen, was er mit dieser Studie anfangen soll
Ich wünsche allen eine gute Zeit
Dany
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Hartmut (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
15 Jahre Pantoprazol 20mg - 0 - 20mg keine Demenz keine Verschlechterung meiner rapid progressiven Glomerulonephritis keine Osteoporose und meine Pumpe läuft auch super.
LG.HARTMUT
LG.HARTMUT
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Frosch (Archiv)
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Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Bitte erklär mir warum auf den Zigarettenpackungen diese bedrohlichen Warnungen stehen ... Helmut Schmidt ist doch erst mit über 90 gestorben.
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Hartmut (Archiv)
- Beiträge: 1674
- Registriert: Do Jan 01, 1970 1:00 am
Re: Aktuelle Warnung vor "Magenschutz"-Medik
Damit beruhigt Politik ihr Gewissen.
Auf Schnaps Flaschen steht nicht eine Warnung.
Auf Getreide Gemüse und Obst steht auch nicht drauf das mit Klärschlamm usw. gedüngt wurde.
Was hat das bitte mit Medikamenten zu tun ?
LG.HARTMUT
Habe auch 14 Jahre Kortison genommen .
Auf Schnaps Flaschen steht nicht eine Warnung.
Auf Getreide Gemüse und Obst steht auch nicht drauf das mit Klärschlamm usw. gedüngt wurde.
Was hat das bitte mit Medikamenten zu tun ?
LG.HARTMUT
Habe auch 14 Jahre Kortison genommen .